20. Fundamentaler Schriftsteller

Nach dem Zweiten Weltkrieg trat Luzi aus dieser hermetischen Isolation heraus. Er suchte und fand den Anschluss an die Moderne, etwa an T. S. Eliots „Waste Land“. Wichtige Gedichte dieser Zeit bündelte 1960 der Band „Il giusto della vita“. In ihm sucht die Poesie die Gnade, hier zu sein, „im Rechten des Lebens, im Werk der Welt“. Doch die veristische Idylle verdunkelte sich. Die Überschwemmung von Florenz (1966) wurde für Luzi zum Symbol der drohenden Apokalypse. Er projizierte Dantes Inferno auf Rimbauds „Saison à l’Enfer“ (Eine Zeit in der Hölle) – auf die Moderne und ihr Prinzip der Zerstörung. Als Gegenmacht beschwor er jenes verborgene Reich, das „auf unsichtbarem Grund“ errichtet ist.

Mit dem Band „Su fondamenti invisibili“ von 1971 setzt die Auswahl ein, die Guido Schmidlin für die Edition Akzente übersetzt hat. „Auf unsichtbarem Grunde“ reicht mit etwa hundert Gedichten in Luzis Spätwerk. Schmidlin war lange mit Luzi befreundet, und so ist dieser Band ein Vermächtnis beider. Mario Luzi war kein Heiliger, sondern ein weltzugewandter Dichter. Doch seine Absage an Gewalt, an Konvention und Mode war absolut. Er hasste die Gewalttätigkeit des modernen Staates und der modernen Zivilisation und hielt den Markt für etwas, das alles zu nichts entwertet. Er spottete in den Sechzigern über die kaugummikauenden Genossen, die ihn vor die Alternative „rette Dich“ oder „gehe unter“ stellen wollten. Er setzte auf den fundamentalen Schriftsteller, „der vielleicht das ganze Leben darauf verwendet, ein Buch zu schreiben“. Luzi war selbst solch ein Autor, ein Poet im Sinne Mallarmés. / Harald Hartung, FAZ 2.11.

(dort auch eine Rezension von Nico Bleutge)

Mario Luzi: „Auf unsichtbarem Grunde“. Gedichte.
Italienisch/Deutsch. Auswahl, Übersetzung und Nachwort von Guido Schmidlin. Hanser Verlag, München 2010. 328 S., geb., 19,10 [Euro].

19. Elytis‘ Menschheitsbuch

Auf Paros schreibt Odysseas Elytis im Sommer 1954 den grössten Teil seines epochalen Werkes «To Axion Esti» (Gepriesen sei), ein Hauptwerk, das auch wieder Theodorakis vertonte, der es die «Bibel Griechenlands» genannt hat. Die hymnische Komposition ist bis in die kleinste Einzelheit durchdacht: Die prologische «Genesis», voller alttestamentarischer (Be-)Züge. Ein anderes, zeitloses Selbst erteilt dem schaumgeborenen Dichter, «der mit den Lippen im Urschlamm die Dinge der Welt schmeckt», Aufträge, wie: Sieh, hör, lies! Dem ersten Teil folgt die Passion, der «Sitz der Geschichte», die im 20. Jahrhundert fast ausnahmslos grausam über das Land hinwegfegte: nach der kleinasiatischen Katastrophe und vor dem Bürgerkrieg die Besetzung durch die faschistischen Achsenmächte. Und hier ist es, wo Elytis zum einzigen Mal auf die Bukolik anspielt, allerdings ohne alles Idyllische: «Es kamen / verkleidet wie Freunde / meine Feinde / traten auf uraltes Land und brachten die uralten Geschenke. Von den Schafen hörte man keinen Laut, nur den Wehlaut, wenn sie der Dolch traf.»

«To Axion Esti» endet mit dem apotheotischen «Gepriesen sei», das den Menschen aus dem Reich des Leidens ins Reich der Freiheit entrückt. Gemeint ist die Rückkehr zur Reinheit der Genesis in der Form der Verklärung. Der Dichter schreibt seinem Volk eine Mission zu, als deren Sprecher, man muss schon sagen «Künder» er selbst auftritt. Elytis, wie auch andere griechische Nationaldichter, entgeht damit der Gefahr der Mystifizierung der Geschichte nicht, er sagt es selbst: «Welch imaginärem Geschlecht war ich entsprossen.» Elytis‘ «To Axion Esti» ist Kunst in einem hohen dichterischen Pathos, wie es innerhalb Europas so wohl nur noch in Griechenland möglich ist. Aber mit seinen unendlichen Bezügen zu Natur und Geschichte, Kosmos und Antike, Befreiungskampf und Weltkrieg ist es mehr als nur ein moderner Mythos Griechenlands – es ist ein Menschheitsbuch. / Manuel Gogos, NZZ 5.11.

18. Meine Anthologie 83: Bertram Reinecke, Die Eingeweihten

Bertram Reinecke

 

Die Eingeweihten
die – Oh! sich auf den Straßen
wenn sie sich heimlich auf den Straßen begegnen
raunen sich auf den Straßen
ungewohnt raunen
– sie werfen sich ihre Papierschiffchen –
oulipo (unbewohnt!)
oulipo zu.

 

Aus: Bertram Reinecke: An langen Brotleinen. Gedichte. Greifswald: Wiecker Bote 2000

17. Prix Apollinaire für Jean-Claude Pirotte

Der Prix Apollinaire ist mit 70 Jahren der älteste unter den Lyrikpreisen, er wurde lange als „Goncourt der Lyrik“ angesehen. Tatsächlich arbeiten mehrere Mitglieder der Académie Goncourt in seiner Jury mit, Francis Carco, Hervé Bazin, Robert Sabatier oder Tahar Ben Jelloun.

In diesem Jahr geht der Preis an Jean-Claude Pirotte für zwei Bände, Cette âme perdue (Castor astral) und Autres séjours (éditions Le Temps qu’il fait). Der Preis wird am 16.11. vergeben.

Der Maler und Schriftsteller Jean-Claude Pirotte wurde 1939 in Namur geboren. [Bis hierher ähnelt seine Biografie deutschen Preisträgern, aber:] Jahrelang lebte er versteckt auf der Flucht in Frankreich, Katalonien und im Aostatal, nachdem er wegen einer falschen Anschuldigung verurteilt worden war. Bis zur Aufhebung der Sprache im Jahr 1981 lebte er ein Vagabundenleben. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher und Aufsätze und arbeitete auch als Illustrator. / Cecile Mazin, ActueLitté 4.11.

16. Notizen eines Lesers

Im Poetenladen-Essay schreibt Theo Breuer, was Michael Lentz wirklich gesagt hat in puncto hohle Nüsse, und auch sonst vieles schöne und nützliche, ich empfehle den ganzen Text zu lesen, hier ein Ausschnitt:

Wiederholt in den Textfluß eingestreut: Lentz-Schlenzer, die, kurz und herzlos, sitzen – zack: Nennen wir noch, jenseits der Ismen, Rolf Dieter Brinkmann. Kaum ist der Satz gelesen, lodert hinter dem Namen die blaue Flamme auf, die Geist und Seele seit Jahrzehnten befeuert. Und drum sehe ich es, in diesem Augenblick des Lesens, wie jedes Mal, wieder: Das · ist · ein anderes Blau.

Lentzscher Imperativ: Wer Dichter sein will (und nicht etwa Spitzen­klöppler, denke ich hinzu) und sich nicht mit Gedichten von Charles Baudelaire · Gunnar Ekelöf · Stefan George · Robinson Jeffers · Sergej Jessenin · Philip Larkin · Wladimir Majakowski · Cesare Pavese · Sylvia Plath · Ezra Pound · Reinhard Priessnitz · Arthur Rimbaud befaßt hat (die Auf­zählung suggeriert, natur­gemäß, das Mayröcker­sche „usw.“), der kriegt vom Spielleiter, nein, da kennt der Wilde keine Milde, nicht die gelbe, nein, … (ohne Gnade. Schade!) die rote Karte vor staunende Augen gehalten: Der Dichter muss sich ganz auskennen, […] wer bei August Stramm glaubt, sich verhört zu haben, ist für die Poesie verloren […] und wer nie seinen Jesse Thoor mit Tränen las, […] hat keine Ahnung, wie schwer das auf­scheinend Einfache ist …

Lentz, dynamisch-sanguini­scher poeta doctus, homo ludens et musicus, läßt mich im Anschluß an ins Detail von Rhetorik, Linguistik, Inter­textua­lität „usw.“ gehenden Werk­besich­ti­gungen teilhaben, die mir die beWUNDErte Wortkunst von Carlfriedrich Claus · Uwe Dick · Bodo Hell · Friederike Mayröcker · Oskar Pastior (inkl. Herta Müllers Atem­schaukel) · Josef Anton Riedl · Gerhard Rühm · Valerie Scherstjanoi fabel- und wesen­haft vor meine nach immer mehr gierenden Augen führen, während im nachfolgenden Kapitel Andere: Reverenzen erwiesen werden – und wieder flackern Flämmchen beim Lesen allein schon von Namen: Hartmut Geerken (in Michael Lentz‘ ureigener – faksimi­lierter – Hand­schrift – ›Hand­schrift‹: ein Stichwort, mit dem ich das nächste Faß aufmache, ohne nun weiter daraus zu zapfen) · Thomas Kling (who the fuck is eigent­lich dieser kling, fragt ein Leser am 15. Oktober 2011 in der Lyrikzeitung, in Textleben gibt Lentz vielseitig Antwort – u.a. mit dem Gedichtzitat Über das Bildfinden II: aber die sprache, / aber die sprache, / aber die sprache: / dies ständige, ständige, / vollständige fragment) · Thomas Mann · Helga M. Novak · Joachim Ringelnatz · Robert Walser.

Im Kapitel Alte: Größe trifft der Leser auf umfängliche Essays zu Gottfried Benn (ein irdisches Vergnügen in B.) sowie Rainer Maria Rilke und hier auf die hohlen Nüsse, notabene weit weg von den knackigen Aus­sagen über zeitgenössische Lyriker (wohin sie der FAZ-Mitarbeiter in der Textleben-Besprechung verlegt*), von denen mir Ich finde Stolter­foht ganz ausge­zeichnet besonders im Gedächtnis haften bleibt:

Es gehört unter anderem zum guten Ton – der nicht immer der beste sein muss –, Rilkes Texten Kitsch vorzuwerfen. Aber abge­sehen davon, daß der Ruf, ›kitschig‹ zu sein‹, nicht der schlech­teste sein muß und manche Autoren im Unter­schied zu Rilke so ent­täu­schend hohle Nüsse sind, dass sie keinerlei Vorwürfe produ­zieren, kontert Rilke den Vorwurf selbst: indem er gelesen wird. Lesend lernt man einen Dichter kennen, der wie kein anderer unter­schiedliche stilis­tische und rheto­rische Register zu ziehen wusste, dabei mit seiner Dich­tung immer erst unter­wegs war zu einer ›anderen‹ Sprache, zu einer utopi­schen Auf­hebung der Differenz von Ding und Wort.

 *) Axel Kutsch hat seine Aussage über die hohlen Nüsse, wie er sagt, aus der FAZ übernommen, bevor er das Buch selber las. – Der von Theo Breuer, dem so begeisterungsfähigen wie gründlichen Leser, zitierte Satz über who-the-fuck-was-kling war zwar meiner Meinung nach eher sarkastische Reaktion auf Kutschs und anderer Lyrikschelte; aber Lentz‘ von Breuer zitierte lange Liste von must-reads ist keine schlechte Arbeitsbasis; meine ich. Danke, Theo!

Michael Lentz
Textleben
Über Literatur, woraus sie gemacht ist, was ihr vorausgeht und was aus ihr folgt
Herausgegeben sowie mit Vor- und Nachwort versehen von Hubert Winkels
576 Seiten
S. Fischer 2011

15. Fremdartig

Friedrich Hölderlins Gedichte gelten als ein Höhepunkt deutscher und europäischer Literatur, doch der in Lauffen am Neckar 1770 geborene Dichter schuf für heutige Ohren fremdartig klingende gereimte Werke. / Stuttgarter Nachrichten

14. Meine Anthologie 82: Ich am of Irlaunde

 

The Irish Dancer


ICH am of Irlaunde,
Ant of the holy londe
Of Irlande.
Gode sire, pray ich the,
For of saynte charité,
Come ant daunce wyth me
In Irlaunde.


um 1300

 

Ich bin aus Irlande
Und aus dem heiligen Lande
Aus Irlande
Guter Herre, bitt ich dich,
Nur aus frommer Nächstenlieb,
Komm zu mir und tanz mit mir
In Irlande.

heilig war Irland, weil dort das Christentum die Wirren der Völkerwanderung überdauerte. Irische Mönche brachten es später zum Festland.

Englische Kurzgedichte aus dieser Zeit (vgl. auch Meine Anthologie Nummer 68 )  „convey strong emotions in a few lines“ (Britannica) – sind also „lyrisch“ im modernen Sinn

13. Elbquer

Ja, es gibt ein literarisches Leben außerhalb Berlins! Für diejenigen, die es nicht glauben mögen, treten die Autoren Volker Sielaff und Patrick Beck den Beweis an, dass auch Dresden eine lebendige Literaturszene hat. Ein wichtiges Zentrum derselben ist das Literaturforum Dresden, welches 2008 von Sielaff, Beck und anderen gegründet wurde und die Fahne der qualitätvollen zeitgenössischen Literatur hochhält. Im Rahmen unserer Veranstaltung Elbquer begegnen die beiden Dresdner den Berlinern Tom Bresemann und Simone Kornappel, alle vier lesen aus ihren aktuellen Büchern und loten aus, was Schreiben in den jeweiligen Kontexten bedeutet und welche Vorteile es hat, sich als Autor dem schmutzigen literarischen Schneeball Berlin zu entziehen.

Übrigens: Wer die Veranstaltung verpasst, hat noch einmal am 8.11. um 19:30 Uhr die Gelegenheit, die Autor/inn/en in gleicher Konstellation zu erleben. Er/sie muss dann allerdings die Reise nach Dresden auf sich nehmen: Die Lesung findet an Deck des Herbergschiffes „Die Koje“, Leipziger Str. 15 in Dresden statt.

Mehr zu allen Veranstaltungen unter www.lettretage.de.

Samstag, 5. November 2011, 19:30 Uhr
Elbquer – Autorenbegegnung Dresden – Berlin
Mit Volker Sielaff, Patrick Beck, Simone Kornappel und Tom Bresemann
Eintritt 5,-/4,-€

12. Ferment

Er gehörte zu einer kleinen, aber feinen Schar von DDR-Kreativen, die mit ihrem streitbaren Ernst und ihrer fortdauernden Unzufriedenheit ein ungeheuer wichtiges Ferment der westdeutschen Kultur der 80er Jahre bildeten. Bis nach dem Mauerfall alles ganz anders wurde. Oder zu sehr dasselbe blieb? 2001, kaum 56 Jahre alt, ist Thomas Brasch einen unglücklichen und viel zu frühen Tod gestorben.

Christoph Rüter hat Brasch bei gemeinsamen Theaterarbeiten noch selbst kennengelernt. Für seinen Dokumentarfilm montiert er Archivaufnahmen – wie Braschs berühmten Skandalauftritt anlässlich der Verleihung des bayrischen Filmpreis 1981 -, Filmausschnitte und Videotagebücher, die Brasch selbst gedreht hat, aneinander und nennt dazu aus dem Off knapp die wichtigsten Lebens- und Werkdaten. An vielen Stellen zitiert er aus Braschs Gedichten, die mit schmerzlicher Prägnanz Auskunft über ein Leben in existenzieller Unbehaustheit geben. Es treten keine Zeitzeugen auf, es werden keine Deutungen gemacht. Rüter handelt damit im Sinne von Brasch, der es hasste, „beschrieben“ zu werden. „Du bist ein leeres Blatt / Du wirst nur noch beschrieben / Geh unter oder schwimm“, heißt es an einer Stelle. Rüter gelingt es, Brasch als schwierigen, schönen und widersprüchlichen Menschen in Erinnerung zu rufen, dem man sich gerne genähert hätte. Man begreift aber auch, dass der das nie zugelassen hätte. / Barbara Schweizerhof, Berliner Morgenpost

Dokumentation D 2011 , 92 Min., von Christoph Rüter

11. Gegen den Zeitgeist

An den Mauern der ausgebauten Rustici hängen eingerahmte Gedichte von Eva Maria Ott. Sehr feine und schöne Gebilde seien ihr gelungen, schrieb der Verleger Egon Ammann einst in einem Brief. Den Ammann-Verlag gibt es nicht mehr, und Lyrik wird heute in der Schweiz kaum mehr in Buchform publiziert. Entgegen dem Zeitgeist, so könnte man sagen, hat Michi Schaub nun einen Band mit Otts Gedichten herausgegeben. / Patrik Maillard, WOZ

10. Wenn sich plötzlich ein Riss auftut

Es ist zur Tradition geworden, dass die Hugo-Ball-Preisträger zu separaten Lesungen nach Pirmasens eingeladen werden. So besteht die Möglichkeit, die Person selbst und ihr Schaffen näher kennenzulernen. Der Lyriker Ulrich Koch, diesjähriger Förderpreisträger zum Hugo-Ball-Preis, stellt sich am Donnerstag, 10. November 2011, um 20 Uhr im Carolinensaal vor. Moderiert wird der Abend von dem Journalisten und Literaturkritiker Michael Braun.

Kochs Gedichte „sprechen von der Vereinzelung und der Verlorenheit des Menschen. Sein stiller, aber verstörender poetischer Existenzialismus zeigt, was geschieht, wenn sich plötzlich ein Riss auftut in der Welt und der Abgrund sichtbar wird, in dem uns die Aufklärung zurückgelassen hat. Die Protagonisten dieser Gedichte fallen heraus aus allen Sicherheiten, sind allein gelassen in ihrer metaphysischen Obdachlosigkeit. In kleinen Alltagsszenen verbirgt sich bei Koch das Unheimliche, unerwartete Erschütterungen, die zwangsläufig die Ordnung der Dinge durcheinanderbringen. Zur Eindringlichkeit dieser Gedichte hat ihr Leser Arnold Stadler angemerkt: ‚Selig der Dichter, dessen Schmerz zur Sprache wurde‘. Ein solcher Dichter ist Ulrich Koch.“ So lautet Michael Brauns Text zur Urkunde des Förderpreises.

Ulrich Koch wurde am 20. November 1966 in Winsen an der Luhe geboren, lebt nun in Radenbeck bei Lüneburg. Er arbeitet als Angestellter einer Personalagentur in Hamburg. In den 90er Jahren erhielt er für sein Werk mehrere Stipendien, der Förderpreis des Stuttgarter Schriftstellerhauses wurde ihm 2007 zugesprochen. Zuletzt sind seine Gedichtbände „Der Tag verging wie eine Nacht ohne Schlaf“ und „Lang ist ein kurzes Wort“ im Allitera-Verlag München erschienen. Auf www.milchmaedchenpresse.de veröffentlicht Ulrich Koch seine neuesten Gedichte im Internet.

Michael Braun, 1958 in Hauenstein/Pfalz geboren, lebt in Heidelberg. Er ist unter anderem Herausgeber des Deutschlandfunk-Lyrik-Kalenders sowie mehrerer Anthologien zur deutschsprachigen Lyrik des 20. und 21. Jahrhunderts. Zum 125. Geburtstag von Hugo Ball gab er den Sammelband „Der magische Bischof der Avantgarde“ im Wunderhorn Verlag heraus.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

9. American Life in Poetry: Column 345

BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE

Somebody tells somebody else about something that happened. It comes naturally. We’ve been doing that for as long as our species has been around. But to elevate an anecdote into art requires more than just relating an incident. It requires a talent for pacing, for detail, for persuasion, and more. Here David Black, of Virginia, tells a good story in an artful manner.

Sleepers

A sleeper, they used to call it—
four passes with the giant round saw
and you had a crosstie, 7 inches by 9 of white oak—
at two hundred pounds nearly twice my weight
and ready to break finger or toe—

like coffin lids, those leftover slabs,
their new-sawn faces turning gold and brown
as my own in the hot Virginia sun,
drying toward the winter and the woodsaw

and on the day of that chore
I turned over a good, thick one
looking for the balance point

and roused a three-foot copperhead,
gold and brown like the wood,
disdaining the shoe it muscled across,

each rib distinct as a needle stitching leather,
heavy on my foot as a crosstie.

American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2000 by David Black, whose most recent book of poetry is The Clown in the Tent, Persimmon Tree Press, 2010. Reprinted by permission of David Black. Introduction copyright © 2009 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.

8. Ackern für Wiki

Unialltag:

Bis 15.12. muß jeder Teilnehmer der Grundkurse eine der folgenden Bibliographieaufgaben recherchieren und als Datei einreichen. Sie wählen per Kommentar eine der untenstehenden Aufgaben. In der Reihenfolge des Eintreffens werden die Bearbeiter dann in die Liste eingetragen – wählen Sie also nur Themen, neben denen noch kein Name steht und sehen Sie nach, ob Sie berücksichtigt werden konnten.

Bitte geben Sie im Kommentar an: Name, Vorname, Gruppe, Thema (nicht die Nummer – die sich durch alphabetische Sortierung ändert).

Je nach Aufgabe müssen Sie Buchpublikationen, selbständige und / oder unselbständige Veröffentlichungen und / oder Sekundärliteratur suchen. In jedem Fall müssen Sie die standardmäßigen Fachbibliographien und Datenbanken nutzen. In vielen Fällen müssen Sie außerdem diverse weitere Wege gehen (z.B. Netzsuche bei Google und anderen Suchmaschinen, Wikipedia, „Schneeballprinzip“ usw.).

Richtwert sind 3 Seiten (+- 1,5). Wenn Sie viel mehr finden, melden Sie sich hier per Kommentar.

Die Aufgaben sind keine Trockenübung, sondern für die Aufnahme in die Netzenzyklopädie Lyrikwiki bestimmt. Wenn Ihre Ergebnisse zuverlässig sind, werden sie fortlaufend mit der Kennzeichnung „Seminaraufgabe, Universität Greifswald, Wintersemester 2011/12“ eingestellt (Namensnennung nur wenn Sie ausdrücklich zustimmen).

Wenn Sie Lust auf mehr haben: beim Lyrikwiki kann man auch mitarbeiten! Z.B. indem man Artikel über eigene Lieblingsdichter schreibt oder verbessert. Nicht nur deutsche, sondern Weltlyrik aller Zeiten und Sprachen.

Rechercheaufgaben (wird laufend ergänzt):

Kürzel: B = Buchpublikationen, P = Primärliteratur, S = = Sekundärliteratur, St = Selbständige Veröffentlichungen, U = Unselbständige Veröffentlichungen,

  1. Adolf Endler B – Matzek, Julia, Mo 14-16 Wei
  2. Adolf Endler S
  3. Adolf Endler U
  4. Andreas Koziol P + S
  5. Anja Utler P + S
  6. Anthologien amerikadeutscher Lyrik
  7. Anthologien chinesischer Lyrik in deutschen Übersetzungen ab 1930
  8. Anthologien chinesischer Lyrik in deutschen Übersetzungen vor 1930
  9. Anthologien deutsche Liebesgedichte 1900 – 1950 – Rebekka Vogel, Wei Mo 14
  10. Anthologien deutsche Liebesgedichte 1951-2000 – Bläse, lisa, Mo 14-16 Wei
  11. Anthologien deutsche Liebesgedichte vor 1900
  12. Anthologien rumäniendeutscher Lyrik
  13. Anthologien persischer Lyrik auf Deutsch
  14. Anthologien russischer Lyrik in deutschen Übersetzungen vor 1900
  15. Anthologien rußlanddeutscher Lyrik
  16. Anthologien surrealistischer Lyrik (Alle Sprachen)
  17. Anthologien ungarndeutscher Lyrik
  18. Anthologien Weltlyrik in deutschen Übersetzungen seit 1920
  19. Anthologien Weltlyrik in deutschen Übersetzungen vor 1920
  20. Anton Bruhin P + S
  21. Arno Holz P
  22. Arno Holz S
  23. August Stramm P + S
  24. Autoren aus Czernowitz, Buchveröffentlichungen (nur Autoren, die auch Lyrik veröffentlicht  haben, gleich welcher Sprache)
  25. Barbara Köhler P + S – Anja Meyer, Gratz Mo 16 Weiterlesen

7. Persisch

Gerade neu erschienen im Sujet Verlag (Bremen) sind Pegah Ahmadis Gedichtband „Mir war nicht kalt“ und die von Gerrit Wustmann herausgegebene Anthologie „Hier ist Iran! Persische Dichtung im deutschsprachigen Raum“ mit Texten von insgesamt 28 Dichtern. / cineastentreff (mit Verlosung)

  • „Hier ist Iran! Persische Dichtung im deutschsprachigen Raum“, Hrsg. Gerrit Wustmann, 243 Seiten, 17,80 Euro (Sujet Verlag 2011) 
  • Pegah Ahmadi „Mir war nicht kalt“, Gedichte, 80 Seiten, 12,80 Euro (Sujet Verlag 2011)

6. Jurygeschichten

1987 hat Jan Koneffke den Leonce-und-Lena-Preis gewonnen, als Juror kehrt er regelmäßig zurück …

Auf dem Podium zu sitzen und Noten zu verteilen – nein, das ist keine Tätigkeit, die Koneffke Freude bereiten würde. Es gibt bisweilen harte Bemerkungen, man spürt den Konkurrenzdruck. „Das ist ja kein kollegialer Lyrik-Workshop. Wir sitzen da oben und urteilen, weil wir aussortieren“, und ganz ohne Absprachen weiß ein Juror um die Vorlieben seiner Kollegen. So entwickelt eine Jury ihre eigene Dynamik; als in diesem Jahr Nadja Küchenmeister ihre wunderbar musikalischen Gedichte vortrug, waren die Juroren Koneffke und Kurt Drawert begeistert, was den Widerspruch von Raoul Schrott und Sibylle Cramer noch verstärkte. Küchenmeister hatte keine Chance. / Johannes Breckner, Darmstädter Echo