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Veröffentlicht am 2. Juli 2010 von lyrikzeitung
Man wird das Buch aber auch deswegen mit großem Gewinn lesen, weil sich ‚über das Leben dieses einfachen Liedchens‘, in dem der Ohrenzeuge John Steinbeck den einzigen Beitrag Nazi-Deutschlands zur Kultur der zivilisierten Welt erkennen wollte, eine verdammt ‚gute Geschichte‘ erzählen lässt, wie die Autorin eingangs bemerkt.
Diese Geschichte beginnt mit dem Hamburger Dichter Hans Leip, der die Zeilen dieses Liedes, in denen er, angeblich, die Sehnsuchts-Bilder zweier damaliger Freundinnen (‚Lili‘ und ‚Marleen‘) miteinander verschmolz, schon in einer Berliner Regennacht des Jahres 1915 verfasst haben will, bevor sie dann 1937 von Norbert Schultze, einem recht schmierigen Mitläufer der Nazis, vertont und von der bis dahin nicht so recht erfolgreichen Sängerin Lale Andersen in ihr Programm aufgenommen und schließlich, passenderweise, kurz vor Kriegsausbruch auf Platte aufgenommen wurden. / MANFRED SCHWARZ, SZ 24.6.
ROSA SALA ROSE: Lili Marleen. Die Geschichte eines Liedes von der Liebe und vom Tod. Aus dem Spanischen von Andreas Löhrer. Mit 21 Schwarzweiß-Abbildungen und einer Audio-CD. Dtv, München 2010. 239 S., 20,50 Euro.
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Hans Leip, John Steinbeck, Lale Andersen, Manfred Schwarz
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