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Veröffentlicht am 15. März 2012 von lyrikzeitung
Nach langer Zeit des Schweigens und der künstlerischen Krise bringt der Schriftsteller Walter Kranz – während der Studentenrevolte als „Dichter der Revolution“ gefeiert – seine ersten Worte zu Papier. Dabei entsteht exakt das Gedicht „Der Albatros“, das Stefan George als Übersetzung von Charles Baudelaire anfertigte. Ein Plagiat? Ein Zufall? Ein Ruf? Kranz begnügt sich mit der Idee, eine Reinkarnation des deutschen Dichters zu sein: Er bestellt einen Anzug im Stile der Jahrhundertwende, zieht sich eine Perücke auf und schart erste Anhänger um sich. / Die Welt über eine Geschichte von Rainer Werner Fassbinder („Satansbraten“), die der Regisseur Stefan Pucher jetzt für die Bühne adaptierte.
Zum gleichen Stück die Süddeutsche:
Nach zwei Jahren bringt er wieder etwas zustande, ein Gedicht, das jedoch ein Plagiat von Stefan Georges ‚Der Albatros‘ ist, worauf sich Kranz beginnt, als George zu fühlen. Und sich auch so verhält. Da spielt dann vieles mit hinein, München, George-Kreis, Baudelaire (bei welchem George bereits sein Gedicht geklaut hatte) …
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Charles Baudelaire, Jorge Luis Borges, Rainer Werner Fassbinder, Stefan George, Stefan Pucher, Theater
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Zum Motiv des Wiederschreibens vgl. die Kurzgeschichte »Pierre Menard, el autor del Quijote« von Jorge Luis Borges, erschienen 1941: Pierre Menard schreibt das 9., das 38. und Teile des 22. Kapitels von Cervantes’ Roman neu, und zwar Wort für Wort identisch, aber nicht kopiert. Hier der Text: http://www.literatura.us/borges/pierre.html
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Und die „Hommage für César Paladión“ (auch wenn ich sie schändlicherweise nur in der Übersetzung kenne).
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