„Dying is an art like everything else / I do it exceptionally well“, schrieb Sylvia Plath in ihrem Gedicht „Lady Lazarus“. Es ist der Ausgangspunkt für ein neue Projekt in der Opera stabile. Am Samstag, den 24. November 2012, startet mit „I am your opus“ die Reihe Black Box 20_21. Die Studiobühne der Staatsoper wird zum Experimentierfeld für eine innovative Form des Musiktheaters, in der Kompositionen und Texte aus dem 20. und 21. Jahrhundert einander gegenüber gestellt werden. Szenisch umgesetzt soll eine neue interpretative Richtung entstehen. / Hamburg Magazin
“Lassen sich poetische und gedanklich fordernde Beziehungen zwischen Ökologie und Literatur herstellen?” Mit dieser Frage Anja Utlers nahm eine poetische, eine poetologische Annäherung an die Thematik und Strömung “Ecopoetics” für uns ihren Ausgang, die zu weiteren führte: Wo beginnt ökologische Dichtung, und wo steht Lyrik, die sich nur motivisch der Natur bedient? Was passiert bei den “substanziellen und produktiven Reibungen” zwischen Ökologie und Kultur? Unter internationialer Beteiligung – von Kanada bis Slowakei – spürt das Lyrikdossier der EDIT #60 dem nach, zeigt Texte, die in diesem Spannungsfeld entstehen und stellt sie hier – in Kooperation mit lyrikkritik.de – zur Diskussion.
Die Hamburger Förderpreise für Literatur und literarische Übersetzungen werden seit 1983 vergeben. Sie gelten als eines der traditionsreichsten und bestdotierten Autorenförderprogramme im deutschsprachigen Raum. In diesem Jahr haben sich etwa 200 Schriftstellerinnen und Schriftsteller am Wettbewerb beteiligt.
Die unabhängige Jury hat nun ihre Auswahl aus den anonymisierten Texten getroffen. Je einen Förderpreis über 6000.- Euro werden erhalten: Jo Berlien, Friederike Gräff, Herbert Hindringer, Benjamin Maack, Magdalena Saiger, Judith Sombray. Je einen Förderpreis für literarische Übersetzungen über 2500.- Euro* werden erhalten: Michael Kellner, Andreas Löhrer, Inka Marter.
Kultursenatorin Frau Prof. Barbara Kisseler wird die Preise am Montag, dem 3. Dezember 2012, um 19.30 Uhr, im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung im Literaturhaus Hamburg überreichen. Anschließend begründet die Jury ihre Wahl, und die Preisträger präsentieren ihre Arbeiten. / Mehr
*) Und weil Übersetzen irgendwie die halbe Arbeit ist, genauer 41,67 %, wird es um den entsprecenden Prozentsatz niedriger gefördert, logisch.
BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE
It’s a good thing to have a poem about voting in the week of the election, and here’s a fine one by Judith Harris, who lives in Washington, D.C.
My Mother Goes to Vote
We walked five blocks
to the elementary school,
my mother’s high heels
crunching through playground gravel.
We entered through a side door.
Down the long corridor,
decorated with Halloween masks,
health department safety posters—
we followed the arrows
to the third grade classroom.
My mother stepped alone
into the booth, pulling the curtain behind her.
I could see only the backs of her
calves in crinkled nylons.
A partial vanishing, then reappearing
pocketbook crooked on her elbow,
our mayor’s button pinned to her lapel.
Even then I could see—to choose
is to follow what has already
been decided.
We marched back out
finding a new way back down streets
named for flowers
and accomplished men.
I said their names out loud, as we found
our way home, to the cramped house,
the devoted porch light left on,
the customary meatloaf.
I remember, in the classroom converted
into a voting place—
there were two mothers, conversing,
squeezed into the children’s desk chairs.
American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2012 by Judith Harris, whose most recent book of poems, Night Garden, is forthcoming from Tiger Bark Press, spring 2013. Poem reprinted by permission of Judith Harris and the publisher. Introduction copyright © 2012 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.
Kann man nach Auschwitz noch Gedichte schreiben? Kann man nach dem Holocaust Opern komponieren? Kann man Musiktheater über die Schoah aufführen? Wer sich literarisch oder szenisch mit der Vernichtungsmaschinerie der Nazis auseinandersetzt, steht unweigerlich vor solchen Fragen im Anschluss an Theodor W. Adornos Verdikt: „Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch.“
Magret Wolf stellt sich mit ihrer „musikalisch-szenischen Aktion“ mit dem Titel „Refidim Junction“ bewusst außerhalb des Genres Oper. Sie erzählt darin nicht, sondern ordnet historisch-dokumentarisches Material an, verknüpft es mit einer Musik, die komplexe Strukturen aufweist. (…)
Ein weiteres Dokument, die Namen der 202 Würzburger Juden, die 1941 deportiert und zumeist in den Vernichtungslagern umkamen (so auch Marianne Dora Rein), wird im Laufe des Stücks vom siebenköpfigen Chor in die „Aktion“ hinein gesungen und gesprochen.
Schließlich mischt die Komponistin Gedichte – „Ein Jude aus dem Ghetto bin ich“ von Rywka Kwiatkowski und „Niobe“ von Marianne Dora Rein – in das Textgewebe. / Jürgen Strein, Fränkische Nachrichten
Der mit 8000 Euro dotierte Georg-Trakl-Preis für Lyrik des Landes Salzburg geht heuer an die deutsche Schriftstellerin und Übersetzerin Elke Erb. Den parallel dazu ausgeschriebenen Georg Trakl-Förderungspreis 2012 erhält der in Salzburg lebende Autor Christian Lorenz Müller. Das gab am Dienstagnachmittag Kulturreferent LHStv. David Brenner (SPÖ) bekannt. Die Verleihung erfolgt am 30. November im Rahmen des „Dialoge“-Festivals der Stiftung Mozarteum.
Bisherige Preisträger waren unter anderem Ernst Jandl (1974), Friederike Mayröcker (1974), Ilse Aichinger (1979), Julian Schutting (1989), Franz Josef Czernin (2007) oder zuletzt Michael Donhauser (2009).
Die dreiköpfige Jury, bestehend aus Dr. Uta Degner (Universität Salzburg), Dr. Fabjan Hafner (Universität Klagenfurt) und Dr. Thomas Wohlfahrt (Literaturwerkstatt, Berlin), begründete ihre Entscheidung für Elke Erb folgendermaßen:
„Elke Erbs lyrisches Werk zeichnet sich durch eine einzigartige Stimme aus, in der sich hohe ästhetische Sensibilität, souveräne Autonomie von ästhetischen Konventionen, Experimentierfreude, Gesprächslust und poetologische Reflektiertheit verbinden. In ungewöhnlicher Weise gelingt es Erbs Gedichten, sich als ‚Werdende‘ sichtbar zu machen, sie treten nicht mit der Autorität festgefügter Endgültigkeit auf, sondern als lebendige, noch in Bewegung befindliche, und besitzen gleichsam offene Möglichkeits-Horizonte. Erbs Texte lassen ihre Leser(innen) teilhaben an einem vieldimensionalen, unabgeschlossenen Prozess von Denken und Dichten, sie besitzen eine beeindruckende gedankliche Versabilität, die auch nicht davor zurück scheut, eigene Publikationen erneut zur Disposition zu stellen. Immer orientiert am Konkreten, halten sie sich vollkommen frei von Ideologie und verweigern sich trotz ihrer Einladung zur Partizipation jeglicher Vereinnahmung.
Die Haltung unprätentiöser, neugieriger Wachheit sowohl gegenüber dem Vorhandenen, als auch gegenüber den darin enthaltenen, unendlichen Möglichkeiten von Welt und Sprache verleihen den Dichtungen einen abenteuerlichen Geist und eine Intensität, die weit über das hinausreichen, was die einzelnen Texte jeweils sprachlich machen. Mindestens ebenso zentral ist, was sie jenseits ihrer selbst möglich machen: Sie wirken nämlich auf gänzlich unpathetische Weise befreiend: sie schenken ihren Leser(inne)n eine ästhetische Erlebnisfähigkeit, die deren Leben, Lesen – und vielleicht auch Schreiben – um die Dynamik des Offenen bereichert.“ / Land Salzburg
Der Wettbewerb Open Mike
Unter den 586 Prosa-Einreichungen, so konstatierte denn auch Daniel Beskos stellvertretend für die Lektoren, habe es nur „wenig Experimentelles“ gegeben.
Anders im Bereich Lyrik: Unter den Gedicht-Beiträgen stachen neben denen Piekars auch die des Berliners Arne Vogelgesang (Jahrgang 1977) heraus. Vogelsang, ein stilsicherer Wortakrobat mit erfrischenden Bildern, hätte eindeutig auch einen Preis verdient. Auch wenn Christoph Buchwald, zuständig für die Lyrik-Auswahl, beklagte, dass unter den 48 Lyrik-Einreichungen keine gewesen sei, die sich mit Utopien beschäftigt habe.
Was allen Finalisten meisterlich gelang, war die Vortragsweise: klares, fehlerfreies, betontes Sprechen ohne theatralische Übertreibung. / Angelo Algieri, Saarbrücker Zeitung
«Tools», nach «Loops» und «Pools» der dritte Gedichtband des 1969 in Hamburg geborenen Matthias Göritz, versammelt, sehr modern und ganz altmodisch, Verse, die noch einmal nach der Conditio humana fragen. Und die schöne Antworten geben können, Momente von irisierender Intensität: «Es ist das / Hin und Her, was uns fasziniert. Das nicht / Festgelegte.» An Realitätspartikeln steigen vergangene Welten auf und öffnen sich nun zu surrealen Räumen, fliessenden Collagen: «Ein Rätsel klopft an, // das von Grossmutters Schrank. Mit dem / Radio. Den beleuchteten Skalen. / Sie klingen wie Schiebetüren. Damals // glitten sie die Strassen entlang. Meine / Eltern. Es waren Spontanzeugungen in // Gedanken.» Viele Texte reflektieren die Genese ihrer Bilder. Wie die Übergänge vom Wachen zum Schlafen sind auch die Passagen vom geteilten Alltag hin zum Unabsehbaren erinnerter Intimität nicht genau zu bezeichnen. Ihre Realität im Gedicht bleibt beweglich. / Angelika Overath, NZZ
Matthias Göritz: Tools. Gedichte. Berlin-Verlag, Berlin 2012. 113 S., Fr. 29.90.
Vom Israel-Gedicht „Was gesagt werden muss“ über die Griechenland-Verse bis zum 85. Geburtstag: Kaum eine Woche des Jahres verging ohne Schlagzeile zu Günter Grass. Der Osnabrücker Germanist Volker Neuhaus legt jetzt die Biografie des Literaturnobelpreisträgers vor. Welche Kapitel er im Licht der Debatten sein Buch umschreiben musste, erzählt er im Interview.
Sein Fazit:
Grass gilt zu Recht als dritter deutscher Weltautor – nach Goethe und nach Thomas Mann.
Volker Neuhaus: „“Günter Grass“. Steidl. 460 Seiten. 19,80 Euro.
„Lietzenlieder“ nennt der Berliner Lyriker Uwe Kolbe seinen neuen Gedichtband und lässt damit gleich in einem einzigen Wort eine Vielzahl von Bedeutungen anklingen. Die Lietze als Alter Ego, stellt sich der Poet hier nicht als edler Singvogel, sondern selbstironisch als krächzendes Berliner Blässhuhn dar. Aber die „Lietzenlieder“ sind auch eine ganz ernst gemeinte sprachhistorische und kulturgeschichtliche Verortung der eigenen poetischen Lebensarbeit: in der bewussten Rückbesinnung auf die slawischen Ur-Siedler Brandenburgs, ihre Sprache, die von Naturgottheiten und heidnischen Bräuchen geprägte Mythologie. Dort bei seinen slawischstämmigen Vorfahren, viele Jahrhunderte vor der als Ostberliner Bürger erlebten zeitgenössischen Geschichte des geteilten und wieder vereinigten Deutschlands, findet der Autor seine poetische Urverfassung – das Lietzenlied… / Michaela Schmitz, DLF
Uwe Kolbe: „Lietzenlieder“, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main
Man kann gar nicht soviel nach-schlagen wie man… brechen müßte: auf-, den Stab –, ins Horn, was weiß ich.
Lyrische Bildhaftigkeit hatte auch der Prosatext von NN zu bieten.
Ja, was sich die Zeitungsschreiber darunter vorstellen. Irgendwie lyrisch, so bildhaft halt. Steht in der Zeitung, es muß stimmen.
Inhaltlich wurde „Utopielosigkeit“ (Christoph Buchwald) diagnostiziert, das seit einigen Jahren als Stoff beliebte Großelternsterben soll in den eingesandten Texten weitergegangen sein, wurde dem öffentlichen Publikum aber zugunsten von unerfülltem Beziehungsleben* vorenthalten.
Ja, das sind Experten, die wissen das. Die Zeitung schreibts auf, da kann mans nächstes Jahr zitieren. Ohne Quellenangabe, versteht sich.
Demgegenüber** steht eine inzwischen hohe Professionalität➶ der jungen Autoren. Bei der Lyrik konnte man ein großes Formbewusstsein beobachten, weder vor traditionellen Formen wie dem Sonett noch vor Reim➶➶ und Alliteration scheuen heute die Lyriker zurück, blieben aber oft doch merkwürdig spröde, unsinnlich und oft kleinteilige Spracharbeiten.
Professionalität, Formbewußtsein: verdächtig ist das schon. Alles Akademiker wahrscheinlich. Nichts zu sagen, aber das geschwollen ausdrücken!
„Dankeschön, oder in meiner Generation: Scheiß egal“, sagte dagegen der 22-jährige Lyrikpreisträger Martin Piekar.
Ein 22jähriger, ich unterstelle mal, da Lyriker, nicht Großverdiener, dem es scheißegal ist, daß er grad 2.500 Eier bekam? Steht in der Zeitung. Generationsforscher werden es zu zitieren wissen.
Jemand aus dem Publikum meint, er habe „Scheiße, geil!“ gesagt. Klingt mir plausibler, steht aber nicht in der Zeitung.***
Mir plausibler, mal genau gesagt. Aber kommts auf mich an? Ich gehöre eingeschlossen, bzw. gehöre, da aus dem Osten, vielleicht zu den 16 % mit einem „geschlossenen rechtsextremen Weltbild“. Steht in der Zeitung, noch dazu einer, die ich seit 20 Jahren abonniert hab, leicht überteuert (sie nennen es „politischer Preis“):
Die Wissenschaftler sind alarmiert: Fast jeder sechste Ostdeutsche hat laut einer neuen Studie ein „geschlossenes rechtsextremes Weltbild“.
Jeder sechste? In meinem Haus wohnen rund 20 Menschen, das wären dann mehr als 3. Nein, meinen Nachbarn mag ich das kaum zutrauen, ob ich es nicht doch selbst bin? Mich haben sie zwar nicht gefragt, aber die haben schon ihre wissenschaftlichen**** Methoden.
Menschen mit einem „geschlossenen rechtsextremen Weltbild“ sehen unauffällig aus und tarnen sich beim Reden mit dem Nachbarn. Nur wenn Experten k0mmen, sagen sie ihre wahre Meinung. Sie wählen CDU, SPD, Grüne oder Piraten (alles Parteien, die in Greifswald mehr Stimmen haben als die Nazis).
Interessant sind die Fragen der Experten.
– „Was Deutschland jetzt braucht, ist eine einzige starke Partei, die die Volksgemeinschaft insgesamt verkörpert“ finden gut 19 Prozent der Ostdeutschen (West: 15)
19:15 also. Messerscharf folgern die Experten, daß uns Normalos der Atem schon mal stockt:
In den ersten Jahren stellten die Wissenschaftler noch im Westen des Landes häufiger ein „geschlossenes rechtsextremes Weltbild“ fest als im Osten. Das hat sich inzwischen eindeutig geändert: 2012 hatten gut 7 Prozent der Westdeutschen nach den Kriterien der Forscher eine durchgehend rechtsextreme Einstellung, in Ostdeutschland waren es knapp 16 Prozent.
Demnach meinen 8 Prozentpunkte der Westdeutschen, die die Volksgemeinschaft durch eine starke Partei vertreten wünschen, das gar nicht rechtsextrem, wohl aber eindeutig 16 von den 19 Prozentpunkten der Ostdeutschen mit der gleichen angekreuzten Ansicht.**
– „Auch heute noch ist der Einfluss der Juden zu groß“ finden 19 Prozent der Ostdeutschen (West: 20)
19:20, auch interessant. Liegt Lübeck eigentlich im Osten oder Westen? Die Unterschiede sind ja nicht nennenswert. Ein gepflegter Antisemitismus muß gar nicht rechtsextrem sein. – Folgerichtig auch diese Zahlen:
– „Der Nationalsozialismus hatte auch seine guten Seiten“ finden knapp 9 Prozent der Ostdeutschen (West: 11).
Im Westen gibts einfach mehr Autobahnen.
Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast, soll Churchill gesagt haben. Für unseren Fall variiere ich eine Strophe von Wolf Biermann:
Und auch die deutschen Professorn / was haben wir bloß an denen verlorn / die wirklich manches besser wüßten / wenn sie nicht
Experten wären. Experten & Zeitungsschreiber. Warum vergeude ich immer noch meine Zeit mit denen? Nächstes Jahr lese ich 2 Zeitungen weniger. Schreib ich mir eben mehr selber.
Quellen: Frankfurter Rundschau / Deutschlandradio / taz
___________________
*) wie Goethe (der alte Faust, der junge Werther).
**) In meiner Jugend bedeutete demgegenüber was andres als dem gegenüber, aber daran sind andre Experten schuld.
***) okay, jetzt stehts in der Lyrikzeitung, aber das ist keine richtige Zeitung, Richard sagt das auch.
****) wassenschuftler, wissenschaftler (Papenfuß)
*****) Daß meinem ostdeutschen Laienverstand eine solche Fragestellung provokatorisch vorkommt, so daß ich fast meine, solche Frage von irgendeinem akademischen Lackaffen mit rheinischem Dialekt gestellt provoziere bei manchen Befragten – ich kanns mir bei meinem verstorbenen Vater vorstellen, der in Ulbrichts DDR Adenauerfan war zu meinem Leidwesen und der, wenn die weggegangen wären, gesagt hätte: „Die Heijeijen“ (Heugeigen******) – genau die erwarteten Antworten.
******) Mildere Form von Arschgeigen.
➶) „Die meisten anderen Texte waren sehr klar und oft, wie moniert wurde, mit einer „erschreckenden Professionalität“ geschrieben und vorgetragen.“ (Zeitung über den open mike 2011)
➶➶) Weder Sonett noch Reim!
Die Gewinner des 20. open mike stehen fest
Die Juroren des 20. open mike haben entschieden: Die Preise für Prosa gingen an Juan S.Guse (Hildesheim) für den Text „Pelusa“ und an Sandra Gugic´(Berlin) für den Text „Junge Frau, undatiert“. Der Lyrikpreis des open mike ging an Martin Piekar (Bad Soden). Den Preis der taz-Publikumsjury erhielt Joey Juschka (Berlin) für den Text „SCHAF e.V.“.
Der open mike wird von der Literaturwerkstatt Berlin und der Crespo Foundation ausgelobt und ist mit insgesamt 7500,- EURO dotiert.
Aus den über 630 eingegangenen gültigen Bewerbungen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum wählten sechs Lektoren aus renommierten Verlagen die 22 Autoren und Autorinnen aus, die am 10. und 11. November 2012 beim Finale im Heimathafen Neukölln in Berlin ihre Texte vortrugen. Die Juroren Marcel Beyer, Thomas von Steinaecker und Silke Scheuermann kürten die Gewinner.
Der open mike hat sich, seitdem er 1993 zum ersten Mal verliehen wurde, zum wichtigsten deutschsprachigen Literatur-Nachwuchswettbewerb entwickelt und ist Karrieresprungbrett für junge Autoren. Gewonnen haben ihn u.a. Karen Duve, Kathrin Röggla, Jochen Schmidt, Terézia Mora, Tilman Rammstedt, Rabea Edel, Jörg Albrecht und Judith Zander.
Die Gewinner:
Sandra Gugic´, in Wien geboren, Studium an der Universität für Angewandte Kunst in Wien sowie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Stipendien und Preise u. a.: österreichisches Staatsstipendium für Literatur des bm:ukk 2010/11, Hohenemser Literaturpreis (Anerkennungspreis) 2011. Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien: u. a »kolik«, »Wortwuchs«, »Lautschrift«, »Tippgemeinschaft«, »Lichtungen«.
Juan S. Guse, geboren 1989 in Seligenstadt am Main, Literaturstudium, Mitherausgeber der »BELLA triste«.
Joey Juschka, 1977 in Halle / Saale geboren, studierte Germanistik und Anglistik / Amerikanistik, erst in Halle und in Newcastle, Großbritannien, und schließlich in Berlin. In Berlin blieb sie dann auch und arbeitete in verschiedenen Jobs rund um Sprache und Kunst: als Deutschtrainerin, Performerin, Dramaturgin, Festivalorganisatorin. Heute schreibt sie hauptsächlich – seit Kurzem mit »Wunschgeschichte« auch auf Bestellung: www.joeyjuschka.com
Martin Piekar, 1990 geboren, Student der Philosophie und der Geschichte an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main; wohnhaft allerdings in Bad Soden a. T. 2007 Teilnehmer des Schreibzimmers im Literaturhaus Frankfurt, 2010 Gewinner des Gedichts des Jahres beim Lyrix-Wettbewerb des Deutschlandradios, 2012 Stipendiat der Stiftung Niedersachsen beim Literaturlabor Wolfenbüttel. Veröffentlichte bereits in Literaturzeitschriften (z. B. »POET«, »etcetera«, »floppy myriapodo«, »Federwelt«) und Mitglied des Jungautorenkollektivs »sexyunderground« des Literaturhauses Frankfurt am Main.
Die Gewinner des open mike gehen direkt im Anschluss auf Lesereise, Termine:
Mo, 12.11., 20 Uhr, orange peel, Frankfurt, www.orange-peel.de
Do, 13.11., 19 Uhr, Literaturhaus Wien, www.literaturhaus.at
Mi, 14.11., 19.30 Uhr, Literaturhaus Zürich, www.literaturhaus.ch
Die Wettbewerbstexte sind als Anthologie im Allitera Verlag (www.allitera.de) erschienen und dort oder im Buchhandel erhältlich.
Am 18.11.2012 um 0:05 Uhr sendet Deutschlandradio Kultur die Reportage „20. open mike“.
Der open mike ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Literaturwerkstatt Berlin und der Crespo Foundation in Kooperation mit dem Heimathafen Neukölln und dem Allitera Verlag. Mit freundlicher Unterstützung des Fachbereichs Kultur des Bezirksamtes Neukölln.
Im DLR eine Nachlese von Tomas Fitzel.
In diesem Jahr gab es 634 Bewerbungen, davon 46 Lyrikeinsendungen.
Der Hintergrund der Teilnehmer ist ähnlich: Die Autoren sind akademisch gebildet, die Hälfte hat schon verschiedene Preise gewonnen, ein Drittel studiert literarisches Schreiben, und ein Drittel hat in verschiedenen Ländern gelebt. Bevor sie lesen, werden die Autoren von den Lektoren als Mentoren vorgestellt. Dass die zu lesenden Texte zuvor auch schon interpretiert werden, irritierte etwas – lustig allerdings, dass die Mentoren die zu lesenden Texte oft mit ähnlichen Worten charakterisierten.
Es macht Spaß, zum open mike zu gehen, sich die jeweils 15-minütigen Texte anzuhören, in den Pausen herumzustehen und über das Gehörte nachzudenken, in dieser Umgebung auf andere Gedanken zu kommen, zu überlegen, wieso einem etwas gut oder nicht so gut gefällt.
Oder auch, was für einen Einfluss zum Beispiel der jeweilige Sitzplatz auf die Wahrnehmung der Texte hatte – die ersten Autoren hörte ich weit entfernt von der Bühne, auf dem Boden sitzend, die nächsten ganz nah in der ersten Reihe und am Sonntag im Rang wie Ägyptens König auf alles snobistisch herabblickend. Das war am angenehmsten.
Komischerweise beeinflusste der Sitzplatz zwar das Wohlbefinden, aber nicht unbedingt das Urteil über die Texte: Viele, die man etwas bedrängt direkt vor der Bühne gehört hatte, fand man trotzdem toll, wie etwa die seltsame, äußerst präzise Matrosenlyrik des 1989 in der Ukraine geborenen Autors Yevgeniy Breyger, den Auftritt des späteren Preisträgers Martin Piekar, des einzigen Autors, der popkulturelle Zeichen zwischen queer und Grufti trug und ein wenig an den Sänger Antony Hegarty erinnerte. / Detlef Kuhlbrodt, taz
BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE
I’m not alone in noticing how time accelerates as we grow older, and as the seasons grow ever more brief the holidays are gone in a wink. This poem by Nancy Price about Halloween catches a little of that. She’s an Iowan whose poems are so heartfelt, clear and useful that we could run them every week and none of you would complain.
Trick or Treat
The ghost is a torn sheet,
the skeleton’s suit came from a rack in a store
the witch is flameproof, but who knows‘
what dark streets they have taken here?
Brother Death, here is a candy bar.
For the lady wearing the hat from Salem: gum.
And a penny for each eye, Lost Soul.
They fade away with their heavy sacks.
Thanks! I yell just in time.
……………………………Thanks for another year!
American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2007 by Nancy Price from her book of poetry Two Voices and a Moon,Malmarie Press, 2007. Reprinted by permission of Nancy Price and the publisher. Introduction copyright © 2012 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.
Valerie Eliot, die Witwe des Dichters T.S. Eliot und Bewahrerin seines literarischen Erbes über nahezu ein halbes Jahrhundert, starb im Alter von 86 Jahren nach kurzer Krankheit in ihrem Haus in London.
Frau Eliot begründete den jährlich verliehenen T.S.-Eliot-Preis und unterstützte literarische Wohltätigkeitsprojekte. / Jill Lawless, AP
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