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Veröffentlicht am 13. Februar 2004 von rekalisch
Die Schweiz sind uns schon sehr böhmische Dörfer – (so ausm Gedächtznis zitiert) dichtete Günter Kunert einmal. Was sind uns die kleinen Länder? Die entlegenen Sprachen? Die Minderheiten im eigenen Land? Etc. bis zu: was ist uns der bedeutendste rätoromanische Dichter des 20. Jahrhunderts? Daß die Neue Zürcher Zeitung (vgl. Beitrag Nr. 25) zum Beispiel sorbisch-deutsche oder slowenische Dichter mehr beachtet als unsere Frankfurter Presse mit allen Berliner oder Hamburger Ablegern, liegt sicher mit an Helvetiens Mehrsprachigkeit (Polylingual, Kling, Klang!). Davent cullas metafras bellas!
Im Gedicht «Pisser» (Sorge) kündet der Dichter metapoetisch sein neues Programm in immediater Umsetzung an: «Ün’otra poesia fa dabsögn: / davent cullas metafras bellas! / Meis cour, tü laschast, / giond amunt, / striblas cotschnas aint il verd.» (Ein neues Gedicht tut not: weg mit den schönen Metaphern! Mein Herz, du ziehst, im Aufwärtsgang, rote Streifen in das Grün.)
Mit den Gedichten Andri Peers wurde der rätoromanischen Lyrik der Gegenwart ein neuer Weg bereitet; durch diesen schönen und sorgfältig edierten Band kann er nun erneut beschritten werden. / Mevina Puorger Pestalozzi, NZZ 10.2.04
Andri Peer: Poesias 1946-1985. Gesamtausgabe. Hg. von Clà Riatsch. Desertina, Chur 2003. 583 S., Fr. 48.-.
Kategorie: Deutsch, SchweizSchlagworte: Andri Peer, Günter Kunert, Mevina Puorger Pestalozzi
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