dass man die gorgo nie wird streicheln können

Anne Martin

poetologie eines bevorstehenden unglücks
 
das geräusch wenn man glascontainer leert
alle farben zusammen kippt
 
als wäre am ende egal
wie die dinge geordnet lagen
 
sich distinktes
scherben von gewürzgurken, hustensaft und wein
 
als dröhnendes geröll entlädt
schädeltektonik zum wanken bringt
 
hinter der stirn zwischen den ohren
alles über mir zusammenbricht
 
die altersflecken der buschwindröschen
dass man die gorgo nie wird streicheln können
 
nicht zu sehen was dein schlaf dir träumt
nicht wissen wie seelen überwintern
 
laubhaufen, fotoalben oder dendriden
wie ich satt werden soll
 

seit du nicht mehr isst
so laut der wind das wasser und das nichts

Erscheint in Kürze beim Verlag parasitenpresse

Anne Martin: sollbruchstellen. Gedichte, 86 S., 12,- € (in Vorbereitung für Herbst 2023)

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