Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Veröffentlicht am 29. Oktober 2023 von lyrikzeitung
Stefan Schmitzer
Aus: ballade vom trendscout
1
darum geht es, nichtwahr, anschluss
finden, das wort zischt, schmeckt
wie auf diesen gelagen der wein, also anschluss
also der leib das territorium die sehn
sucht rape me my friend also so zwischen blick
und welt und da geht es drum an die diskurse sich
anzuschließen die sounds und die mode-
klitzekleinigkeiten damit man was mitkriegt nicht starr
wird im schädel nicht altert potenz
***
wäre auch so n wort also
anschluss der körper als ein surrogat
für ein sudetenland oder so eine ostmark für den
war dog im hinterkopf dieser traumfigur also
an die wand projiziert vorgestern nacht
da lagen wir
in einem ganz anderen krieg die fronten
zu begradigen einander näherzubringen also
dieses ganze vokabular der vereinzelung
und so einsam sind wir denn doch nicht stehen alle
jeder für sich an einem der fenster
und schauen runter oder
***
gehen rauf aufs dach so
treppenhaus fünfzehnstöckig flachdach tiefliegende wolken
wer warst du damals nochmal wer war ich also
schaust runter zigarette barbourjacket sonnenbrille hast einen
überblick
und sagst das auch überblickst und fügst aber hinzu selbst das
hier pose
Aus: Stefan Schmitzer, zwei primitive balladen. Berlin: SuKuLTuR, 2010, S. 3f
Kategorie: Österreich, DeutschSchlagworte: Stefan Schmitzer
Kann zu diesem Blog derzeit keine Informationen laden.
Neueste Kommentare