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Veröffentlicht am 30. März 2025 von lyrikzeitung
Helga M. Novak
(Isländischer Name ab 1966: Maria Karlsdottir; * 8. September 1935 in Berlin-Köpenick; † 24. Dezember 2013 in Rüdersdorf bei Berlin)
zerfallen
nach meinem Tod die Seele
von der ich nicht weiß
wo sie sich augenblicklich befindet
(ich habe sie noch nie gesehen)
wohin sollte sie sich wenden wohin
wenn ich sterbe wenn ich umfalle
daß mein Herz aufhört zu schlagen
ist gewiß auch daß es zu Erde wird
wieviel Herzen habe ich pochen hören
Seelen keine und ich wünsche niemand
erlitte die Qual eine Art Herberge
meiner Seele später zu werden solche
Strafe hat wirklich keiner verdient
mein Herz aber wird zerfallen schade
Aus: Helga M. Novak: chaque pierre orpheline. hochroth Paris 2013, S. 36. Die Anthologie wurde zusammengestellt von Dagmara Kraus, die Gedichte stammen aus dem Band solange noch Liebesbriefe eintreffen, Schöffling 1997, 1999, 2005.
Kategorie: Deutsch, Deutschland, IslandSchlagworte: Helga M. Novak
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