„Plötzlich im Zentrum der Weltkultur“, titelt die Ibbenbürener Volkszeitung und meint den Verleger Dr. Josef Kleinheinrich. Die können ja nicht wissen, daß der Verleger von Inger Christensen, von Ekelöf, Tranströmer, Sonnevi, auf dessen Backlist auch die Namen Kling, Mayröcker, Kirkeby, Nooteboom, Lucebert, Egger, Michaux und und stehen, immer schon dort war. (Aber die Nicht- und Überleser bestimmen die Landkarte des Betriebs).
Durch dieses schöne Buch geht ein Rauschen, es schlagen gleichsam Flügel – es ist ein heiteres Aufschwingen oder aber ein angstvolles Notflattern. Vögel. Immer wieder. Christian Lehnert, Pfarrer, Studienleiter an der Evangelischen Akademie in Lutherstadt Wittenberg, beschwört sie geradezu. Himmelsschrift, vor der wir ohne Ehrgeiz der Entzifferung stehen. Einem fliegendem Vogel schauen wir einverständig zu, so, als folgten wir ausnahmsweise nicht dem elenden Zwang, beim Genießen eines Glücks stets gleich auch über den Rand dieses Glücks zu schauen. Was jedes Glück zerscherbt. …
Glaube ist in diesen Gedichten etwas, das keine Überlegenheit, keine Rettung auswirft. Es ist Arbeit. Es ist das höchste Maß an Vertrauen: Selbstprüfung kann erschöpfen, aber nicht zermürben. Und diese Selbstprüfung besteht darin, bei jeder Zufuhr an Klarheit offen zu bleiben für eine dazugehörige Gewissheit: dass mit wachsender Erkenntnis doch immer auch die Furcht und das neuerliche, uralte Unbegreifen wächst. Mit dem die Dinge schön werden, kostbar durch Verletzlichkeit. / Hans-Dieter Schütt, Neues Deutschland
Christian Lehnert: Aufkommender Atem. Gedichte. Suhrkamp Verlag . 100 S., geb., 17,90 Euro
Was haben Lutz Jahoda, Hilmar Thate und Manfred Wekwerth gemeinsam? Sie unterstützen einen der Anträge an den Erfurter Parteitag, in denen die Aufnahme der »Fragen eines lesenden Arbeiters« ins neue Programm der LINKEN gefordert wird. Dem Brecht-Gedicht wird symbolische Bedeutung beigemessen: Mit ihm könne die Partei klarstellen, so die Begründung, wer den Reichtum der kapitalistischen Gesellschaften produziert und wer das in Wahrheit geschichtsmächtige Subjekt ist. / Tom Strohschneider, Neues Deutschland
Wir treten also an ihren Tisch, Hammerbacher macht uns bekannt, zeigt auf mich: Wir verlegen im Herbst sein Logbuch einer Reise ins Verschwinden. Sie schaut kurz auf, lächelt mich an und sagt: „Das Verschwinden, junger Mann, ist eigentlich mein Thema.“ So lernte ich Ilse Aichinger kennen, deren Bücher mich seit Jahrzehnten begleiten.
Ihren Roman Die größere Hoffnung zog ich aus der Schultasche, ihre Gedichte Verschenkter Rat reisten mit mir nach Paris, Unglaubwürdige Reisen dann im Schwarzwald,Kleist, Moos, Fasane, ich muss in meiner Wohnung nicht zweimal nachsehen, weiß genau, wo der Erzählband steht. Obwohl und vielleicht gerade weil wir so unterschiedliche literarische Ansätze verfolgen, geht mir ihr Werk nah – und wird mir Satz für Satz unerreichbarer. Selbstredend frage ich mich, wie sie das schafft, selbst in einer Glosse in der Plötzlichkeit eines Gedichts die Richtung zu wechseln, ganz da zu sein, indem sie sich entzieht. Und: Warum darf ihr das nur in Sätzen gelingen? Sie, die seit vielen Jahren verschwinden möchte, feiert bald ihren neunzigsten Geburtstag.
Immer noch wohnt sie im Hochhaus Herrengasse, rund um die Uhr von einer Pflegerin begleitet. Immer noch liebt sie Kaffeehäuser, lässt sich im Rollstuhl dorthin fahren. Immer noch lebt sie unangepasst. / Christoph W. Bauer / DER STANDARD 15.10.
Parlandopark eröffnet die Herbstsaison an einem neuen, schönen Ort: Studio 8 (Grüntaler Straße 8, Berlin, nahe S Gesundbrunnen) mit einer lange erwarteten Buchpremiere: 23. Oktober, 20.00 Uhr
Helm aus Phlox.
Zur Theorie des schlechtesten Werkzeugs
Buchpremiere mit Ann Cotten, Daniel Falb, Hendrik Jackson, Steffen Popp und Monika Rinck
Der ultimative Helm zu einer zeitgenössischen Poetik und vielem anderen mehr ist eben bei Merve erschienen! Wir feiern das Ereignis mit den HerausgeberInnen, die das Werk in Gespräch und Lesung vorstellen.
Themen sind u.a.: Übertreibung und Geschmack. Zum gegenwärtigen Stand der Überlegungen. Erste Hilfe und zweite Natur. Beuteschema. Mapping. Studien zur Panik dichterischer Praxis. Grammatik des Denkens. Schweinehirn. Auf nach Tokelau. Die Frage nach der Relevanz. Das Floß. Tätliche Tränke. Ich wollte die Wand sehen. Sprache und Überfall. Surium stich! Die große Straße. Unendliche Forderung. Post-Idioten. Doch. Pot-au-feu. Ein Helm aus Phlox. Wischnu und der Fusel. Am grünen Filz. Tröpfflein Trost. Anheim. Prachtstaude Irrtum. Etwas sehr Artiges und Beliebtes. Die Leidenschaft für das Organische. Fichtelfarce. Ein zuckersüsser Tantz. Ein geschlucktes Schwert. Die Schlüssel haben. Fünf Querbalken für die Bretter der zweiten Seitenwand der Wohnung Enertschybaby. Der kunstohnmächtige Mensch. Heckklapp. Jede electrische eine Klangfigur. Jubel und Klage. Divertimenti. Beutelmeister. Der Geist auf Geisterweise frei. Midashand. Poderacion mysteriosa. Rappel Rappel Rappel. Das treue Skelett. Architektur. Wiederholung. Des Lebens Mai. Nimms auf deine Flügel. Helm aus Laub. Helm aus Licht. Der Wandrer in der Sägemühle. Schüsselreime. Das Geschlecht der Motten. Wo sind die Senken, wo die Quellen. Eine Frage der Erinnerung. Haupt des Winkels. Haupt der Wendung. Kippen gießen schenken. Übergehn. Fremd wie ein Aperitif. Fragment und Verstehen. Daten. Rendezvous mit einer Dattel. Schlupf. Geloder. Humildemente, Kork. Einflussangst und Vatermord. Evokation. Geheimnis des Glaubens. Virus Rilke. Erfunden und wahr. Gloria Mundi. Eulen nach Dubai. Status Quatsch. Vom Eselsgen. Der mobile Buckel. Poetologische Kinnlade. Locken.
Danach wird gefeiert, open end. Kommt alle!
Wobei wir beim endgültigen Urteil über heutige Lyrik wären: Wer einmal in einer Mußestunde beginnt, sich durch die Tausenden von Fans erstellten Websites für die lyrics durch die Charts gereichter Künstler zu klicken, bekommt schnell einen Eindruck davon, wie es um die heute überhaupt an Reimen interessierte Jugend bestellt ist: in Pop-ups gerahmte Erbauungsliteratur für den jeweils passenden Gefühlsmoment, jederzeit abrufbar mit einer geringen Anzahl an Mausklicks, und umgehend per Copy & Paste für den persönlichen Gebrauch zusammengestellt, gepostet, geliket und wieder vergessen. Dass hier Neues verkündet wird oder zumindest noch nicht durch permanenten Gebrauch völlig abgenutzte Wahrheiten, diese Hoffnung hege man lieber nicht! Das literarische Schaffen eines Adam Green ist die Rache der Popkultur an der Lyrik. Sie hat noch viel Schlimmeres verdient. / TIMON ENGELHARDT: Ein Nachruf auf die Lyrik, Jungle World Nr. 41
Die Musiker [der Gruppe „Gentil Cuer“] haben sich seit vergangenem Herbst mit ihrem künstlerischen Leiter Berthold Waldschütz auf eine spannende Reise begeben: Sie haben die Gedichte des österreichischen jüdischen Dichters Theodor Kramer aufgegriffen und singen die vertonten Versionen, die sie für ihre Besetzung und Stimmlagen arrangiert haben. / Schwäbische Zeitung
Bertram Reinecke liest in Stralsund
Freitag, 14.10.
Stadtbibliothek Stralsund
Badenstraße 13
19:30 Uhr
Ein heiterer Parforceritt durch die Lyrikgeschichte von Shakespeare bis Ernst Jandl in Parodien
Parodien sind lustig, aber sie sind noch mehr. Ein Mittel im Kampf, den Gegner lächerlich zu machen, Notwehr gepeinigter Schüler („Wer reitet so spät durch Kraut und Rüben“). Aber eine Parodie kann auch ein Kompliment sein: Wer nicht auf Witz, sondern wirklich auf das Wesen eines Textes zielt, braucht einen guten Gegner: Parodieren kann man nur, was Stil hat. Man spricht auch von Pastiche oder Hommage. Das Verfahren bleibt dasselbe. Der eifrige Epigone parodiert unfreiwillig sein großes Vorbild … Parodie ist überall. Bertram Reinecke durchreist mit eigenen Parodien die Lyrikgeschichte, immer auf der Suche nach Antworten auf die Frage: Wie ist das gemacht?
Gleichzeitig beschäftigt ihn als Verleger (Reinecke & Voß) die Frage, was das für die Möglichkeiten heutiger Literatur bedeutet.
Bertram Reinecke geb. 1974, aufgewachsen in Mecklenburg-Vorpommern (u.a. in Stralsund) lebt seit 2000 in Leipzig. Absolvent des deutsche Literaturinstituts. Er veröffentlichte 2 Lyrikbände „An langen Brotleinen“ und „Chlebnikov am Meer“ sowie Gedichte in zahlreichen Anthologien (z.B. Jahrbuch der Lyrik, Quellenkunde, Versnetze) und Zeitschriften (z.B. Akzente, Bella Triste, Zwischen den Zeilen). Vorlagen für Werke der zeitgenössischen Musik (u.a. für Kompositionen von Xadica Zeynalova, Johannes X. Schachtner, Mathias M. Møller).
Außerdem literaturkritische Arbeiten für verschiedene Zeitschriften und den hessischen Rundfunk.
Im Januar erscheint der Gedichtband „Sleutel voor de hoogduitsche Spraakkunst“ als roughbook 19 bei Urs Engeler.
Christian Lux zeigt, wie es auch mit weniger als 5000 Euro geht: Man benötigt eine gute Projektidee und den richtigen Partner. Den fand er in Annette Kühn, einer Studienfreundin und seiner heutigen Frau. Beide begeisterten sich für Literatur, amerikanische Lyrik insbesondere. Lux übersetzt sie sogar selbst. Sie stellten fest, dass diese bisher nicht auf Deutsch erschienen ist. Sogar die großen Namen der US-Lyrikszene, darunter Pulitzerpreisträger, verlegte bisher niemand.
Das änderten die beiden mit ihrem 2008 begonnenemVerlagsprogramm: Rae Amantrout, John Ashberry oder D. A. Powell veröffentlichen sie seitdem in zweisprachigen Ausgaben. „Wir folgten der Strategie des kulturellen Kapitals“, erläutern sie. „Da wir jetzt die großen Namen bei uns im Programm führen, sagt keiner nein, wenn wir anfragen, ob wir auch sein Werk aufnehmen dürfen.“ …
Sie kämpfen gemeinsam mit anderen Verlegern dafür, dass der Beitrag der Avantgarde zur deutschen Kulturlandschaft auch beim Staat Anerkennung findet. „Wir könnten viel mehr erreichen, wenn wir eine staatliche Förderung erhielten, so wie es beispielsweise in Österreich üblich ist“, sagt Kühn. / Elisabeth Böker, FR 14.10.
‚Wir sind verantwortlich/ für die Gestalt eines jeden Menschen / Wenn wir vergessen / wird / unsere Poesie / ein verächtliches Gerede.‘ Mit diesem Vers aus seinem Gedichtband ‚Unruhe‘ könnte das gesamte Werk von Tadeusz Różewicz überschrieben werden. Er verstand sich als ‚Antidichter‘, nie dürfe die Form eines literarischen Werks den direkten Blick auf den Menschen verstellen. ‚Unruhe‘ erschien 1947. Es ist seine Reflexion über die Schrecken des Besatzungsterrors, der Massenmorde, der Zerstörung der Städte, aber auch über den Verlust des Gemeinsinns, den Sieg des brutalen Egoismus. Nach diesem Kriege dürfe es keine Wortgirlanden, kein Wortgeklingel mehr geben. Seine schweren Verse verzichten auf jegliche Metapher, die Wörter sind karg und nackt.
…
Różewicz bleibt misstrauisch gegenüber Heilsversprechen. Aber er misst sich und die Menschen nicht an der Größe vergangener Epochen, wie dies die anderen drei im polnischen ‚Kleeblatt der Poesie‘ getan haben: die Nobelpreisträger Wislawa Szymborska und Czeslaw Milosz sowie der Antikebewunderer Zbigniew Herbert. Doch wie diese Drei gilt er, der selbsterklärte Antipoet, heute als Klassiker der polnischen Dichtung. Die Stadt Breslau, in der er seit fast einem halben Jahrhundert lebt, hat aus Anlass seines 90. Geburtstags das Rozewicz-Jahr ausgerufen. Milde lächelnd gibt er zu erkennen, dass ihn diese Ehrungen wenig bekümmern. / THOMAS URBAN, Süddeutsche Zeitung 8.10.
Der Abend mit griechischer und türkischer Lyrik und Musik fand im Rahmen der 14. Interkulturellen Wochen Offenbachs zu Ehren des griechischen Literaturnobelpreisträgers Giorgos Seferis (1900-1971) und des wohl bedeutendsten türkischen Schriftstellers des 20. Jahrhunderts, Nâzım Hikmet (1902-1963), statt. Es ging um Gemeinsamkeiten: Daher stand der Abend unter dem Titel »Portakal«, denn so heißt im Griechischen wie im Türkischen das Wort für Apfelsine: »Apfel aus China« bzw. „Apfel aus Portugal“. / familien-blickpunkt.de
Spannend sind die neueren Tendenzen in der isländischen Lyrik. Für eine neue Strömung steht die Poetengruppe »Nyhil«. Ihre Autoren mischen sich auch mit Essays in politische Debatten ein und haben wenig Interesse an der ihrer Auffassung nach verkitschten isländischen Lyriktradition. Sie setzen ihr eine direkte Sprache und einen an der Konkreten Poesie orientierten Reduktionismus entgegen. Der Einsamkeit des Inseldichters entkommen sie, indem sie Open-Mic-Sessions und internationale Literaturfestivals organisieren. Doch das Düstere fehlt auch hier nicht. In Kristín Eiríksdóttirs Gedicht »Die Glückseligkeit war nie unser« heißt es: »Wir sind immer gerade nicht gestorben«. / Tanja Dückers, Jungle World
Isländische Lyrik. Hrsg. von Silja Sdalsteinsdóttir, Jón Bjarni Atlason und Björn Kozempel. Insel, Berlin 2011, 222 Seiten, 8,95 Euro
Wer Texten vorwirft, dass er sie nicht versteht, wirft nun einmal zunächst sich selbst etwas vor. Was kann ein Text für das Lesevermögen seiner jeweiligen Leserinnen und Leser? Sicherlich gibt es Texte, deren Inhalt und Güte sich nur jenen erschließen, die über eine gewisse Leseerfahrung und Bildung verfügen – und über die Frage, ob dies so sein muss, lässt sich streiten. Dies jedoch ist nicht der Kern des Vorwurfs, der Jahr um Jahr gegen komplexe Texte allgemein und gegen Lyrik insbesondere vorgebracht wird. Diejenigen, die nicht bereit sind, sich mit einem kurzen Text länger zu befassen, als die reine Erfassung der Buchstaben braucht, machen Texten zum Vorwurf, dass sie sie nicht verstehen oder nicht verstehen wollen. Sie werfen einem Text somit vor, dass er Arbeit macht.
Was sie stattdessen lesen wollen, ist, was sie schon kennen: einen Familienroman, einen Wenderoman, einen Roman über »Zeitthemen«. Immer muss es ein Roman sein, immer muss er literarisch einigermaßen belanglos sein, immer muss er behandeln, was man schon kennt. Sexszenen sollten auch drinstehen. Die Erkenntnisse, die man als Leserin und Leser solcher Bücher haben kann, sind dementsprechend. Wer ohnehin nicht wissen will, was »die Wende« war, wird es auch aus einem Wenderoman nicht herauslesen können. Wer in einem Roman »über Asien« nichts anderes lesen will, als dass die moderne Welt irgendwie seltsam ist, und dass Männer und Frauen irgendwie nicht zusammenpassen, sich aber trotzdem lieb haben sollten, der will »über Asien« nichts wissen, sondern sucht für seine Re-Lektüre des Immergleichen nur ein neues »exotisches« Ambiente.
So argumentieren die Feindinnen und Feinde des Intellekts seit Jahrhunderten, nicht erst seit 1933. Doch mit der Auslöschung und Selbstauslöschung der bürgerlichen Klasse und des selbstbewussten Proletariats fand der Krieg gegen die Moderne und gegen die Komplexität nun auch in den gehobenen Feuilletons statt, und, in völliger Verklärung eines zur eigenen Lesefaulheit gut passenden Volksgeschmacks, nach 1945 auch auf Seiten der Linken. Als 1968 Hans Magnus Enzensberger, Walter Boehlich und Karl Markus Michel wohlbegründet nach der Rolle des Autors fragten und mutmaßten, er sei vielleicht gestorben, machten die Feindinnen und Feinde der Literatur daraus gleich den Tod der Literatur. Das fanden sie gut, auch wenn sie zunächst greinten. / JÖRG SUNDERMEIER, Jungle World
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André Breton sah es so:
Dagegen erscheint mir die realistische Haltung, seit Thomas von Aquin bis zu Anatole France vom Positivismus inspiriert, als jedem intellektuellen und moralischen Aufschwung absolut feindlich. Sie ist mir ein Greuel, denn sie ist aus Mittelmäßigkeit gemacht, aus Haß und platter Selbstgefälligkeit. Aus ihr resultieren heute diese lächerlichen Bücher, diese beleidigenden Theaterstücke. Ständig holt sie sich Rückhalt in der Tagespresse und bringt Wissenschaft und Kunst in Verlegenheit, indem sie sich bemüht, dem niedrigsten Geschmack der allgemeinen Meinung zu schmeicheln: an Dummheit grenzende Klarheit, das Leben von Hunden. Noch im Wirken der besten Köpfe macht sie sich bemerkbar; das Gesetz der geringsten Anstrengung drängt sich ihnen am Ende auf wie allen anderen auch. Eine belustigende Folge dieses Tatbestands ist in der Literatur zum Beispiel die Überfülle von Romanen. Jeder steuert da seine kleine „Beobachtung“ bei.
Aus: Erstes Manifest des Surrealismus. In: Günter Metken (Hg.): Als die Surrealisten noch recht hatten. Texte und Dokumente. Hofheim: WOLKE Verlag 1983, S. 24.
Richard Duraj bei der heutigen Transsub-Lesung in der Lettrétage
Lyrik von Rilke, Goethe oder Hesse gehört nicht zu seiner Lektüre. „Ich lese nur Gedichte, die ich selbst geschrieben habe“, erklärt der erfolgreiche deutsche Rapper Samy Deluxe in der aktuellen Ausgabe des Frauenmagazins BRIGITTE WOMAN (Ausgabe 11/11 ab heute im Handel). / presseportal
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