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277 Wörter, 1 Minute Lesezeit.
Die im vorpommerschen Aschersleben wohnende Künstlerin und Schriftstellerin Angelika Janz veröffentlicht auf ihrer Facebookseite seit Jahr und Tag meist ungehobene Schätze aus ihrem vielseitigen Werk, Gedichte, Fragmenttexte, Prosa, Bildwerke, die oft mit Text arbeiten…
In der Lyrikzeitung heute ein Gedicht und zwei Fragmenttexte aus ihrem Fundus.
Angelika Janz
(* 1952 in Düsseldorf)
Ratloses Bekenntnis eines Bürgers aus der Mitte der Gesellschaft
Als standortdeutscher Bürger
(im zugezognen Doppelsinn)
war ich bis dato mitte- oder mittellos.
Als Selbst- Erwürger taug ich
kittelträchtig oder
kittellos, auch büttelprächtig
oder neudeutsch kittenlos, mal mit
Krawatte oder Matte.
Es tut nur weh
wenn ich als Stresser,
mutmaßlich – überheblich,
historisch blass-blasierter Mehrvergesser
maulwaffenfeil vergeblich
um Neudeutschzugehörigkeiten fleh.
Will aber nicht als einer dieser (großkotzvereisten,
übericherstarrten) Selbstgefällten
unbeweglich sein,
denn ich vernäh
als Messer, nein, Vermesser mich im Zweifachsinn:
Ich steche dies System jetzt aus in Blech,
vermess es neu, geh im Verein
im wieder gerne Doppelsinn,
mit Selbstgerechtigkeit in die Geschichte ein.
Auch Bestgermane war ich nie.
Das, was ich bin,
das ist gesinnungsüberholt und ungewollt verkohlt.
Als Deutsch-Schamane
haut’s mit mir nicht hin,
mir graut’s
als Leistungsdeutscher,
Leistungsdeuter ohnehin
(ganz ungewollt).
Und zwei Fragmenttexte aus einem Arsenal von hunderten, vielleicht tausenden.


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