Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Dauernd der Lärm die Stille rasend Wer
Niemals zuvor gelacht hat lacht jetzt sehr
Und wer stets lachte lacht jetzt um so mehr
Die Geyer die girren /
Die Reyher die irren /
Die Schlangen die spielen /
Die Kröten die wühlen /
Die Armen die heulen /
Die Teufel die Keulen.
Sonne
Tal, Hang
Jahr
für Jahr
der Menschen Leben
angezündet, erloschen
#NilsAslakValkeapää
die männer die ich esse
sind
alle zu klug für mich
ich
fühle mich so klein
dabei bin
ich so groß
#SandraKlose
Ich lege meine Hoffnung auf das Wasser
in dieses kleine Boot
der Sprache, so wie man
ein Kind
in einen Korb aus geflochtenen
Iris Blättern legt
#NualaNíDhomhnaill
Den meisten Passanten sind Gedichte völlig egal, Lehrern, Redakteuren und Buchhändlern sind sie noch egaler. Am egalsten sind sie den Verlegern.
#MichaelAugustin
Lies doch (Beispiel) ein Jahr lang
vorm Schlafengehn Gryphius, Rilke,
Trakl und Johannes Beer.
#WalterGröner
Der Schweigsame
Kein Wort gelingt, schreibt er,
kein Wort.
Und schreibt und schreibt.
#ElisabethBorchers
Rilke knipste das Radio an
hörte eine Feuilletonsendung
schrieb schließlich: «Oh Radio
treuer Gefährte langer Winterabende
an denen ich ein kaltes Eis am Stiel bin!»
#JürgenTheobaldy #otd
da fieng es an zulächeln,
und foderte durch küsse,
von mir noch ville küsse,
wir küßten bis wir sinkend,
uns auf die blumen legten, etc.
Die Linien der Zeiten
treffen sich in der Frühe
die Zeichen der Bindungen verrinnen im Abdruck
mit dem Armband der Schatten
#MichelButor
Ruth Wolf-Rehfeldt. Geboren am 8. Februar 1932 in Wurzen bei Leipzig; gestorben am 26. Februar 2024 in Berlin.
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