Teil der Bewegung. Lyriknacht an Musik
16. März 2013 | 20:00
Mitwirkende:
Martina Hefter, Kerstin Hensel, Simone Kornappel, Steffen Popp, Lars Reyer, Rike Scheffler (Musik), Jan Skudlarek, Charlotte Warsen, Martina Weber, Aleš Šteger
Veranstalter:
Schöffling & Co. , poetenladen , kookbooks, luxbooks, Texttonlabel KOOK , Edit e.V.
Art der Veranstaltung:
Lesung mit Musik
Ort:
Hochschule für Grafik und Buchkunst, Wächterstr. 11, 04107, Leipzig (Süd)
Gaspare Mùrtola, La Marineïde, Risata No. 26
Poiché Marin ti piace lodare
In ogni tuo Sonetto over canzone
Ch´io mi trovo un grosso piffarone,
Da far tutte le donne in frega andare,Io perché non ti voglio ingiuria fare
Con dar una mentita alle persone.
Dirò, che dici il vero, e c´hai ragione,
E te ne voglio ancora ringratiare.E s´ancor non temessi di privarmi
Di questa si abbondante cornucopia,
E tagliarmi il preputio, e Giudeo farmi.A fe io ti prometto da Dottore
Ch´a te, che ne sei senza, e n´hai inopia
Verrei per farten parte, e di bon core.
Ma se t´usò rigoreLa natura avarissima, e fu scarsa
Di ciò, ch´a me più liberal è apparsa
Acciò di quella sfarsaTu non ti dogli, e come fu ragione
Ti dè tanto più colpa di coglione.
Gelächter Nr. 26 Da du beliebst, Marino, in jedem deiner Sonette / Oder Lieder davon Aufhebens zu machen, / Ich sei ein Flötenbläser,* / Dem die Frauen brünstig hinterher seien,**Will ich nicht unfair sein, / Indem ich dich vor anderen der Lüge zeihe: / Ich werde sagen, dass du die Wahrheit sprichst und richtig
liegst, / Und will mich auch noch schön bei dir bedanken.Und wenn es mich nicht reute, mich dieses Füllhorns, / Das so unerschöpflich
ist, zu berauben, / Würde ich auch noch einen Juden
aus mir machen und mir die Vorhaut abschneiden.Ich schwöre dir bei meinem Ehrenwort als Doktor: / Ich würde dir, der ohne ist und keinen hat, / Und zwar von Herzen gern, von meinem Schwanz ein Zipfelchen spendieren.
Doch wenn dich die Natur mit Missgunst / Und größtem Geiz behandelt hat und mit dem kargte, / Worin sie sich bei mir soviel verschwenderischer zeigte,
So hat sie doch, damit du diesen Schimpf / Nicht allzu schmerzlich
fühlst, / Umso verdienterermaßen aus dir ein Ei gemacht.****) Piffarone ist im Toskanischen im allgemeinen ein Ausdruck für einen Dummkopf; der Zusammenhang macht allerdings die ursprüngliche Bedeutung eines Flötenspielers, der andere zum Tanzen bringt, plausibel.
Nicht unpassend hat das Gedicht die Form eines sonetto caudato oder „geschwänzten Sonetts“ (technisch gesprochen handelt es sich um ein Sonett mit zusätzlichen Dreizeilern).
**) Die Murtoleïde spricht zwar nirgends von amourösen Heldentaten Mùrtolas; in seiner ungebrochenen Macho-Herrlichkeit gehört das Gedicht nichtsdestotrotz zu den komischsten der Marineïde.
***) ein Ei: Ital. un coglione, „Hoden” oder „Trottel”
A.a.O. (s. vorigen Beitrag) S. 16f
Veranstaltungen des Verlages zur Leipziger Buchmesse
Zu den Lesungen ist der Eintritt kostenlos. (Zu Veranstaltungen auf dem Messegelände ist der Messeeintritt erforderlich.) Besuchen Sie uns auch auf unserem Messestand: Halle 5, D 113.
… weilt zur Zeit Ron Winkler und berichtet darüber in seinem Blog. Hier ein Auszug aus dem Eintrag vom 10. März:
»Czernowitz war häßlich und schön: architektonisch stillos, uninteressant, aber landschaftlich lieblich und von eigentümlichem Reiz«. So erinnerte sich Rose Ausländer »an eine Stadt«. Das mit der Stillosigkeit lässt sich nicht wirklich nachvollziehen, vielleicht fehlt Ausländer eine gewisse Exzentrik in der Architektur. Es schmerzt aber natürlich (weit über den Stilaspekt hinaus), den Israelitischen Tempel in ein Knabberfilmkino transformiert zu sehen ― so nett der Bau heute auch immer noch wirken mag. Scheynem Dank.
Mit google poems kann man Entdeckungen machen.
Tippt man „Goethe is“ erscheint
Da Googles Suche die Vorschläge auf Statistik aufbaut (wir erinnern uns, da war was mit Frau Wulff, wollte die nicht gegen die Statistik klagen?), erfährt man viel über die Google-Nutzer und somit über die Welt. Ich hab mal in der alten Stadt Sousse mit einem Tunesier in meinem schwachen Französisch über Religion diskutiert und übersetzte ihm radebrechend den Kern von Lessings Ringparabel. (Es war lange vor 9/11). Er kannte Lessing nicht und auch Goethe nicht, und erst als ich sagte, der sei in der Literatur sowas wie Mozart in der Musik, guckte er verständnisinnig.
Danach aber traf ich öfter Moslems, die Goethe kannten und meinten, der sei Moslem gewesen. (Zum Glück für sie haben sie nicht viel Goethe gelesen, sonst würden sie’s wohl lassen.)
Google bildet das getreulich ab. Deutsche fragen nicht viel nach Goethe, Schülerfragen fangen nicht mit „Goethe is“ an… die meisten Sucher haben von Goethes Religiosität gehört und wollen es beglaubigt finden. Mit „Goethe Islam“ findet man mit Sicherheit was über seine Stellung zu dieser Religion (meist von Propagandisten Verfaßtes). Wer noch weiter denkt, weiß, daß sich das in einem Zitat äußern muß. Wer soll die vielen Bücher lesen, Google gib das Goethe Islam Zitat! Google gibt. Der Rest ist Istanbul.
Dieses Googlepoem ist aufschlußreich, aber von begrenzter Poetizität. Das läßt sich ändern. Man muß weiterschreiben, nur nicht zu schnell. (Poesie soll man langsam lesen). Manchmal auch schreiben. Nur im abgebremsten Einfingersuchmodus erhält man diese erste Stufe. Ich tippe nun das „t“:
Nun ist’s ein kleiner Spruch, vielleicht gar geeignet, dem Sucher eine Lektion zu erteilen? Weiter im Text, jetzt ein Leerzeichen, und schwupp:
Vom Himmel durch die Welt zur Hölle und zurück! Goethe ist Türke.
Hanno Helbling leistete sich keine interpretatorischen Kapriolen wie Celan das tat und hielt sich bei seiner Bearbeitung von Montales drei Bänden Ossi di seppia (Tintenfischknochen), Le occasioni (Anlässe) und Finisterre/La bufera e altro (Finisterre/Stürme) nah am Text des Originals. Das bietet sich zugegebenermaßen auch eher an als es bei Ungaretti der Fall sein könnte – denn anders als der hielt sich Montale mit der Rätselhaftigkeit noch bedeckt. Wo Ungaretti mit zwei enigmatischen Zeilen und eleganten Wortspielen die Sprache zum Leuchten bringen konnte, da lädt Montale, nicht unähnlich Quasimodo, zum Versinken in subtilen Narrativen und dichten Momentaufnahmen ein.
So musikalisch sich Montales freie Verse mit ihren dezenten Rhythmen und kraftvollen Klanglichkeit – ein Blick ins Original lohnt sich selbst bei mangelnden Italienisch-Kenntnissen ungemein – lesen mögen, gänzlich opak sind sie keineswegs. Das Schlagwort Hermetismus zumindest verfehlt eigentlich den Sachverhalt. Denn obwohl auch Montales Lyrik sprachmagisch aufgeladen ist, sich in Anspielungen und kühnen Metaphern ergeht: Montale war kein Verfechter von sperrigen ästhetizistischen Turnübungen, sondern ein Meister der Evokation, der Schemen gekonnt zu Szenen verdichten konnte.
Schon das Eröffnungsgedicht von Ossi di seppia ist modernistisches Manifest wie auch liebevolle Hommage an die Poesie zugleich. Es beginnt mit einer kleinen ironischen Spitze:
Ascoltami, i poeti laureati
si muovono soltanto fra le piante
dai nomi poco usati: bossi ligustri o acanti.
Die preisgekrönten Dichter, weißt du, sie
bewegen sich bloß unter den Gewächsen
mit seltenen Namen: Buchsbaum, Liguster, Akanthus.
/ Kristoffer Cornils, Fixpoetry
Berlin ist nun mal der Ort, wo sehr viele Schriftsteller, gerade Dichter hinkommen. Es ist eben auch billiger als in München oder in Köln oder in Hamburg – auch wenn es immer teurer wird. Hier spielen sich einfach die Dinge ab, sehr viele kommen hier her, und bei aller Liebe zur Kleinstadt, die ich historisch in mir trage – gibt es nun mal Berlin und das ist auch gut so und deswegen glaube ich, dass das Zentrum hier seinen richtigen Ort hätte.“/ Norbert Hummelt im Interview mit rbb inforadio (ab 13’05“) zum geplanten Poesiezentrum
„Es geht um Widerstände. Es geht um uns. Um Worte. Veränderung. Um Rückgewinnung. Lyrik als Modus. Poetisiert euch.“ Mit diesen Sätzen positioniert und behauptet sich ein junger Berliner Verlag gegen die in der Stadt ansässigen Großverlage. Das Verlagshaus J. Frank, mit Sitz in der Chodowieckistraße in Berlin-Prenzlauer Berg.
…
[Johannes Frank] konzentriert sich auf Lyrik, weil diese besondere Zugänge zur Welt ermögliche und ihre Leser und Leserinnen sprachlich bereichern könne. Den größten Wert bei der Auswahl der Manuskripte legt er auf eine eigenständige Stimme, die etwas zu sagen hat. Das Verlagshaus J. Frank interessiert sich nicht nur für Lyrik als Sprachlabor, zuvorderst geht es um Inhalte, Themen und Zugänge.
…
rbb inforadio, »Quergelesen« vom 10. 3. 2013. Hier das vollständige Porträt zum Nachhören (ab 8′ 14″) oder, gekürzt, zum Nachlesen.
weigoni verbindet das profane mit metaphysischem, um heimzukommen »in die Ewigkeit der Gegenwart« (´Start up` in ´Dichterloh`) und eine gegenwart zu überwinden, die bloß der hauswart der wirklichkeit ist. »Gesucht wird ein Mythos – zu finden sind viele einzelne Gedichte.« (´VerDichtung`). immerhin kann dichtung magische substanz individuell bewahren, während die kollektive magie zerfällt und verflacht. so erhält das entfremdete individuum, die zentrale ich-figur moderner lyrik, manches, das sonst verloren geht, noch am leben, wenngleich vom rande der gesellschaft her. nicht zuletzt deshalb hat der schreibprozeß auch einen therapeutischen sinn. »Nur wenn man ein Talent auslebt / kann man die Narben schützen.« heißt es in ´Unbehaust`, »Einsamkeit ist auch nur eine Form / vor sich selbst zu flüchten.« in ´Dichterloh`.
literaturmarkt und literaturbetrieb begegnet weigoni mit distanz. in ´Verweisungszeichen zur Poesie` und ´Verdichtung` konstatiert er: »Die heutige Marktliteratur ist realistisch, optimistisch, fröhlich, sexy und didaktisch … Die meisten SchriftstellerInnen haben die künstlerische Kontrolle über die Resultate ihrer Arbeit verloren und lassen sich vermarkten … Vom utopischen Surplus der Literatur bleibt nicht mehr viel. Statt dieses Mehrwerts liefert die Literatur das, was den Waren zu mehr Wert verhilft … Die Zielgruppe ist an die Stelle der Öffentlichkeit getreten.«, und gibt zu bedenken: »Das Bedürfnis nach Subjektwerdung kann niemals wirklich durch den personalisierten Konsum standardisierter symbolischer Güter gedeckt werden … Als Notwehr dagegen bleibt, eine VerDichtung zu betreiben, ohne sich Illusionen über Kommerzialität und Zeitgeist-Kompatibilität zu machen … Gedichte müssen aus Not und Notwendigkeit entstehen und nicht als Geschäftsgrundlage. Lyrik ist eine Kunstdisziplin, die ihren Weg von unten nach oben antreten muss.« / Holger Benkel, Fixpoetry
Zukunft – was war das noch mal? Eine Zeit, in der es unseren Kindern einmal besser gehen sollte
Hansjürgen Bulkowski
It has been said that computers can do everything that humans can do, except write poetry. But the users of the Reddit page „googlepoems“ are out to chip away at that theory. When you type a word or two into Google search, a handful of autocomplete suggestions pop up automatically. And sometimes, but just sometimes, those autocomplete suggestions are quite poetic.
(…) It takes a few tries to get the hang of it, but some of the results are really magical. Google poetry gives you a glimpse into human nature. Playing with Google autocomplete gives you a sense of what’s important to people, since autocomplete is based on a compilation of users‘ previous searches.
Hier ein paar Versuche:
Mit dem Namen uräus-Handpresse verbinde ich in erster Linie die Künstlerbuch-Almanache, die Verleger und Drucker Hans-Ulrich Prautzsch in den 1990er Jahren herausgegeben hat. Der bislang letzte Band der Reihe, Brecht gewidmet, wird an anderer Stelle in diesem Buch kurz vorgestellt. Das Gedichtbeispiel, das ich aus dem Brecht-Almanach ausgewählt habe, stammt von A. J. Weigoni, dessen poetisches Künstlerbuch Unbehaust (inkl. CD) 2003 in der uräus-Handpresse Halle/Saale erschien. Vorzüglich bereits das Vorwort von Holger Benkel, das einen guten Eindruck dessen vermittelt, was Sie in Unbehaust erwartet:
Praktisch alle literarischen Techniken dieses Buches, die aphoristische Struktur, der gestische Duktus, die ironischen Untertöne, die Unterwanderung vorgeprägter Sprache, die umgedeuteten Sprichwörter, die filmischen Momentaufnahmen dienen auch einem intellektuellen und dabei häufig parodistischen Spiel. Indem Weigoni Postulaten, die ihm abstrakt erscheinen, Mythen, Moralvorgaben, Utopien, mißtraut, zugleich aber den Mangel an ideell Gelebtem in vorgefundener Wirklichkeit konstatiert, verweist er auf ein Grundproblem postmoderner Intellektualität. Sarkasmus und Ironie sind so auch ein Refugium gegen totale Ernüchterung, obwohl oder weil manche Stellen dem kaltgenauen Blick eines Heiner Müller oder Ernst Jünger nahekommen.
Einschließlich der schwarzrotweißen Holzschnitte von Haimo Hieronymus, die intensiv ins Auge drängen, ist Unbehaust ein geglücktes Buch, das ich mit hochgezogenen Augenbrauen lese. So schreibt kein anderer im deutschen Sprachraum. Darüber hinaus: Ein bleigesetztes und handgedrucktes Künstlerbuch zu lesen ist ein Anachronismus, für den ich dankbar bin. Weigonis Gedichte erhalten ihre Spannkraft bis zum Ende. / Theo Breuer, KuNo
Unbehaust ist vergriffen wurde wiederveröffentlicht in: A. J. Weigoni, Parlondos, Langgedichte und Zyklen, Edition Das Labor, Bad Mülheim 2013.
Weigonis Essay VerDichtung – Über das Verfertigen von Poesie ist bei Vordenker zu lesen.
Asteris Kutulas
Bizarre Städte im Fadenkreuz
Ein unmelancholischer Rückblick 20 Jahre später
Das Projekt Bizarre Städte entsprang einem elementaren Freiheitsbedürfnis: sich nämlich nicht von vergreisten, kleinbürgerlichen und ungebildeten Herren vorschreiben zu lassen, was man zu denken, zu lesen, abzubilden und wie man zu leben hat. Die BS waren keine Publikation von oder für Dissidenten, ja, ich würde sagen, nicht mal von Oppositionellen im landläufigen Verständnis, sondern eher Ausdruck eines anarchischen Lebensgefühls gegenüber der uns damals umgebenden kulturellen Wirklichkeit und deren opportunistischer und größtenteils dümmlicher Repräsentanten, die da alle Ebenen des öffentlichen Lebens der DDR abweideten und in einigen Fällen ihre Machtgelüste und/oder ihren Kleingartenfrieden auslebten: Verlagsmenschen, Zeitschriftenredakteure, Kulturfunktionäre, Schallplatten- und Rundfunkproduzenten, Fernsehreporter, Festival- und Konzertveranstalter, Abteilungsleiter, Sekretäre, Jugendklubbetreiber etc. etc. (…)
Ich schreibe all das, weil sich die BS seltsamerweise nicht nur im Fadenkreuz staatlicher Ermittlungen, sondern auch im Fadenkreuz der „Szene-Regierung“ befanden, denn Anderson & Schedlinski agierten wie deren Premier- und Propaganda-Minister – dabei nicht nur die politischen, sondern auch und vor allem die geschäftlichen und bilateralen Beziehungen zum Westen regelnd. Diese beiden mal farbschillernderen, mal blasseren Oberhäupter hatten die geistige und teilweise auch faktische Regentschaft über das Erscheinen einiger „Untergrund“-Publikationen in Prenzlauer Berg und anderswo inne und wähnten sich kompetent genug, festlegen zu dürfen, wer in dieser Szene salonfähig war und wer nicht, waren also ebenfalls kleinbürgerlich, wenn auch mit abgetretenen Kelimteppichen und Ledersesseln, khakifarben von Alterspatina, in den Arbeitsräumen und/oder bekleidet mit einer ewigen beuys-kreuz- und -flecken-dekorierten Weste.
Trotz dieser doppelten „Restriktion“, die unsere Arbeit ständig begleitete, will ich nicht behaupten, dass die BS in gesellschaftlicher oder kultureller Hinsicht „wichtig“ waren, aber sie veränderten immerhin in konstruktiver Weise die persönlichen Produktions- und Dialog-Bedingungen einiger Leute, die sich mit Kunst und Literatur beschäftigten, und wurden damit zu einem selbstbewussten Ausdruck unserer „transzendentalen Obdachlosigkeit“ in diesem seltsamen Niemands-Land DDR. Immerhin veröffentlichten wir einige Texte, die sonst keine Chance auf Publikation hatten, wie z.B. Annett Gröschners „Maria im Schnee“, Heiner Müllers „Wolokolamsker Chaussee IV“, Matthias „Baader“ Holsts Gedichte oder Frank Lanzendörfers Foto-Text-Collage „Garuna, ich bin“, um nur einige zu nennen. / Bizarre Städte
„Believe it or not, writing like this helps me to remember vocabulary“, sagt Margaret Prezioso-Frye zu ihren Gedichten, mit deren Hilfe sie spanischen Wortschatz memoriert:
An Italian-American Studying Spanish In Spain
Syllogismo Hypothetico 101
Or hypothetical syllogism on a
Developing Spanish brain
Habla No Español
Could be a crying shame
After all is said and done
This is what I have to sayPoco Loco
No muy pero
Mucho Loco
Cocoa Loco
Coco Loco
Coco Richo Bicho
No poco dinero
Muy Mucho
Loco mucho dinero
Wanto be richo
Richo like bicho
No bicho es bug-o
Bicho es richo con mucho dinero
Mi scrive con headacho
Es scrive ‘Taliano
Pero mi Italiana
Scribo escriva
Who cares!
Con huevo
Con hueso
An egg or a wrist
Make my food by hand?
If you insist!Para aqui? Si si!
Aqui para me
No mi pero me
Poro mi? See, see!
No sea, no see
pero si, si, si, si!
Some espresso con tearos
Bitteros, Bitter?
Tearos no ’spañol
Españolo para tearo?
No tiendo!
No tieno?
I don’t knowlo
Understando oro havo
Oro goldo
No goldo!
Oro tieno.Hasta luego
Luego see you latero
Latero lateral
Lateral no Españo
Lateral es linea
Linea es tren
Linea es meho
Meho es pano
Español es ce (they)
They uno
They dos
Dos progama o programo uno eme
Emmy is nombre
Nombre es name-o
No number is numero
So?Medicino assistencia
Para Headacho
Headacho Españo
Braino paino
Oh… oh…
I don’t know.
Fell lightheaded, no feel lightheaded es
Illuminato
Illuminato Italiano?
Illuminato Demolitionato Mano?
Illuminata Italiana, so vero.
Si vero, Italiana Españana, Españata?
Posiblo? No, posibla!
Finito Syllogismo-o-a
Si, si here it goes.
Aqui es so, boy, yo?Habla Español?
:. No
Das Spannende an der Lyrik sei, dass diese fast keinen Marktwert hätte, hat der Psychoanalytiker und Essayist Adam Phillips kürzlich gesagt. Künstlern kann man „unlautere“ Motive in Form einer erwarteten finanziellen Belohnung unterstellen. Lyriker schreiben Gedichte aus dem einzigen Grund, dass sie es wollen. Der schwedische Künstler Karl Holmqvist hat sich nun in die Grauzone zwischen bildender Kunst und Lyrik gewagt: In seiner ersten Ausstellung in der Galerie Neu zeigt er einen Film, in dem poetische Sprache sowohl an die Wand projiziert als auch im Raum über Tonband abgespielt wird. Der Film thematisiert, wie die Kunstwelt Statusnetzwerke erzeugt, die sich im Marktwert niederschlagen. / Mark Prince, Die Welt
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