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Veröffentlicht am 14. Februar 2026 von lyrikzeitung
182 Wörter, 1 Minute Lesezeit.
Katharina Schultens
gewinnwarnung
verwechsele kunst nicht mit wut hieß es.
gut. was war hingegen mit schärfe.
was war mit den klingen die ich
auf dem rücken balancierte –
sporadisch sie zu ziehen
zum stich ins gespräch.
was war mit allen die uns zitternd
im rücken staken. spitzen im holz
an den griffen kann man uns lenken.
//
wir hatten die möglichkeit zu verhandeln abgeworfen
und unsere handschuhe waren verschweißt mit den fingern
jederzeit rannte es nun zwischen ritter und specht angelegt
unsere trappelnde armee in einer leitung die ausläufer trieb.
licht: aus dem herdendynamo.
//
kaum denkbar rauszugehen. glaubte wir stünden vorm büro
und hingen doch – einsehbar – gespickt auf der anzeige dort.
und die metamorphosen. und die metaphern darüber hinaus
und die dosis an echter erkenntnis durch perfekte bezeichnung
all das wurde höher mit jedem einsatz. damit irrelevant.
ich hatte unsere größe vergessen und die relation
unserer größe zu der des geschehens. ich will aus.
raus hörten wir. eine nach dem anderen ging
und wechselte den stamm und dachte
x hätte das system verlassen.
Aus: ]trash[pool. Zeitschrift für Literatur & Kunst [Ausgabe Nr.3, September 2012, S. 64f
Katharina Schultens, * 1980 in Kirchen (Sieg), seit 2022 Leiterin des Berliner Hauses für Poesie.
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Generation, gewinnwarnung Analyse, Katharina Schultens, Katharina Schultens Gedicht, Kunst und Wut, politische Lyrik Gegenwart, Sprachkritik Lyrik, Systemkritik Gedicht, trashpool, Wut
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