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G&GN-INSTITUT, 3.Offlyrikfestival 7.7.2017 / Der Programmablauf des „wichtigsten Lyrikfestivals des Jahres“ (Twitter-Zitat KUNO Matthias Hagedorn) im Düsseldorfer HdU (Haus der Universität) gleicht einem Marathon; denn die 9 Performer treten in zwei Durchläufen ohne große Pause auf, damit die Veranstaltung pünktlich um 23 Uhr beendet ist. Daher beginnt der Einlass bereits um 16 Uhr, so daß der Moderator Herr De Toys das Festival um exakt 17 Uhr mit den üblichen Danksagungen eröffnen kann. Die Lyrikzeitung gehört zu den Medienpartnern und präsentiert nun von allen Beteiligten ein Beispielgedicht in der Reihenfolge ihres Auftretens (Programmablauf mit verlinkten Kurzbiographien siehe www.Lyrikmarathon.de):
Heute: 06. Kai Pohl (18:45 + 21:45):
abgewetzte behauptungen und unbrauchbare kommentare zur lage der lüge wär die liga egal die lüge stabil wär der nebel im wald der nabel der welt doch man ahnt ja nicht in dieser durchgestylten gegend ob die häuser entlang der straßen oder die straßen entlang der häuser gebaut sind nagel versenkt kabel gekappt balg abgestillt bewerbungstraining die längste kurzvita aller zeiten text direkt in den mailbody tippen das subjekt der begierde kann offenbleiben in der sprache der engel sind |: wort und welt :| beinah deckungsgleich ich konzentriere mich auf bilder von draußen: wolken treiben ihrer auflösung entgegen sinn meint i. allg. etwas nebulöses poesie meint i. allg. die dichtkunst milch meint i. allg. |: kuhmilch :| entsteht in den euterdrüsen wo (besser: wodurch) entsteht das gedicht? entsteht es beim schreiben? beim lesen? beim vorlesen? oder erst, falls es jemand versteht? milch versiegt, wenn nicht gemolken wird worte treiben zum ort ihrer auflösung aber auflösung ist kein ort und keine lösung ich habe aufgehört nach einem sinn zu suchen nach dem stil der originalität oder mit dem arsch in richtung markt zu wedeln unsinn ist der einzige hebel der schönheit der stil hemmt die kraft für den wurf ich sollte mich anfreunden mit den spinnen in der küche mit den fliegen und den milben mit den larven im holz ich sollte die mücken achten die hummeln im hintern sowieso ich sollte mich besser mit den spatzen verständigen die in den hohlräumen der fassade hausen mit den tauben im kastanienbaum mit dem fuchs und mit der krähe die gleich um die ecke wohnen ich sollte meine ungeduld den wolken überlassen den worten und dem licht ich sollte meine schuld dem holunder vermachen meine unschuld dem nebel und dem abendglühen ich sollte aufhören diese abgewetzten behauptungen zu wiederholen |: das wetter spielt verrückt :| dabei kann das wetter gar nicht verrücktspielen »überholen ohne einzuholen« klingt wie repetieren ohne zu kapieren krepieren ohne gelebt zu haben worte kreuzen der lösung entgegen die erde dampft wie ein frisches grab ich möchte sterben an diesem tag der viel zu schön zum sterben ist das laub der birken rauscht wie ein zitat
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