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Veröffentlicht am 24. Januar 2025 von lyrikzeitung
Wir gratulieren der Lyrikerin Frederike Frei zum 80. Geburtstag!
Das ausgewählte Gedicht stand in der Zeitschrift Am Erker, # 42. Münster, Dezember 2001.
Frederike Frei
(* 24. Januar 1945 in Brandenburg/Havel)
WO WOHNEN DIE WÖRTER
Wo wohnen die Wörter im
Schlaf in der Stille des
Sturms im ruhig Blut im
unwirschen un in der
Einsilbe Nein, im Nachhall
des Ja, immer im Nimmer, im
Zimmergrau, im Immerblau
im im im Hollerbeersekt.
Warum nicht? Es ist ein
ganz altes Rezept.
Eins im Sinn, alle anderen
immer auf Achse diese
Tippelbrüder. Im Wohnwagen
wagen sie zu wohnen, am
Ende der Welt, am Anfang
der Sätze. Sie drängeln
sich im Off, um gleich
an die Reihe zu kommen,
um einzuziehn schön in
Geschichten, Gedichte,
am liebsten in Märchen
oder sammeln sie sich
als Läuse im Pelz von
Allerleirauh, sitzen auf
toten Frauenlippen im Keller
des Blaubarts hinter der
dreizehnten Tür im tiefen
Teich beim Eisenhans, in
der Löwenhöhle des
Schweigens. Ja, da.
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Frederike Frei
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krass, kann kaum glauben, dass sie schon 80 ist! wir lernten uns in berlin vor über 20 jahren kennen und ich empfand sie als gleichalt, vielleicht wegen ihrem verschmitzten humor, ihres fröhlich-motivierten temperaments oder des natürlichen, authentischen Charakters? jedenfalls eine wilde, freie, verspielte Dichterin, die ihr eigenes Ding drehte, sowas gefiel mir natürlich 🙂 dass sie am selben Datum Geburtstag hat wie ich, war mir völlig entfallen, was für eine Freude! liebe Frederike, falls Du mitliest: fühl Dich herzlich umarmt und meld Dich mal für den Poesiesalon.DE , Du feine Ausnahme-Lyrikerin ❤️🙏 Tom, aus Düsseldoof
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