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Veröffentlicht am 10. Februar 2011 von lyrikzeitung
Die ägyptische Revolution spricht in Versen. Die Massen auf dem Tahrirplatz in Kairo skandieren Reimpaare:
„Yâ Mubârak! Yâ Mubârak! Is-Sa‘ûdiyya fi-ntizârak!,“ („Mubarak, O Mabarak, Saudi Arabien wartet!“)
„Shurtat Masr, yâ shurtat Masr, intû ba’aytû kilâb al-’asr“ („Ägyptens Polizei, Ägyptens Polizei, Ihr seid nur noch Palasthunde“)
„Idrab idrab yâ Habîb, mahma tadrab mish hansîb!“ (Schlag uns, schlag uns, O Habib [al-Adly, bisheriger Innenminister], schlag soviel du willst—wir gehen hier nicht weg!)
(Das letztere spielt an auf ein ägyptisches Sprichwort: „Darb al-habib zayy akl al-zabib“ – Die Faust der Geliebten ist süß wie Rosinen).
Diese Gedichte, schreibt Elliott Colla, sind kein Ornament des Aufstands, sondern sein Soundtrack und Teil der Handlung selber.
Kategorie: Arabisch, Ägypten, Deutschland, Katalonien, Portugal, SpanienSchlagworte: Elliott Colla, Greifswald, Hosni Mubarak
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auch wenn es kaum jemand der adressaten lesen wird und jenseits aller reimvergleiche: haltet durch. alle meine wünsche sind bei euch.
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In Greifswald im Herbst 89 hieß das „Fernseher aus! / Kommt heraus!“ oder „Visafrei / bis Hawai!“ (oder auch „Visafrei / Tschechoslowakei“, denn selbst dorthin hatte man zuletzt die Visafreiheit ausgesetzt wegen der Botschaftsflüchtlinge)
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gereimte sprechchöre haben tradition in politischen umbruchsituationen.
„o povo unido / jamais sera vencido“ [das einige/vereinte volk wird niemals besiegt werden] skandierte man in portugal im frühjahr 1974, und ein, zwei jahre später auch in spanien nach francos tod: „el pueblo unido / jamás será vencido“. in katalonien ging der reim nicht (da lautet das partizip „vençut“), daher veränderte man den text in „el poble unit / mai més serà oprimit“ [… wird nie mehr unterdrückt werden]. ein weiterer reim, ebenfalls in katalonien zur gleichen zeit: „llibertat, amnistia, / estatut d’autonomia“.
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