103. Gefährlicher Surrealismus

Von der geistigen Revolte des Surrealismus ging bei uns nie eine Gefahr aus. Spielerische Verfahren gab es immer, auch in der deutschsprachigen Lyrik, doch sobald es um Existenzielles geht, wird es ernst. Im Surrealismus dagegen fängt, wenn es existenziell wird, das Spiel erst an. Es besteht darin, sich in einen Zustand höchster Empfänglichkeit zu versetzen, eine Art Schöpfungstaumel, in dem die Wörter wie geladene Teilchen aufeinanderstoßen und überraschende neue Verbindungen eingehen.

Wie wohl kein anderer Schriftsteller hierzulande hatte sich der in Berlin lebende Lyriker Richard Anders diesem suggestiven Selbstbefreiungsprogramm verschrieben, mit kurzen Seitensprüngen zu anderen lyrischen Ausdrucksformen.

Der gebürtige Ostpreuße aus Ortelsburg kam zum Surrealismus wie noch jeder echte Surrealist: auf dem Pilgerpfad nach Paris. Es war Liebe, ja Treue auf den ersten Blick, als er in den sechziger Jahren André Breton vorgestellt wurde und an den abendlichen Treffen der Gruppe teilnehmen durfte. …

Seit Ende der sechziger Jahre hatte Richard Anders, der gelegentlich Lyrik aus dem Englischen und Französischen übersetzte, Gedichte und Prosa, Aphorismen und essayistische Studien veröffentlicht, etwa den Erzählungsband „Hörig“ mit Collagen des Autors (1997) und „Die Pendeluhren haben Ausgangssperre“ (1998). Besonders in den Jahren nach der Wende stieß er mit seinen Texten in Ost-Berliner Avantgarde-Kreisen auf größere Resonanz. 1998 erhielt Richard Anders den Wolfgang-Koeppen-Preis, 2007 den F.-C.-Weiskopf-Preis.

Anders hat in früheren Jahren viele bemerkenswerte Begegnungen gemacht, etwa mit Hans Henny Jahnn, dem damaligen „Finisten“ Peter Rühmkorf und – in Paris – mit Henry Miller, mit dem er lange Gespräche führte. Die Arbeit an seinen Tagebüchern, die ihn in den letzten Jahren beschäftigte, konnte er noch beenden. / Gabriele Killert, Tagesspiegel

102. Jeff Tagami gestorben

Der amerikanische Lyriker Jeff Tagami starb in Santa Cruz im Alter von 57 Jahren. Er wurde 1954 in Watsonville als Kind philippinischer Einwanderer geboren. 1995 erschien er in der Dokumentation „The US of Poetry“ mit dem Gedicht “Song of Pajaro”, das einen Tag im Leben der Bauern im Pajarotal beschreibt. Prägend für sein Werk wurde die Geschichte des 22jährigen Filipino Fermin Tobera, der 1930 bei viertägigen Rassenunruhen ermordet wurde. Sein Tod wurde ihm zum Symbol für alles, was in den Beziehungen zwischen „Kaukasiern“ (Weißen) und Filipinos schief lief. Sie kamen und glaubten an Amerika, auch wenn ihre Träume zerschmettert wurden. Seine Gedichte holten die Asienamerikaner aus dem Schatten. / Kimberly White, Santa Cruz Sentinel 27.6.

101. Unbekanntes von Reinhold Schneider

Unbekannte Dokumente zu Leben und Werk des katholischen Autors Reinhold Schneider hat die Badische Landesbibliothek Karlsruhe für die Forschung erschlossen. Der Nachlass der 1994 gestorbenen Freiburger Schneider-Vertrauten Maria van Look enthalte bislang unveröffentlichte Manuskripte, darunter Gedichte, Briefe und Fotografien. Eine Bestandsübersicht ist seit Donnerstag online. / Badische Zeitung

100. Ror Wolf 80

Im Entwurf seiner Dankesrede zur Verleihung des von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste vergebenen Preises »Hörspiel des Jahres 2007« schreibt Ror Wolf: »Ich könnte mich auf verschiedene Weise darstellen: Der Außenseiter. Der Nichtmitmacher.« Und er fährt fort: »Die Literaturindustrie erwartet totale Unterwerfung. Sie erwartet Autoren als Mitmacher, als Erfüllungsgehilfen einer Aufgabe: Es geht ausschließlich um die Höhe der Auflage. Quantität ist das einzige Kriterium für Qualität. – Alle Autoren, die versuchen, sich etwas wie Eigenart zu bewahren, sind in diesem Gelände unverwendbar, unnütz, unerwünscht, weil sie den Umsatz nicht steigern. Und weil sie sich nicht unterwerfen, weil sie sich nicht einmal anpassen, sind sie krank, gestört, oder wie hieß es damals: entartet. Sie sind entartet. – So gesehen wäre der eigenwillige oder, wenn Sie wollen: der eigensinnige Autor eine zwischen Mitleid und Verachtung dahinschleichende Person.« / Jürgen Roth, junge Welt 29.6.

Mehr: Stern

99. Laura Riding

EINE LESUNG? HEUTE ABEND? Während des SPIELS? OH THAT IS SO TYPICAL LAURA_RIDING!

Am 28.06.2012 um 21:00 Uhr

A reading series @ Saint George’s English Bookshop in Berlin

*****

SHANE ANDERSON (US)

CHRISTIAN HAWKEY (US)

LAURA (RIDING) JACKSON / CHRISTIAN FILIPS / MONIKA RINCK / BARRETT WATTEN (US/DE/DE/US)

KATE ZAMBRENO (US)

with videos curated

by FELISA FUNES

*****

on 28.06.12

@ Wörtherstr. 27

in Prenzlauerberg

BERLIN BERLIN

@ 21.00 (9 PM)

98. Lesung in Halle

29.6.2012, 20 Uhr

Lesung in der Goldenen Rose

Rannische Straße 19, 06108 Halle

Grafik: Annegret Frauenlob

Bertram Reinecke „Sleutel voor de hoogduitsche Spraakkunst

Passend ein „Cento“ aus Presseberichten:

„In der Tradition antiker Rhetorik und Parodiedichtung flickt Reinecke neue Gedichte aus fremden Versen zusammen … Nicht nur entlockt Reinecke den Versen Andreas Gryphius‘, Simon Dachs  und anderen einen ganz eigenen Ton, ihm gelingt auch das Kunststück, sie humor- und respektvoll gleichzeitig zu behandeln. Trotz ihrer Sprünge wirken Reineckes Montagen niemals willkürlich oder beliebig; sie folgen einer assoziativen Logik, die suggestiv mit ihrem déjà vu spielt. Dem Leser begegnen die Figuren einer prächtigen barocken Rhetorik, poetische Bilder, die wie Wolken Gestalt annehmen und sich wieder auflösen, aber auch abgebrochene Reden, verstört und stammelnd wie die Zeilen des späten Hölderlin. Die Verse sonnen sich nicht im Licht dieser Klassiker, erhellen vielmehr unsere Lesehaltung. Der Band füllt dabei auch bedeutende Lücken der Literaturgeschichte auf. Der Dichter zeigt uns virtuos die unausgeschöpften Möglichkeiten der Dichtkunst, auch der vermeintlich vergangenen, gerade an dem Punkt, an dem sich die heutige Lyrik oft an ihrer Verwechselbarkeit reibt. In dieser Monotonie bekommt die Reineckesche Dichtung beinahe etwas Alchemistisches, Rebellisches. Was – ehrlich gesagt – erholsam ist, wenn man zu viele Gedichtbände der modernen Wortlosigkeit gelesen hat. Einer der originellsten Lyrikbände der deutschsprachigen Literatur unserer Tage. Fast schon ein Klassiker.“

97. Lyrikbegeistert

Medellín feierte die „Inauguración“ vor viertausend lauschenden, ja begeisterten Zuhörern. Bei dreißig Grad und beständiger lauwarmer Brise saßen fünfzig Dichter aus beinahe ebenso vielen Ländern ihrem Publikum im Carlos Vieco Stadion gegenüber, und einer nach dem andern trat ans Mikrofon und sang, sprach artikuliert in den Zungen dieser Welt – bisweilen begleitet von Muschelhorn, Djembe, Tröte und Bravo-Rufen aus dem Publikum und jeweils tosendem Applaus. …

In diesem Jahr steht das größte Poesiefestival der Welt, das 2006 mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wurde, im Zeichen des Geistes der indigenen Völker. So sind die ersten fünf Dichter des Abends allesamt Repräsentanten nationaler Minderheiten. Eine Inuit schwingt die Trommel und beschwört die Götter ihrer Vorfahren, der lautstarke Maori Apirana Taylor, der bei der vorausgegangenen Pressekonferenz angab, dass er das Festival auch besuche, um Gemeinschaft in der großen Familie der Dichter zu finden, bläst ins Horn und überzieht seine Bühnenzeit gründlich. Vertreter anderer Volksgruppen Kolumbiens und ganz Südamerikas, gewandet in traditionelles Tuch, treten auf. / Nora Gomringer, FAZ

Zu den Teilnehmern gehören: Rachid Boudjedra (Algerien), Saba Kidane (Eritrea), Atala Uriana (Venezuela), Jane King (St. Lucia), Karenne Wood (USA), Hugo Jamioy Juagibioy (Kolumbien), Esdauletov Ulugbek (Kasachstan), Dunya Mikhail (Irak/ USA), Ion Deaconescu (Rumänien), Andreas Neeser (Schweiz), Andriy Bondar (Ukraine), Philip Hammial (Australien). Mehr

96. Poetry Storm

Heute abend (26.6.) wird London von einem poetry storm getroffen — ja, es wird Gedichte regnen. Das chilenische Kunstkollektiv Casagrande wird 100000 Gedichte von einem Hubschrauber abwerfen. Ähnliche Aktionen gab es bereits in Berlin 2010 und Warschau 2009 sowie in Chile 2001 (dort über dem Präsidentenpalast La Moneda, den General Pinochet 1973 bei seinem Putsch gegen Salvador Allende bombardieren ließ).

Die gegenwärtige Aktion soll symbolisch Gedichte abwerfen über fünf Städten, über denen bei kriegerischen Auseinandersetzungen Bomben fielen: Berlin, Warschau, Guernica, Dubrovnik, Santiago de Chile und London.

In London wird je ein Gedicht eines Autors aus jedem der 204 an den Olympischen Spielen teilnehmenden Länder sowie je 50 Gedichte chilenischer und britischer Dichter abgeworfen. Mit dem Abwurf startet Poetry Parnassus in London, das größte Lyrikfestival des Vereinigten Königreichs, das bis zum 1.7. dauert. / Hallie Sekoff, Huffington Post

Unter dem Link findet sich auch ein Video von den früheren Aktionen.

95. Poesietag in Basel

1979 lancierte Matthyas Jenny den ersten Poesietag in Basel. 1988 fand er zum letzten Mal statt. Mitte der 90er erstellte Jenny das Konzept für das Literaturhaus Basel, initiierte ein Literatur- und ein Lyrikfestival, sowie die Basler Buchmesse. …

Anfang September wird der Tag der Poesie nach 24 Jahren in Basel zu neuem Leben erwachen. In der Basler Innenstadt werden an verschiedenen Orten in verschiedener Form zeitgenössische Gedichte wie auch solche aus älteren Epochen präsentiert. Das Zentrum bildet ein Zelt auf dem Theaterplatz, wo regionale Lyrikerinnen und Lyriker aus ihren Werken vorlesen werden. / Cédric Russo, Tages Woche

94. Gema-Kasten

(Ists auch nicht Lyrik)

Modern Talking, noch jung und knackig – aber die Rente ist sicher. Für ihre reichen Mitglieder sorgt die Gema.

(Schreibt die Frankfurter Rundschau unter ein Foto). Und berichtet:

Die Gema pflegt gerne das Image einer karitativen Einrichtung, die sich um das Wohl aller Urheber sorgt. In Wahrheit gehen die dicken Brocken nur an die oberen 3400 wie Dieter Bohlen und Co.: 65 Prozent der Gema-Ausschüttungen fließen an fünf Prozent der Mitglieder.

Das Jahr 2010 war gut für die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, kurz Gema. Laut Geschäftsbericht hat sie rund 863 Millionen Euro erwirtschaftet und davon 735,9 Millionen Euro an ihre Mitglieder und andere Rechteinhaber ausgeschüttet. Etwa 127 Millionen Euro hat die Gema 2010 selbst verbraucht für ihre mehr als 1000 Mitarbeiter, den Unterhalt der beiden Generaldirektionen in Berlin und München sowie der sieben Bezirksdirektionen. Und die Gehälter des Vorstands wollen schließlich auch bezahlt werden. Der Vorstandsvorsitzende Harald Heker erhielt 484000 Euro, den Vorstandsmitgliedern Rainer Hilpert und Georg Oeller wurden 332000 Euro und 264000 Euro überwiesen. Die pensionsvertraglichen Bezüge der früheren Vorstände betrugen 554000 Euro. Da wundert es nicht, dass frühere Vorstandsmitglieder bis ins hohe Alter auf ihren Stühlen sitzen geblieben sind.

Gema-Logik: Wer mehr verdient, steigt auf

65000 Komponisten, Textdichter und Verleger sind als Gema-Mitglieder registriert, organisiert in einer Art Kastensystem, das streng einer frühkapitalistischen Logik folgt: Wer mehr verdient, steigt auf. Das Gema-Fußvolk und die breite Mehrheit unter den Urhebern sind „angeschlossene Mitglieder“, 54605 waren es 2010. Angeschlossene Mitglieder sind in den Ausschüssen, die über Verteilung und Auszahlungsmodalitäten entscheiden, praktisch nicht vertreten. Faktisch haben sie keine Rechte. Sie nehmen nur das Inkasso entgegen, das ihnen der Verein für die Nutzung ihrer Werke zuspricht.

Gema-Rentenzahlung: Nicht für jeden

Eine Übergangsstufe zur „ordentlichen Mitgliedschaft“ stellt die „außerordentliche Mitgliedschaft“ dar. Außerordentliche Mitglieder sind eingeschränkt wahlberechtigt und haben Anspruch auf Beteiligung an der so genannten Gema-Sozialkasse. Diese bietet nicht nur Leistungen bei Krankheit und Tod, sondern zahlt auch Renten aus. Aber eben nicht an alle, sondern nur an die außerordentlichen und vor allem die ordentlichen Mitglieder.

93. Verbotene Zone

Kaum etwas ist übrig geblieben von der einstigen Szene. Ganz historisch ist das alles geworden. Die zwei Spitzel sind vom westdeutschen Feuilleton dazu verwendet worden, die ganze Szene unter den Teppich zu kehren. Papenfuß, Matthies, Jansen, Faktor; wer spricht noch von ihnen? Nur Kolbe hat sich auf ein Treibgutstück retten können.

(Oder liege ich falsch, sehe ich das alles nicht richtig, ist mein nachgeborener, westdeutscher Blick zu astigmatisch? Und wären diese, meine Augen seine, hätte Nicolas Berggruen das genau so gesehen?) / Florian Voß, Verbotene Zone

92. Helles Entzücken

„Hört ihr das, so höhnen Honigprotokolle“ – mit diesem Auftakt fangen die meisten der 65 Gedichte an. Optisch kommen sie wie Prosa daher, in langen Zeilen ohne Reim, doch sind sie stark rhythmisiert und tragen auch sonst Kennzeichen lyrischen Sprechen, allen voran die Anrede. Dieses lyrische Ich will nicht allein sein, es möchte jemanden erreichen mit seinem Gesang. Während sie zeitgenössische Diskurs-Fragmente durcheinanderwirbelt, setzt Monika Rinck ganz selbstverständlich fort, was die Poesie in der Antike war: ein Gemeinschaftserlebnis, zu dem Gesang, Tanz und Rausch gehörten.

„Hört ihr das, so höhnen Honigprotokolle“, das klingt beim ersten Mal noch seltsam. Doch bald macht der Leser die Bewegung mit. Betört durch den Klang der Binnenreime, eingestimmt durch den Rhythmus der Wiederholung, genießt er es, wie jedes Gedicht durch den Schwung des Auftakts sofort in medias res landet.

Und so können sich diese Gedichte einfach alles einverleiben: Gedanken, Theorien, Weltbetrachtungen, aber auch ganz alltägliche Erfahrungen wie die Zubereitung eines Soufflés, das nicht fertig wird –

„Man lädt zum Essen ein, auf acht, und da liegt rohes Fleisch, ein Hügel Mehl,/ dreckige Karotten und ein Dutzend Eier und man sagt: Das ist das Soufflé,/ wenn Sie so wollen, oder wenn es jetzt nicht wäre, sondern in drei Stunden,/ oder wenn ich jemand andres wäre, dann wäre genau das: das Soufflé.“

Wer Freude am Denken hat und Abstraktionen dennoch mit Skepsis begegnet, der wird bei diesen Gedichten in helles Entzücken ausbrechen. Manche Sätze würde man am liebsten auswendig lernen: zum Beispiel „Abstraktion ist keine hinlängliche Antwort auf Unvorstellbarkeit“ oder „Analyse kann auch Stupor sein.“ Monika Rinck findet wunderbare Bilder, um Einwände gegen ihr Verfahren gleich mit einzubauen.

Der 1969 in Zweibrücken geborenen Monika Rinck werden nicht umsonst überall Lorbeerkränze gewunden. Sie beherrscht einfach alles, was man sich für Lyrik wünscht: die Vielfalt der Töne, die Modulation von Stimmungen, das Sinnbildlichmachen von Gedanken, Szenen des Alltags, den Aufschwung nach oben (wo einmal die Götter waren) und nicht zuletzt den Lobgesang auf Liebe, Freundschaft und Gemeinschaft. / Meike Feßmann, DLR

Monika Rinck: Honigprotokolle. Gedichte
Kookbooks, Berlin 2012
80 Seiten, 19,90 Euro

91. Akademie

16 neue Mitglieder wurden im Mai in die Berliner Akademie der Künste gewählt, darunter die Schriftsteller Elke Erb, Kerstin Hensel, Thomas Lehr und Monika Rinck. Die Akademie der Künste zählt nun in ihren sechs Kunstsektionen insgesamt 412 Mitglieder. / Pressemitteilung, 18.6.

90. NEIN!

Grass macht Schule. Oder war er in Liechtenstein zu Besuch? Jedenfalls bekamen alle Liechtensteiner dieser Tage nicht die Bild-Zeitung, sondern ein Gedicht ins Haus. Ein politisches! Es geht darum, wenn ich recht verstehe, daß dem Volk die absolute Monarchie erhalten bleiben muß. Und gereimt ist es auch:

89. Fußballparty mit Lyrik

Die schwarz-rot-goldene Fußballparty hat in Neuwied einen herben Dämpfer bekommen. Während des EM-Spiels Deutschland gegen Griechenland sollen sich Mitarbeiter des Sicherheitspersonals, die die Besucher auf das Gelände der VR-Bank-Fanmeile ließen, rassistisch gegenüber mehreren jungen, dunkelhäutigen Personen geäußert haben. …

„Wir hatten in unserer Gruppe erneut einen farbigen Jugendlichen dabei, und diesmal ereignete sich ein unglaublicher Eklat. Die Mitarbeiter der Sicherheitsfirma bestanden darauf, dass er, um letztlich eingelassen zu werden, zwei deutsche Gedichte aufsagen müsse.“ / Rhein-Zeitung