Karl Riha (1935-2026)

225 Wörter, 1 Minute Lesezeit

Am 10. Januar 2026 ist der Literaturwissenschaftler, Herausgeber und Autor Karl Riha in Siegen gestorben. Riha, der zu den prägenden Vermittlern experimenteller und avantgardistischer Literatur im deutschsprachigen Raum zählte, verband wissenschaftliche Präzision mit einem nachhaltigen Interesse an poetischen Grenzformen, Sprachspielen und literarischer Subversion.

Ich verdanke ihm persönlich viel, weil die von ihm herausgegebene Reihe „Unbekannte Autoren der Moderne“ mir zu DDR-Zeiten (als ich sie unter keinen Umständen hätte erwerben können) auf Vermittlung einer amerikanischen Bekannten nach Greifswald geschickt wurde.

Neben seiner umfangreichen editorischen und literaturhistorischen Arbeit trat Riha auch selbst als Autor experimenteller und spielerischer Texte hervor, teils unter dem Pseudonym Hans Wald. Der hier dokumentierte Text steht exemplarisch für seine Lust am Spiel mit Sprache und Leseerwartungen. Ist es überhaupt ein Text? Finden Sie es heraus!

Karl Riha 

(* 3. Juni 1935 in Český Krumlov (Böhmisch Krumau); † 10. Januar 2026 in Siegen)

Hans Wald

der zuf all ist …

derenoremdaslitene
zufmendliausaetund
allübecheseransfra
istrrarätgewichppi
einschseloehistere
gehungeinnlidasnde
eimzurorachevomsyn
nisunzkeldiehimchr
voleitdieantmeloni
lesdassphikagefzit
phabefinxusaallaet

Aus: Poetische Sprachspiele. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Hrsg. Klaus Peter Dencker. Stuttgart: Reclam, 2002, S. 358

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..