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Veröffentlicht am 22. November 2025 von lyrikzeitung
WASSYL MACHNO
(Geboren 1964, lebt seit 2000 in New York)
PRIVATER KOMMENTAR ZUR GESCHICHTE
»Und die einen Völker gingen nach Norden
andere aber – nach Süden.
Und ihre Wege trennten sich für tausend Jahre
aber nur die vorwärts gingen
hinterließen Städte und Dörfer
Gräberfelder und zerschlagenes Geschirr
und die zu spät kamen –
sammelten hinter jenen die Stille auf«
nachdem du das gelesen hast in einem Buch
das silberne Beschläge hat
und früher verschlossen wurde
fragst du dich noch immer für welche Völker
du dich eintragen sollst
denn dieser Luftzug von tausend Jahren
der entstand –
als die einen nach Norden abbogen
und andere nach Süden –
hat nur den sandigen Wind bewahrt
und du versuchst dunkle Worte zu entwirren:
und hörst – dumpfes Wiehern
verängstigter Pferde
Aus: Poesiealbum Gedichte aus der Ukraine. Märkischer Verlag Wilhelmshorst 2023, S. 4
Kategorie: Ukraine, Ukrainisch, USASchlagworte: Gedicht über Geschichte, Gegenwartslyrik, literarische Ukraine, Lyrikzeitung, Märkischer Verlag Wilhelmshorst, moderne ukrainische Dichtung, Poesiealbum, Poesiealbum Gedichte aus der Ukraine, poetische Erinnerung, Privater Kommentar zur Geschichte, Ukrainische Lyrik, Vasyl Makhno, Völkerwanderung, Wassyl Machno
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