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204 Wörter, 1 Minute Lesezeit.
Paula Ludwig
(* 5. Januar 1900 in Feldkirch, Österreich-Ungarn; † 27. Januar 1974 in Darmstadt)
Wehe nicht so sehr, Wind!
Ich trage Zartes in meinen Händen.
Warum stehen die Häuser
so sicher in den Tag hinein –
Und Stimmen werden laut,
die riefen nach niemandem mehr.
Es gibt Blumen, die
des Abends aufblühn,
sie sind blau und seltsam –
Und ist es nicht,
als schrie im Baum voll Blüten
ein Vogel auf und fällt,
betäubt vom Duft und bang vor so viel Süße...
Aus: Anna Rheinsberg: Wie bunt entfaltet sich mein Anderssein. Lyrikerinnen der zwanziger Jahre. Gedichte und Portraits. Mannheim: Persona Verlag, 1993, S. 81
Bitte: auf Lebenslauf verzichten! Mein Leben war viel zu großartig (verhältnismäßig), als daß ich es in kurze Formeln bringen könnte. Geboren: 5.1.1900; gestorben hundertmal voraus! Aus Berlin emigriert 1933! aus Tirol geflohen 1938! aus Paris geflohen 1940! 13 Jahre Brasilien; 1953 „Heimkehr“ – fatal! –
Paula Ludwig 1958
Mehr über die Autorin bei Planet Lyrik
Gedichtauswahl: Versensporn 38. Paula Ludwig. Jena: Edition Poesie schmeckt gut, 2019
Es ist das Sapphische in Paula Ludwig, was ihre Gedichte bestimmt. Kein Zweifel, daß diese Gedichte, nicht in Einzelheiten, aber im ganzen Unsterblichkeit in sich tragen und diese auch im Geschichtsablauf wiedergewinnen werden.
Joachim Günther, Neue Deutsche Hefte, Heft 194, 2/1987
📖 Paula Ludwig: Wehe nicht so sehr, Wind!
📚 Aus: Anna Rheinsberg (Hg.), Wie bunt entfaltet sich mein Anderssein. Lyrikerinnen der zwanziger Jahre.
📍 Mannheim: Persona Verlag, 1993, S. 81
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