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Veröffentlicht am 19. März 2020 von lyrikzeitung
Walter Rheiner
(* 18. März 1895 in Köln; † 12. Juni 1925 in Berlin-Charlottenburg)
Expressionismus
Zerhau das Wort, die Form, den Ton. Begriff!
Ob allen Trümmern wogend, Ätherschiff.
Stürz nieder in die Schlucht! Zerbrich den Bau.
Schlepp Brocken an, kristallisch und genau.
Zerspreng den Unsinn! Hau den Knoten durch!
Aus Fetzen bilde trunken Menschen-Burg!
Bedenke nicht das Was und nicht das Wie.
Der Kosmos weiß nicht seine Harmonie.
O Menschgewimmel, Fetzen Fleisch und Blut,
Schutt-Stadt und Pflanz-Gerüst und Lava-Glut!
O Tier-Maschine! Seele breiter Fluß!
Aus Blitzen alle Nahrung kommen muß.
Pan-Teufel-Gott und Dämon-Engel-Tod.
In tieferen Fernen rauschest du, Idiot!
Aus Erde, Wasser, Luft und Feuer spie
dich Menschen übermenschlich Symphonie.
Ja –: Flamme, Geist und Mord und ewiges Licht,
entsteht dein Bild, dein Lied, dein Bau, – Gedicht!
Aus: Walter Rheiner, Ich bin ein Mensch – ich fürchte mich. Vergessene Verse und Prosaversuche. Herausgegeben von Thomas Rietzschel. BrennGlas Verlag Assenheim, 1986, S. 50f
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Walter Rheiner
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Er fürchtete das menschliche Tun…und schließlich sein eigenes.
Eine hoch sensible Seele, die diese Angst vor dem Leben in die Welt schrieb.
Ein wenig bleibt…nichts ist umsonst.
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So etwas sollte vergessen werden. Entsetzlich!
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