Auf einer Blumenmesse in Nantes: Taiwan schreibt ein Gedicht in Orchideen. Mehr
Ricardo Domeneck, Birgit Kreipe und Rainer Stolz
Ricardo Domeneck, 1977 in São Paulo geboren, gehört zu den aufregendsten Stimmen Lateinamerikas, Er veröffentlichte fünf Gedichtbände, sowie Rezensionen und Übersetzungen in brasilianischen Zeitschriften und Zeitungen. Seine Gedichte wurden in Anthologien, u. a. in Deutschland, USA, Belgien, Spanien und Argentinien, übersetzt und publiziert. Auf Deutsch erschien von ihm zuletzt der Gedichtband „Körper: ein Handbuch.“ im Verlagshaus J. Frank in der Übersetzung von Odile Kennel (2012). Seit 2002 lebt Domeneck in Berlin.
(Lesung findet in Portugiesisch/Brasilianisch, Deutsch u. Englisch statt)
http://www.belletristik-berlin.de/koerper-ein-handbuch
Birgit Kreipe, geboren in Hildesheim, Lyrikerin und Psychotherapeutin, lebt in Berlin. Neben zahlreichen Beiträgen für Zeitschriften (ostragehege, randnummer, edit u.a.) und Anthologien (Jahrbuch der Lyrik, Schneegedichte) sind von ihr die beiden Einzelveröffentlichungen “Schönheitsfarm” (2012) und “wenn ich wind sage seid ihr weg” (2010) erschienen. 2014 gewann Kreipe den Münchener Lyrikpreis, sowie den Irseer Pegasus Preis für ihre neuen Texte.
http://www.belletristik-berlin.de/schoenheitsfarm
Rainer Stolz, 1966 in Hamburg geboren. 1997 gründete er gemeinsam mit Lars-Arvid Brischke und Stephan Gürtler den Lyrikkreis „Die Freuden des jungen Konverters“, eine Gedicht-Werkstatt, die bis 2004 bestand. Für diesen Kreis gab Rainer Stolz gemeinsam mit Stephan Gürtler 2003 die Anthologie „Feuer, bitte! Berliner Gedichte über die Liebe“ (dahlemer verlagsanstalt, Berlin) heraus.
Zu seinen letzten Veröffentlichungen gehören „Stuckbrüche“ (SuKuLTuR-Verlag, Berlin 2006), „Während mich die Stadt erfindet“ (Elfenbein Verlag, Berlin, 2007). 2012 „Spötter und Schwärmer. Haiku-Vogelporträts“ (Edition Krautgarten, St. Vith). Am 15. Mai wird Rainer Stolz, seinen jüngst erschienen Gedichtband „Selbstporträt mit Chefkalender“ vorstellen (Edition Voss beim Horlemann Verlag, 2014)
Mehr unter: http://www.horlemann.info/edition-voss/lyrikpapyri/buchtitel/selbstportraet-mit-chefkalender-202.html
ausland – Territory for experimental music, performance and art
Lychener Str. 60, 10437 Berlin
Der kubanische Erzähler und Lyriker Carlos Jesús Cabrera Enríquez starb in Havanna im Alter von 54 Jahren. Er erhielt zahlreiche Literaturpreise, darunter 1997 den Nicolás-Guillén-Preis. Zu seinen Werken zählen: El restaurador anónimo, La carne transparente (Premio José Manuel Poveda, 1997) und der Roman Este era tu deseo. / El artemiseño
Bei Textkette Freistil gibts es den oder die Kempner des Tages – ein Gedicht von Friederike Kempner (1828-1904), der schlesischen Nachtigall, auch genannt „Genie der unfreiwilligen Komik“. Mal schaun, ob die Substanz reicht, um bis Weihnachten mindestens jeden 2. Tag ein neues – ja: lesenswertes Gedicht zu finden.
Daktylen und Jamben, Trochäen,
Sie schließ’ ich in einen Bund,
Die Regel, die ewig zu trennen
Hat keinen vernünft’gen Grund.
Mit einem „Poliversale“ genannte Lyrik-Fest will die Alte Schmiede in Wien ab morgen, Mittwoch, „ein kleines Zeichen gegen die machtvoll zelebrierten ästhetischen Verarmungstendenzen der zeitgenössischen Literatur“ setzen. Bis 12. Juni will man mit dem „Wissen dreier Dichtergenerationen“ und den „Erfahrungen aus acht Sprachräumen“ an 12 Abenden auf die Lyrik als Literaturgattung aufmerksam machen.
Das von Michael Hammerschmid und Gundi Feyrer konzipierte und gestaltete Programm startet mit jeweils zweisprachigen Lesungen von John Burnside und Patrizia Cavalli. In der Folge sollen „gut dreißig verschiedene Ansätze, die kreative Polyvalenz sprachlicher Ausdruckskunst gegen die normopathische Einfalt der Funktionssprache zu verteidigen“ geboten werden, heißt es in einer Ankündigung. / Tiroler Tageszeitung
Mit Friederike Mayröcker, Ann Cotten, Konrad Prissnitz, Ferdinand Schmatz, Nico Bleutge, Steffan Popp, Maja Haderlap, Róža Domašcyna, Ulf Stolterfoht, Elfriede Czurda, Adam Zagajewski u.v.a.
Am 15. Mai um 18 Uhr wird das Finale des 12. Lyrikpreises Meran im Pavillon des Fleurs eröffnet. Die Lesungen finden am 16. und 17 .Mai ebenfalls im Pavillon des Fleurs statt. Am 16.Mai lesen Monika Schnyder (10 Uhr), Jan Volker Röhnert (11 Uhr), Thomas Kunst (12 Uhr), Hartwig Mauritz (16 Uhr), Kerstin Becker (17 Uhr) und Tom Schulz (18 Uhr). Am Samstag (17.05) folgen dann Dominic Angeloch (10 Uhr), Martina Weber (11 Uhr) und Christoph Szalay (12 Uhr).
Am 17. Mai um 18 Uhr werden im Pavillon des Fleurs drei Preise vergeben: Der Lyrikpreis Meran (8.000 Euro; Südtiroler Landesregierung, Ressort für Bildungsförderung, Deutsche Kultur, Integration), der Alfred-Gruber-Preis (Stiftung Südtiroler Sparkasse, 3.500 Euro) und der Medienpreis der RAI Südtirol (2.500 Euro). Die Lesungen sind als „Lyrik im Gespräch“ konzipiert. Die Texte werden von den Juroren nach jedem Vortrag in Anwesenheit der Autoren diskutiert. Alle eingereichten Gedichte sind in einem kostenlos aufliegenden Textheft abgedruckt. Der Eintritt zu allen Lesungen ist frei.
Der Jury gehören Ilma Rakusa (Autorin, Zürich), Hans Jürgen Balmes (S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main), Maria Gazzetti (Lyrik Kabinett München), Hans Höller (Universität Salzburg) und Jan Wagner (Autor, Hamburg) an. Ausgeschrieben wurde der 12. Lyrikpreis Meran vom Südtiroler Künstlerbund/Literatur und vom Verein der Bücherwürmer Lana. (…)
Vor 21 Jahren hatten der 1998 verstorbene Alfred Gruber und der damalige Bürgermeister Franz Alber den Lyrikpreis Meran ins Leben gerufen. Preisträger waren Kurt Drawert (D, 1993), Kathrin Schmidt (D, 1994), Sepp Mall (I, 1996), Jürgen Nenzda (D, 1998), Lutz Seiler (D, 2000), Oswald Egger (I), und Sylvia Geist (D), ex aequo (2002), Michael Donhauser (Liechtenstein, 2004), Ulrike A. Sandig (D, 2006), Martina Hefter (D, 2008), Andre Rudolph (D, 2010) und Uwe Kolbe (D, 2012).
/ stol.it
Vielleicht musste Farhad Showghi, der in Prag geboren wurde und seit einigen Jahren im Hamburg lebt, erst Umwege nehmen, um sein Kindheitsland Iran wiederzuentdecken – vielleicht ist das aber auch viel zu psychologisch gedacht. Denn fest steht in diesen Gedichten ohnehin recht wenig, die, gerne mit einer intrikaten Grammatik ausgestattet, ganz profane Alltagsvorgänge wie Schauen, das sich Bewegen, Essen und Trinken beschreiben.
Showghi wählt dafür die Spezialgattung des Prosagedichts. 67 davon finden sich in diesem Band, manche umfassen nur eine Zeile, über eine halbe Seite gehen sie nie hinaus. In ihrer lapidaren, ungebundenen Form wirken diese Prosagedichte erst einmal wie hingeworfen. Auch die Aufteilung in drei Kapitel wirkt willkürlich, liest man das dem Band beigegebene Inhaltsverzeichnis, wird es nicht gerade übersichtlicher, die Gedichtüberschriften (die tatsächlich Gedichtanfänge sind) muten austauschbar an: „Wir würden noch gern“, „Ich habe die Zeit“, „Lass uns nachschauen“.
Ist das fehlendes Konzept? Falsches Understatement? Oder aber gerät derjenige Leser, der hier nach äußerer Ordnung schielt, vielmehr auf den Holzweg? Letzteres ist natürlich der Fall. Denn Farhad Showghis Gedichte stehen nicht allein, und hier liegt vielleicht ein weiterer Grund für die Nähe zur Prosa. Diese Gedichte erzählen eine Geschichte, die tatsächlich am Stück gelesen werden kann. Mit bewundernswerter Langsamkeit, gleichsam in einer maximal entschleunigten Slow-Motion-Sequenz, spinnen sie ein Netz von Sinneseindrücken, Wirklichkeitsausschnitten und ganz nah herangezoomten Alltagsbildern: Vögel. Wäldchen. Verrutschte Wäsche auf der Leine. Kissenbezüge, Doppelfensterscheiben. Und immer wieder das Ich und der Umriss, die Ränder, Schultern, Hände, Finger, selten auch gegenübergestellte Personen – ein Vater, ein Sohn. / Fabian Thomas, Fixpoetry
Farhad Showghi
Chris Martin ist ein Genie. Weil es seine sehr gefühlsbetonte Lyrik bisher nämlich nicht in die wichtigen Bibliotheken der Welt geschafft hat, hat sich der Texter und Sänger der Gruppe Coldplay etwas sehr Aufregendes einfallen lassen. Er hat die neun Texte vom neuen Album „Ghost Stories“ einfach in Bibliotheken auslegen lassen. In der Singapore National Library lag „Another’s Arms“. (…)
Und wie in Roald Dahls „Charlie und die Schokoladenfabrik“ lag der Lyrik noch ein goldenes Ticket bei, das den Finder und eine Begleitperson nach London zu einem Coldplay-Konzert in die Royal Albert Hall einlädt.
/ Die Welt
Beantwortet Fragen und erzählt von sich: Hossein Mansouri
Der Dichter und Übersetzer Hossein Mansouri wurde 1956 in der iranischen Provinz geborenen. Als Kind war er im Dokumentarfilm „Das Haus in schwarz“ von Forough Farrokhzad zu sehen.
Seit bald 40 Jahren lebt der persische Poet in München, wohin ihn sein Lebensweg auf höchst verschlungenen Pfaden führte. / DLF
Gunnar Ekelöf, geboren 1907 in Stockholm und gestorben 1968 in der alten Stadt Sigtuna, war nicht nur der kühnste und intelligenteste Dichter Skandinaviens, er war der Archipoet der lyrischen Moderne. Zeit seines Lebens arbeitete er an einer Poetik der Einsamkeit. Die Einsamkeit war ihm eine Art Perpetuum Mobile, in dem das ewig gleiche Nichts in unterschiedlichen Gestalten mahlt. In seinen Gedichten komponierte er eine fugenhafte Litanei über die Sinnlosigkeit der menschlichen Existenz: „ich will nicht sterben ich will nicht sterben / und kann doch nicht leben / … es ist spät auf erden.“
Im März 1965 widerfuhr Ekelöf eine mystische Offenbarung. Nach dem Besuch einer kleinen griechischen Kapelle in Istanbul erschien ihm eine „Jungfrau aus Feuer und Nichts“. Aus diesem Erlebnis speist sich sein großes lyrisches Spätwerk.
Lesung und Gespräch mit Nico Bleutge, Norbert Lange und Michael Braun am Mittwoch, den 14. Mai 2014 um 20 Uhr. Lyrik Kabinett, Amalienstraße 83a, München
in|ad|ae|qu|at vermeldet, daß der mit € 8.000.- dotierte Heimrad-Bäcker-Preis an Paul Wühr (Jahrgang 1927) und der Förderpreis (€ 3.500) an die in Wien lebende Andrea Winkler (Jahrgang 1972) geht.
Die Begründung der Jury – Franz Josef Czernin, Thomas Eder und der letztjährige Preisträger Christian Steinbacher – lautet wie folgt:
Mehr als alles Erfundene nämlich ist noch immer nicht genug. (Paul Wühr)
Das Werk Paul Wührs steht bis heute für maßgebliche Innovationen seit den 1960er-Jahren auf dem Gebiet der Poesie, der Prosa und auch des Hörspiels (für das er als einer der Pioniere die Form des O-Ton-Hörspiels entwickelte).
Schon früh hat er seine Texte auf der Basis anderer fremder und eigener Texte erarbeitet, indem er Teile daraus umgruppierte und so neuen Bedeutungen zuführte. Es gilt dabei eine Art Gegenzug- und Aushebelungstaktik, die im Prinzip alles betreffen kann. In diesem Sinne ist auch Wührs Plädoyer für eine Poesie des ‘Falschen‘ als ein der Poesie immanentes Movens zu verstehen, das sich gegen jegliche Verfestigung richtet.
Wührs Lyrik kennzeichnet seit den späten 1980er-Jahren ein Satzbau, der über mehrfach bezügliche syntaktische Einheiten Texte für den Leser und dessen Erkenntnisarbeit als Differenzerfahrung beweglich hält.
In den Figurationen seiner großen Prosabücher dagegen steht das inszenierte Changieren von Rollen und Sprechakten im Vordergrund der ‘Verquerung‘ der Verhältnisse: Wühr, ein Autor, der sich stets allem quer-zustellen versucht, indem er sich Ausschließendes neben- und gegeneinander stellt (wie Renate Kühn notiert), und ein Autor, der Freiheitsgrade für die Dichtung erarbeitet, indem er über seine Sprachkonstruktionen immer wieder versucht, die ‘ursprüngliche Unordnung‘ wiederherzustellen. –
Aber auch ein Autor, der nach dem Diarium Der faule Strick aus dem Jahr 1987 (wo im Übereinanderlegen der Tage mehrerer Jahre Zeitschlingen entstehen) an einer die Folgezeit betreffenden Fortsetzung unter dem Titel Der wirre Zopf arbeitet, dessen Fertigstellung und Erscheinen wir absehbar erhoffen.
Mehr bei in|ad|ae|qu|at
Der deutsch-amerikanische Lyriker und Übersetzer Paul-Henri Campbell rezensiert im Gedicht-Blog Lyrik-Neuerscheinungen in einem zweiwöchigen Rhythmus. Heute:
Nina Russo Karcher »Die Uhr hat die Zeit vergessen | L’orologio dimentico del tempo«
deutsch / italienisch
Verlag Steinmeier, Deiningen 2014
126 S.
€ 12,80 (Broschur)
Am letzten Donnerstagnachmittag ist in Aarau der Lyriker, Krimi-Autor, Lehrer und Literatur-Vermittler Virgilio Masciadri gestorben. Er erlag einem langwierigen Krebsleiden. Virgilio Masciadri wurde 51 Jahre alt.
(…)
Virgilio Masciadris Wesen war im Grunde zeitlos jugendlich, ohne die profane Erfahrung auszuklammern, aber nicht sonderlich erpicht auf die profane Erfahrung.
Darin lag nicht mal ein Schimmer von Dünkel. Masciadri glaubte und lebte, dafür aussergewöhnlich wach, die Zuversicht, dass Belletristik – das schöne Wort – den Menschen verfeinert, Quell seines umfassenden Taktgefühls ist, Teil seiner humanen Eleganz. Keiner, der ihn jetzt nicht genauso in Erinnerung behielte. / Max Dohner, Aargauer Zeitung
Berufliche Ausbildung und Tätigkeit: Studium in Zürich und Paris. Dr.phil.I., Privatdozent für Klassische Philologie an der Universität Zürich, Lektor, Mitherausgeber Literaturzeitschrift orte.
An: Scheich und Kulturminister der Vereinigten Arabischen Emirate, ihre Hoheit Nahyan bin Mubarak Al Nahyan
Petition von Holger Bergmann Thorsten Ahrend, Berlin, Deutschland
Aus der Schatzkiste von Open Culture:
I’ve only known a few people of Welsh heritage, and most of them have, at one time or another, looked for a way to pay tribute to their comparatively exotic ancestral homeland. Some start going by their unusual vowel-intensive middle name; others simply start reading a lot of Dylan Thomas.
Hear Patti Smith Read 12 Poems From Seventh Heaven, Her First Collection (1972)
So it’s National Poetry Month, and the Academy of American Poets recommends 30 Ways to Celebrate, including some old standbys like memorizing a poem, reading a poem a day, and attending a reading. All sensible, if somewhat staid, suggestions (I myself have been re-reading all of Wallace Stevens’ work—make of that what you will).
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