Neger-Idyllen

Doch auch viel direkter noch war Herder ein Kritiker des Kolonialismus: Dem 114. Humanitätsbrief, der einen Gedichtzyklus mit dem sarkastischen Titel «Neger-Idyllen» enthält, ist eine eindrucksvolle Einleitung vorangestellt: «Der Neger malt den Teufel weiss, und der Lette will nicht in den Himmel, sobald Deutsche da sind. ‹Warum giessest du mir Wasser auf den Kopf?›, sagte jener sterbende Sklave zum Missionar. – ‹Dass du in den Himmel kommest.› – ‹Ich mag in keinen Himmel, wo Weisse sind›, sprach er, kehrte das Gesicht ab und starb. Traurige Geschichte der Menschheit!» / Luca Di Blasi, NZZ 13.12.03

Literatur:
  • Solbrig, Ingeborg, Herder and the „Harlem Renaissance“ of Black Culture in America: The Case of the „Neger-Idyllen“, in Herder Today: Contributions From the International Herder Conference, November 5-8, 1987, Stanford, California 402 (Kurt Mueller-Vollmer, ed. 1987).
  • Shelley, Philip Allison. „Crèvecoeur’s Contribution to Herder’s „Neger-Idyllen““. The Journal of English and Germanic Philology, vol. 37, 1938, p. 48-69. Urbana : The University of Illinois. ( Article extrèmement érudit sur l’influence de l’oeuvre de St. John de Crèvecoeur en Allemagne, et particulièrement sur le „Neger-Idyllen“ de Herder.)

NZZ bringt zum 200. Todestag Herders außerdem einen Artikel von Marion Heinz und Jochen Johannsen über Herders Humanitätsphilosophie.

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