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Veröffentlicht am 11. Oktober 2009 von lyrikzeitung
Eine Spurensuche in der eigenen Kindheit und in den prägenden Stätten der frühen Jahre, eine Rückkehr an den Ort, an dem der Dichter im Jahr 1909 geboren wurde und in dem er aufwuchs – auch das ist der Zyklus „Monovassiá“ des großen griechischen Lyrikers Jannis Ritsos: „Deine Kinderjahre haben auf dich gewartet in vergessenen Winkeln,/ in niedergerissenen Gebäuden, in byzantinischen Gewölben -/ da war der Laden des Friseurs; da der des Schusters; da/ müsste das Fischgeschäft gewesen sein.“
1974 endete die Diktatur des Militärs in Griechenland und damit zugleich der Hausarrest des Dichters, der damit seine Bewegungsfreiheit zurückerlangte. Gleich die erste Reise führte ihn nach Monemvasia, wie sein Geburtsort offiziell in den Atlanten heißt, und in den folgenden drei Jahren entstanden sechsunddreißig Gedichte von wechselnder Länge, doch allesamt in Langzeilen gehalten, die auch den Ausdruck Gesänge rechtfertigen würden. …
In einem früheren Gedicht hatte Ritsos einmal geschrieben, er verstecke sich hinter einfachen Dingen, damit man ihn finden könne, und so geht auch hier das „Immerwährende“ des Felsen- und Festungsmassivs eine zwanglose Allianz mit dem Flüchtigen ein: „Bei Matúlas altem Restaurant/ pries der Duft von Fischsuppe aufs neue die enge gepflasterte Stätte“. / Jan Wagner, FR 10.8.
Jannis Ritsos: Monovassiá. Gedichte. Aus dem Griechischen von Klaus-Peter Wedekind. Suhrkamp 2009, 108 S., 11,80 Euro.
Kategorie: GriechenlandSchlagworte: Jan Wagner, Jannis Ritsos, Klaus-Peter Wedekind
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