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Stefan Schmitzer

Aus: ballade vom trendscout

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darum geht es, nichtwahr, anschluss 
finden, das wort zischt, schmeckt 
wie auf diesen gelagen der wein, also anschluss

also der leib das territorium die sehn 
sucht rape me my friend also so zwischen blick 
und welt und da geht es drum an die diskurse sich 
anzuschließen die sounds und die mode-
klitzekleinigkeiten damit man was mitkriegt nicht starr 
wird im schädel nicht altert potenz

         ***

wäre auch so n wort also 
anschluss der körper als ein surrogat 
für ein sudetenland oder so eine ostmark für den 
war dog im hinterkopf dieser traumfigur also 
an die wand projiziert vorgestern nacht
da lagen wir

in einem ganz anderen krieg die fronten 
zu begradigen einander näherzubringen also
dieses ganze vokabular der vereinzelung 
und so einsam sind wir denn doch nicht stehen alle 
jeder für sich an einem der fenster 
und schauen runter oder

         ***

gehen rauf aufs dach so 
treppenhaus fünfzehnstöckig flachdach tiefliegende wolken 
wer warst du damals nochmal wer war ich also 
schaust runter zigarette barbourjacket sonnenbrille hast einen
                                   überblick
und sagst das auch überblickst und fügst aber hinzu selbst das
                                   hier pose

Aus: Stefan Schmitzer, zwei primitive balladen. Berlin: SuKuLTuR, 2010, S. 3f

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