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Zum großen Geburtstag des großen Michelangelo ein kleines fragmentarisches Spottgedicht auf eine Unbekannte in verschiedenen Fassungen.
Michelangelo Buonarroti
( * 6. März 1475 in Caprese, Toskana; † 18. Februar 1564 in Rom)
Tu ha’ ’l viso più dolce che la sapa,
e passato vi par sù la lumaca,
tanto ben lustra, e più bel c’una rapa;
e’ denti bianchi come pastinaca,
in modo tal che invaghiresti ’l papa;
e gli occhi del color dell’utriaca;
e’ cape’ bianchi e biondi più che porri:
ond’io morrò, se tu non mi soccorri.
La tua bellezza par molto più bella
che uomo che dipinto in chiesa sia:
la bocca tua mi par una scarsella
di fagiuo’ piena, si com’è la mia;
le ciglia paion tinte alla padella
e torte più c’un arco di Sorìa;
le gote ha’ rosse e bianche, quando stacci,
come fra cacio fresco e’ rosolacci.
…………
Quand’io ti veggo, in su ciascuna poppa
mi paion duo cocomer in un sacco,
ond’io m’accendo tutto come stoppa,
bench’io sia dalla zappa rotto e stracco.
Pensa: s’avessi ancor la bella coppa,
ti seguirrei fra l’altre me’ c’un bracco;
SPOTTGEDICHT. (Unvollendet) 1 So süss wie Mus ist dein Gesicht, o Schöne, So glau als wär' ein Schnecklein d'rauf spaziert, Wie Rüben zart; es gleichen deine Zähne Den Pastinaken, und dein Auge stiert Wie die Tiakapflanze grün; ich wähne Durch solchen Glanz wird selbst ein Papst verführt. Wie Zwiebeln weiss und blond sind deine Haare! Erbarm' dich schnell, sonst lieg' ich auf der Bahre! 2. Du bist so hübsch wie Fratzen, die mit Ziegel In Kirchen man gemalt sieht, roth und bunt, Und meiner Börse gleicht, die bis zum Bügel Mit Bucheneckern voll, dein schwarzer Mund, Zu diesen Brauen giebt dir Russ der Tiegel, Die wie ein Syrerbogen krumm und rund, Und deine Backen scheinen meinen Blicken Wie Molm auf frischem Käse, zum Entzücken. Und Hände, Hals und Brust sind anzuschauen! -- Bedeck' sie lieber, Ausbund aller Frauen.
Deutsch von Sophie Hasenclever, aus: Sämmtliche Gedichte Michelangelo’s in Guastis Text mit deutscher Übersetzung von Sophie Hasenclever. Leipzig: Alphons Dürr, 1875, S. 409
Spottstanzen auf eine Vettel.
1
Noch süßer ist Dein Angesicht als Wein,
So blank, als kroch die Schnecke drüberhin,
Und zierlicher kann keine Rübe sein,
Und Zähne weiß, wie Pastinaken, drin!
Du nähmst sogar den Papst so für dich ein ....
Der Augen Farbe: Theriakmedizin;
Mehr weiß und blond, als Schnittlauch, sind die Haare;
Wodurch ich, hilfst Du nicht, zur Grube fahre!
2
Du scheinst an Schönheit schöner noch zu sein,
Als Heil'genbilder an der Kirchenwand,
Mir scheint, Dein Mund gleicht meinem Beutelein,
Das voll von welschen Bohnen bis zum Rand.
Die Brauen sind, in ziegelrothem Schein,
Gebog'ner, als die Wehr aus Syrerland,
Und roth und weiß die Backen, wenn Du kaust,
Als wenn Du Mohn mit frischem Käse schmaust.
3.
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Ja, Hände, Arme, Hals, der ganze Leib
Besiegt das Häßlichste am schönsten Weib.
Deutsch von Walter Robert-Tornow. Hrsg. Georg Thouret. Berlin: Spener’sche Buchhandlung (F. Weidling), 1896, S. 70f
OCTAVE STANZAS
You have a face more beautiful than a turnip,
Sweeter than mustard; it appears the snail
Has walked on it, it shines so; like a parsnip
The whiteness of your teeth is, and like treacle
The color of your eyes; surely the Pope
To such as this must be susceptible,
Whiter and blonder than a leek your hair;
So I shall die if I don’t get your favor.
I think your beauty much more beautiful
Than ever in a church a painted man,
And your mouth is just like a pocketful
Of beans, it seems to me, and so is mine.
Your eyebrows seem dyed in a crucible,
And more than a Syrian bow they twine.
Your cheeks are red and white when you sift flour,
Like fresh cheese and poppies mixed together.
And when I look upon you and each breast,
I think they’re like two melons in a satchel,
And then I am like straw, and start to flash,
Although I’m bent and broken by the shovel.
Think, if my lovely cup I still possessed,
I’d follow you past others like a beagle,
And if I thought that getting it was possible,
Here and today[…]“
Aus: Complete Poems and Selected Letters of Michelangelo. Translated, With Foreword and Notes by Creighton Gilbert. Edited, With Biographical Introduction, by Robert N. Linscott. Princeton, New Jersey: Princeton University Press, 1980

pünktlich zum WeltFrauenTag welch Hohn – ja ja Hurra Hurra welch frauenfeindliches Gespür der Grosse selbst hätt’s treffender nicht zu platzier’n gewusst wusst der doch akkurat sich in best position Jubel herbei nun also eh wieder allerorten HipHipHurra auf die verheerende Misogynie zum Spott als Spass Gratulation also zum festen Griff in die untere Schublade.
que triste ):
adieu! byebye
ps: eventuell hätt‘ es auch wahrhaft Poetisches zu finden gegeben unter alleden collected poems und doch ist es wiederum trefflich eh grad so wie es da nun ist.
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Ach, pünktlich zum Weltfrauentag ließ sich nicht einrichten, weil seine Mutter ihn nunmal zwei Tage vorher geboren hat. Und mit Verlaub, ein Spottlied auf eine Frau ist genausowenig frauenfeindlich wie ein Spottlied auf einen Mann männerfeindlich und beide menschenfeindlich. So wenig wie eins auf einen Christen christenfeindlich usw. Es ist einerseits ein Spottlied auf eine einzelne Person, andererseits eine Gattung der Poesie, derer sich Autoren und Autorinnen immer reichlich bedient haben, ohne menschenverachtend zu sein.
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