111. Cardenal geehrt

Ernesto Cardenal (87), nicaraguanischer Theologe, Dichter und Ex-Kultusminister* seines Heimatlandes, erhält am Donnerstag den Königin-Sofia-Preis für iberoamerikanische Poesie. Die mit umgerechnet gut 50.000 Franken dotierte Auszeichnung wird Cardenal in Madrid verliehen.

*) schreibt die Katholische Internationale Presseagentur Kipa/Apic. Ich hingegen glaube, daß er für Kultur zuständig war, nicht für Kultus. Als Minister. Hatte ihn der Papst nicht dafür gemaßregelt?

110. Moselfränkisch und Georgisch

Ich beziehe mich nicht gerne auf das, was andere über Bücher gesagt oder geschrieben haben, aber es gibt ärgerliche Punkte in Opitz’ Kritik, denen ich widersprechen muss.

Der wohl ärgerlichste (und nur auf diesen möchte ich ausführlich eingehen, weil er mich tatsächlich geschockt hat) bezieht sich auf den Umstand, dass der Band nicht nur die Gedichte von Crauss in deutscher Sprache, sondern auch Übertragungen einiger von ihnen in insgesamt zehn andere Sprachen enthält. Manche Gedichte werden nicht übersetzt, andere hingegen zwei- oder dreifach. Opitz zieht daraus den Schluss der Inkonsequenz und geißelt die Übersetzung in Sprachen wie Moselfränkisch oder Georgisch als „überambitionierte Polyphonie“ ohne Erkenntniswert. Er moniert eine „prätentiöse Mehrsprachigkeit, die nicht erhellend wirkt, sondern nur dem Pump up the volume-Prinzip zu dienen scheint“.
Das aber heißt, Crauss Beliebigkeit und konzeptuelle Willkür zu unterstellen.

Wer sich nur ein wenig mit dem Werk von Crauss auskennt, weiß, dass man ihm eines sicher nicht vorwerfen kann, und das ist Beliebigkeit. Es gibt wohl nur wenige Autoren, die sich so skrupulös mit dem eigenen Output beschäftigen wie er. / Stefan Heuer, satt.org

Crauss, Lakritzvergiftung. juicy transversions making your dick ache,.Gedichte. 180 Seiten, Softcover. Verlag J. Frank, Berlin 2011. 16,90 Euro

109. Jazz

Die Kompositionen der deutschen Jazzpianistin Julia Hülsmann entstehen häufig auf der Basis literarischer Werke, insbesondere von Gedichten wie beispielsweise von E. E. Cummings und Emily Dickinson, die sie nicht bloß vertont, ’sondern ihnen ein ganz neues musikalisches Leben einzuhauchen imstande ist‘, wie der Musikkritiker Robert Fischer sagt. / Süddeutsche Zeitung 13.11. S. 44.

108. Radikal wie Wulff?

Nachtrag zum Open Mike

Ist es deshalb nicht möglicherweise so, dass Christian Wulff den viel aufwendigeren, wütenderen, zersetzenderen Kampf geführt, sich viel weiter aus der eigenen Komfortzone hinausgewagt hat? Schließlich musste er sich tatsächlich mit dem Unangenehmsten und Widerständigsten beschäftigen, das es auf der Welt gibt: dem Realen. Viele deutsche Literaten begnügen sich indes mit dem gedämpften Raum ihres eigenen Gewissens und scheuen den Schritt in den Veronica-Ferres-Kosmos, weil der eben tatsächlich schmerzhaft wäre. Christian Wulff ist diesen Schritt gegangen, furchtlos schritt er voran.

Insofern ist die Hinwendung zur kleinen Realität, die auf dem Open Mike zu beobachten war, vielleicht eher als radikale poetische Strategie zu verstehen, denn als postideologischer Privatismus. Die jungen Schreibschüler formulieren einfach, was sie sehen, und mag das noch so banal sein. Und das, so der Lektor Daniel Beskos, ist auch ‚legitim, weil sie sich damit eben auskennen‘.

‚Einst glaubten wir, die Ausnahme zu sein, die sich dem metrischen System entzieht‘, heißt es bei dem Dichter Levin Westermann, der den Open Mike vor zwei Jahren gewonnen hat. Diese Metaphysik des Außenseiters ist den jungen Literaten fremd und indem sie das thematisieren, werden sie eben doch wieder an den Rand gedrängt, denn nichts ist unzeitgemäßer, als kein Individualist zu sein. Die Leute, die ’sich nicht verbiegen lassen‘ und ‚einfach ganz sie selbst sind‘, tummeln sich heute massenweise in den Oberstufenzentren und in Zweierreihen beim ‚Supertalent‘.

Die Außenseiter-Erzählung ist von Kulturikonen vom Range eines Bushido besetzt, denen dieses Rollenspiel nur deshalb nicht peinlich ist, weil ihnen entgeht, dass sie in jedem Moment ihre eigene Parodie sind, selbst wenn sie die Wahrheit sagen. Und genauso geht es jedem jungen Talent, das in Berlin-Mitte wohnt, auf Ausstellungen und Partys geht und einen aufrichtigen Roman über die Lehre seines Lifestyles schreiben möchte: Am Ende käme dann höchstwahrscheinlich doch wieder nur der vierhundertste Berlin-Mitte-Roman heraus, denn: ‚Wenn ich in Berlin-Mitte sitze, ist meine eigene Individualität inauthentisch‘, wie Juror Thomas von Steinaecker sagte.

/ Felix Stephan, Süddeutsche Zeitung 13.11.

107. Lyrikwiki

Aktualisierte Version der Projektbeschreibung:

Lyrikwiki Labor ist ein Wikiprojekt, das im Zusammenhang mit meinen Lyrikseminaren am Institut für deutsche Philologie der Universität Greifswald und meiner Arbeit an der Lyrikzeitung im April 2011 gegründet wurde. Ziel ist es, lyrikrelevante Artikel zu erstellen und mit der Zeit ein opulentes, d.h. vielseitiges aber nicht „vollständiges“ Lyriklexikon zu erstellen – gestützt auf Wikipedia, die erspart uns Vollständigkeit, dafür ein fachspezifisches Seitenprojekt. Mitarbeiten können Studenten meiner Seminare und andere Interessenten – weltweit.

Kein Hochglanzlexikon, kein „Alles über XXX“, eher eine Anlaufstelle für (auch abgelegenes) Expertenwissen. Relevanzdiskussionen wie bei Wikipedia soll es hier nicht geben. Dem Laborcharakter entspricht die Aufnahme von Entwürfen und Fragmenten. Wer mehr oder Genaueres zu einem Gegenstand weiß, ist eingeladen, es hier einzubringen.

Dem gegenwärtigen Konzept zufolge könnte es eine Mischung von Enzyklopädie und Datenbank werden. Leitlinien sind: Labyrinth, Fragment, Nukleus.

Lyrikwiki arbeitet nach dem Platzhalterkonzept: Zitate, Verweise, Artikel aus der Lyrikzeitung oder bibliographische Hinweise mögen Inhalte repräsentieren und vernetzen, bis sie jemand ausbaut oder ersetzt.

Wenn Vollständigkeit und Ausgewogenheit nicht zu erreichen sind: fort damit! Lyrikwiki soll Einträge über Namen, Sachen und Titel umfassen, Titel kann vom Buchtitel bis zum einzelnen Gedichttitel gehen. Bunt, viel, professionell soll es sein. Laßt 1000 Artikel blühen! Jährlich! Wer macht mit?

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106. TV und Tod

Alles Notwendige zum Themawochenthema Tod im oder auch erst durch Fernsehn hat der Dichter Peter Hacks in seinem Couplet »Hingang« gesagt:

»Er sah noch eine halbe Nacht lang fern, / Jeden Kanal, und starb dann äußerst gern.« / Wiglaf  Droste, Junge Welt

105. Phobos

unaufhebbare Einsamkeiten:

ich bin ich u.
du bist du
keine Beatmung hilft.

Das ist bis in den Kern der Grammatik Resignation, die womöglich gesagt werden muss, trotz einer eigenartigen »Hoffnung« im Verschweigen oder Zögern vor dem »und«, einer diktatorischen Konjunktion. Eine Resignation, die Motiv und Leben des Phobos sein mag, eine Version, sich ihm zu stellen. Wichtiger und dennoch wie eine Korrespondenz scheint ein anderes Beben: der »Zärtlichkeitsraum«, in dem das Du, im »Aufwachgebiet«, »[nicht] noch einmal wirklich« gesagt werden muss (»UEBER DAS VERGESSEN«). / Frank Piegeler, GlobKult

Ralf Willms: Phobos. Notat-Gedichte. Heidelberg (Manutius) 2012

104. Zwedschgä

Auf den zweiten Blick aber zeigt sich, dass Zwetschgen für den Dichter Fitzgerald Kusz ein Synonym für alles Gute sind, was einem im Leben (und danach) überhaupt passieren kann. Ganz egal, ob man die Süße der Zwetschgen einfach nur genießt, wünscht ein »Zwetschgenmoo« zu sein oder sich Glückseligkeit einfach nur so vorstellt: »im siebdn himml/aff Wolke siem/middi siem zwerch/siem zwedschgä essen«.

Doch bei seiner Betrachtung der Zwetschgen und anderer Dinge, die die fränkische Seele beschäftigen, begnügt sich Kusz nicht mit Schwärmereien. Seine Gedichte sind vielschichtiger. Sie handeln nicht nur vom »baradies«, sie bestehen auch den »stresstest«, haben den »blues« und sind auf der Suche nach der verlorenen Zeit, in der das Wünschen noch geholfen hat. / Der Neue Wiesentbote

Fitzgerald Kusz: Zwedschgä. Gedichte
Klappenbroschur,128 Seiten,Format 12,6 x 21 cm,ISBN / Bestellnr.:978-3-86913-178-8
12,90 EUR

103. Lyrik in Wien

Ist das Kunst oder kann das weg? In Wien ist alles klar. Der „Zettelpoet“ Helmut Seethaler schreibt, Dienstag 20.11. 2:50 Uhr:

Unfassbare Unglaubliche literatur-zerstoerungswut einer wiener linien kontrollorin. Ubahnstation schwedenplatz. Derzeit beinah taeglich.

102. Mondseer Lyrikpreis für Preiwuß

Der Mondseer Lyrikpreis 2012 geht an die Deutsche Kerstin Preiwuß. Das wurde am Samstag von der Jury beschlossen. Der heuer zum achten Mal ausgeschriebene Preis ist mit 7.500 Euro dotiert und wird im Dezember im Schloss Mondsee überreicht. „Die Gedichte der Autorin Kerstin Preiwuß zeichnen sich durch Vielstimmigkeit aus, in der sich Anklänge an das Märchen und an Zaubersprüche finden.

Die Lyrikerin nimmt Formen des klassischen Gedichts auf und verwandelt diese in eine einfache und zugleich rätselhafte Bildsprache voller Musikalität“, heißt es in der Begründung der Jury, der auch die Vorjahrespreisträgerin Nadja Küchenmeister angehörte. / Kleine Zeitung

Hier mit Foto und einem zweiten Juror (von 5)

Hier noch mehr:

Jury: Ilma Rakusa, Zürich, Hans Höller, Salzburg, Klaus Siblewski, München, Anton Thuswaldner, Salzburg und die letzte Preisträgerin Nadja Küchenmeister, Berlin

101. Dichtender Unternehmer

Während er auf die Unterzeichnung seines Island-Deals wartet, veröffentlichte der chinesische Unternehmer Huang Nubo einen Band mit Gedichten über das Leben.

Der Präsident der Beijing Zhongkun Investment Group Huang Nubo machte jüngst Schlagzeilen mit der Absicht, in Island Land zu erwerben. Aber der Billionär [heißt vermutlich Milliardär, aber wer weiß?] ist auch unter dem Dichternamen Luo Ying wohlbekannt.

Der neue Band enthält zwei in Stil und Bildlichkeit scharf getrennte Arten von Gedichten: einmal humoristisch-realistische Blicke auf die Jugend, zum anderen philosophische Betrachtungen der Mikrowelt wie Sand oder Käfer.

Die Gedichte des Bandes sind exakt mit Datum, Uhrzeit und Ort der Entstehung versehen (die Hälfte im Flugzeug) und bieten so „die seltene Möglichkeit, in das geheime Leben eines Dichters am Werk“ zu blicken, sagte der Dichter und Kritiker Hu Xudong. / China Daily

100. KOOKread

In unserer liebsten international befreiten Zone, dem Kvartira Nr. 62 in Kreuzberg, gibt es bei KOOKread auch diesmal wieder tolle junge und jüngste Literatur mit Musik, auf Deutsch, Polnisch, Englisch und – äh – Österreichisch.

Gerhild Steinbuch ist eine der spannendsten Theaterautorinnen ihrer Generation in Österrreich. Zur Zeit arbeitet sie unter anderem an einem ersten Roman. Sie liest Prosa und andere Textflächen.

Carl-Christian Elze hat einen Gedicht-Zyklus geschrieben über Olsztyn in Polen, wo er an einem Übersetzungsworkshop teilnahm. Karolina Golimowska war ebenfalls da und hat den Zyklus ins Polnische übersetzt. Sie lesen ihn, zum Erscheinen in Druck, zusammen, in beiden Sprachen.

Und mit Max Wallenhorst präsentieren wir einmal mehr ganz junge, gute Literatur – Wallenhorst ist 19 Jahre alt, war aber schon 2010 Preisträger des Treffens Junger Autoren der Berliner Festspiele und 2011 Gast des Internationalen Literaturfestivals Berlin.

Dazu kuratiert uns Rike Scheffler wieder schöne Musik:

Donna Stolz spielt „a bunch of little songs straight from the heart“ –http://donnastolz.bandcamp.com/

Dienstag 20 Uhr
Kvartira 62
Ecke Skalitzerstr Wrangelstr/ Lübbener Str.18, 10997 Berlin
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Carl-Christian Elze wurde 1974 in Berlin geboren und wuchs in Leipzig auf. Nach dem Studium arbeitete er im Zoologischen Garten Berlin, um recht bald einen eigenen Zoo zu gründen, was leider ausfallen musste, bis jetzt. Auch Gedichte kamen dazwischen. Seit 2002 ist er Redakteur und Mitherausgeber der Literaturzeitschrift plumbum. Von 2004-2008 tummelte er sich erneut studentisch am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Sein zweiter Gedichtband „gänge“ erschien in der Connewitzer Verlagsbuchhandlung Leipzig 2009. Elze schreibt neben Gedichten auch Kurzprosa und Drehbücher. Zuletzt erhielt er 2010 ein New York-Stipendium des Deutschen Hauses NY und der Max Kade Foundation.

Karolina Golimowska, geboren 1985, aufgewachsen in Warschau, ist Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin/Konferenzdolmetscherin für Polnisch. Zusammen mit Carl Elze nahm sie im September 2011 an dem Projekt „LyrischerTRANSFERPoetycki“ in Olsztyn (Allenstein) teil, bei dem Elzes Gedichtzyklus und die Idee, ihn zu übersetzen, entstanden sind.

Gerhild Steinbuch, 1983 in Mödling (Österreich) geboren, studierte Szenisches Schreiben in Graz und studiert seit Herbst 2012 an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“. Neben vielen anderen Auszeichnungen und Preisen war sie bereits 2004 Gewinnerin des Stückewettbewerbs der Schaubühne am Lehniner Platz, bekam 2005 den Reinhard-Priessnitz-Preis, 2006 den Manuskripte – Förderpreis in Klagenfurt und 2008 den Deutsch-Französischen Autorenpreis. In der Saison 2008/2009 war Steinbuch Hausautorin des Schauspielhaus Wien. Sie arbeitet zur Zeit u.a. an ihrem ersten Roman „Berge und Täler mit Männern und Frauen“.

Max Wallenhorst, geboren 1993, lebt in Hannover. Preisträger des Treffens Junger Autoren 2010, 2011 Gast des Internationalen Literaturfestivals Berlin. Jemand kommentierte am seinem Blog: „in ein paar jahren ist dir dieser hochprätentiöse, pubertäre gymnasiast-macht-auf-kerouac-um-bräute-aufzureißen-mist peinlich, hoffe ich“. Zum Tod seines Patenonkels Michael Quasthoff schrieb er in der taz stattdessen Sätze wie: „Zu meinem 13. Geburtstag hast du mir ein Album von Tocotronic geschenkt, und jetzt schreibe ich Songzeilen auf meine Hände. Oder so ein Scheiß. […] Und eigentlich will ich zu dir gehen, tausend Fäuste in die Luft werfen und so was schreien wie, dass wir weitermachen, und so, aber ich lasse es lieber, das wäre dir bestimmt zu kitschig.“

99. Aus dem wirklichen Leben

Als NN kürzlich ihren Briefkasten öffnete, traute sie ihren Augen nicht. Bereits der Absender auf dem inliegenden Kuvert ließ ihr das Herz bis zum Hals schlagen. Als sie den Inhalt des Umschlags gelesen hatte, da war die Freude groß.

Die Leitung der Bibliothek deutschsprachiger Gedichte in Gräfeling bei München teilte ihr mit, dass sie als Autorin in der diesjährigen Anthologie mit dem Titel „Ausgewählte Werke XV“ vertreten sein wird.

„Ich habe nicht damit gerechnet“, sagt die 59-Jährige. Mit ihrer Bewerbung zur Aufnahme in die Gedichtesammlung hatte N sehr persönliche Zeilen gewählt. Unter dem Titel „Für unseren lieben Vati“, brachte sie die Worte nach dessen Tod zu Papier.

„Das Buch bekommst Du dann zu Weihnachten geschenkt“, versprach Ehemann Y. *

*) „Das alles verdank ich der Presse“ (Adolf Endler, 1973)

Ausgewählte Werke XIII
Bibliothek deutschsprachiger Gedichte
(Realis)
Halbleinen
ca. 992 S. 66,00 Eur[D]
incl. MwSt

98. Rätselhaft: Emerenz Meier

Die 16. Landshuter Literaturtage widmen sich dem erst posthum berühmt gewordenen Werk von Emerenz Meier – und der Zeit der bayerischen Amerika-Auswanderer (…)

Für ihn ist die Dichterin, mit der er sich seit 1974 beschäftigt, ein Phänomen. ‚Sie wird die Menschen gerade wegen ihrer Rätselhaftigkeit noch lange beschäftigen.‘ Göttler hat am Dienstag auch den Eröffnungsvortrag der Landshuter Literaturtage gehalten. ‚Ich bin mir sicher‘, sagte er, ‚dass die Emerenz den Obama gewählt hätte.‘ Mitgebracht hatte er das am Passauer Orbankai stehende Modell der von der Künstlerin Christine Wagner geschaffenen Statue der Emerenz Meier, das deren Unangepasstheit deutlich zum Ausdruck bringt. Zu den Literaturtagen erscheint nicht nur eine Neuauflage der Gesammelten Werke (Morsak Verlag Grafenau), sondern auch ein reich bebildertes Buch mit zahlreichen Briefen der Schriftstellerin und einer Einführung von Paul Praxl (Dietmar Klinger Verlag Passau).

Hans Kratzer, Süddeutsche 9.11.

Das Programm der Literaturtage (bis 28.November) unter www.landshut.de/literaturtage . Telefon 0871/88-1616. Zwei Ausstellungen zum Thema Auswanderung (Röcklturm) und Leben und Werk der Emerenz Meier (Rathausfoyer). Nächste Veranstaltungen: 11. November, 19 Uhr: Auswandererlieder und neue Heimatmusik, Salzstadel; 12. November, 19 Uhr: Dieter Fischer und Ina Meling lesen Erzählungen von Emerenz Meier, Ort: Salzstadel; 16. November, 19 Uhr: Mein Wald – Mein Leben oder die Sehnsucht der Emerenz Meier, Gedichte, Texte und Musik mit Michaela Stögbauer und Kurt Schürzinger, Gasthaus Zum Freischütz.

97. National Book Awards

Der National Book Award (NBA) der USA für Lyrik geht an den Dichter David Ferry für seinen Band ‘‘Bewilderment: New Poems and Translations’’.

Der Preis für Prosa geht an Louise Erdrich. Die Autorin mit indianischen und deutschen Vorfahren wird für ihr Buch „The Round House“ ausgezeichnet. Louise Erdrich hat Romane, Gedichte und Kinderbücher veröffentlicht.

Der Preis für Jugendliteratur geht an William Alexander und der für Sachbücher an Katherine Boo für „Behind the Beautiful Forevers: Life, Death, and Hope in a Mumbai Undercity“ über das Leben der Armen in Indien und die Korruption der Regierung.