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Veröffentlicht am 11. Mai 2025 von lyrikzeitung
Chen Chen
Selbstportrait als enormes Potential
Träumen, von einem Tag, einem Sein, so furchtlos wie eine Mango.
So freundlich wie eine Tomate. Gnadenlos bis Kinnchen & Shirtbrust.
Merken, ich hasse das Wort »nippen«.
Aber das ist alles, was ich tue.
Ich trinke. So langsam.
& sage Ich koste es. Wenn ich bloß schlecht darin bin, Flüssigkeit einzunehmen.
Ich bin weder Mango noch Tomate. Ich bin ein rostiges Gähnen im gemunkelten Jahr.
Ich bin eine arktische Attika.
Komme schlendernd & und an sich im rutschigen polaren Durcheinander.
Ich bin nicht der analfixierte Hetero, zu dem meine Mutter mich erzog.
Ich bin ein schwuler Nipper, & meine Mutter setzte was von ihrer Hoffnung übrigblieb
in meine Brüder.
Sie will, dass sie die Welt herunterschlucken, stabile Abschlüsse herausspucken &
verantwortungsvolle Enkelkinder, bereit zu schlingen.
Sie werden besser sein als Mangos, meine Brüder.
Obwohl, ich habe Schwierigkeiten, mir vorzustellen, was das sein könnte.
Fliegende Mangos, vielleicht. Fliegende Mango-Tomaten-Hybride. Wunderbare Söhne.
Übersetzt von Devin Yu & Mari Molle. Auszug aus Chen Chen, When I Grow Up I Want to Be a List of Further Possibilities, BOA Editions, Ltd. 2017. In: Edit Nr. 91 (2024), S. 45
Kategorie: Englisch, USASchlagworte: Chen Chen, Devin Yu, Mari Molle
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Ein sehr schönes dadaistisch anmutendes Gedicht. Sehr bildhaft.
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