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Veröffentlicht am 13. November 2002 von rekalisch
In der NZZ bespricht Stefan Breuer eine amerikanische Georgebiographie , in der ihm Homosexualität offenbar endgültig nachgewiesen wird (so what?) – und mehr:
Norton spricht zwar nicht geradezu von Präfaschismus, lässt aber seine Leserschaft nicht im Unklaren darüber, dass er im George-Kreis eine der Quellen des NS sieht – eine Auffassung, die gewiss nicht schlechterdings falsch ist, die aber richtig nur in dem Masse wird, in dem auch die erheblichen Unterschiede benannt werden, die zwischen beiden bestehen: die weitaus entschiedenere Akzentuierung des «reinen» Charismas bei den Georgianern und die noch entschiedenere Ablehnung, die diese den Hauptmerkmalen der Moderne, der funktionalen Differenzierung und vor allem der formalen Rationalisierung, entgegenbrachten – Einstellungen, zu denen es bei den Nationalsozialisten kein Pendant gibt. / NZZ 13.11.02
Robert E. Norton: Secret Germany. Stefan George and His Circle. Cornell University Press, Ithaca und London 2002. 847 S., $ 49.95.
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Robert E. Norton, Stefan Breuer, Stefan George
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