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Veröffentlicht am 4. Februar 2026 von lyrikzeitung
158 Wörter, 1 Minute Lesezeit.
Abbas Kiarostami
( 22. Juni 1940 in Teheran; † 4. Juli 2016 in Paris)
Beim Gemeinschaftsgebet der Muslime
Fiel der eine auf
Der nicht im Gleichklang
Betete mit dem Rest
Ich komme zurück
Von einem Begräbnis
Meine Schuhe drücken
Mir ist nach Liebemachen
Mit einer, die ich nicht kenne
Wie
Soll ich ruhig schlafen
Wenn die Zeit
Selbst im Schlaf
Keinen Augenblick anhält?
Als ich zurückkehrte An meinen Geburtsort War der Fluß nur ein Bach Und kein Kind Badete darin
Wie gut
Daß ein jeder seinen Weg geht
Aus dem Persischen von Shirin Kumm und Hans-Ulrich Müller-Schwefe, in: Akzente 2/ 2010, S. 109ff
Kiarostamis Haikus stehen in der Tradition der japanischen Kurzlyrik, lösen sich jedoch von formalen Silbenzählungen zugunsten einer freien, „westlicheren“ Haiku-Auffassung, in der auch der Jahreszeitenbezug nicht zwingend ist. Charakteristisch ist der nüchterne Ton, der das Erhabene im Alltäglichen sichtbar macht – ein Verfahren, das seine Lyrik eng mit seiner Filmsprache verbindet.
📖 Abbas Kiarostami: 5 Haikus
📚 Erstveröffentlichung (dt.): Akzente, Heft 2/2010, S. 109 ff.
Kategorie: Iran, PersischSchlagworte: Abbas Kiarostami, Abbas Kiarostami Haiku, Akzente Zeitschrift, Filmregisseur als Dichter, Haiku, Haikus moderne Poesie, iranische Lyrik, Lyrikzeitung, persische Gegenwartslyrik
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