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Veröffentlicht am 1. Februar 2026 von lyrikzeitung
202 Wörter, 1 Minute Lesezeit.
Jürgen Dziuk
(26. September 1960 Nürnberg – 26. September 2004 Kuala Lumpur)
Einst stranzelte ein Knirch
verkropfelt und gelipsert:
Er hatte bulgewirch
ein Haslapf eingeschnipsert.
Kein Razel schnakte Pelse
und auch kein Wisomurph,
dafür beklifft ein Selse
mosuggelt an der Urph.
»Hee Zampf, was trullt im Knersen?«
prezt wollstern drauf ein Nosch.
»Geflachtern und Gemersen!«
sprault Zampf, geschlupft im Plosch.
Drum: Wasselt einmal bloppvoll
der Mitriginer Trampfel,
dann sei vergnärzt und knarbvoll
bis Flussknäck klauft im Pampfel.
(Wohl 1989)
Aus: Jürgen Dziuk: was bleibt ist Ferne. Gedichte. Herausgegeben von Àxel Sanjosé und Richard Dove. Weilerswist: Ralf Liebe, 2007, S. 80
Das Gedicht simuliert die Aura einer Geheim- oder Sondersprache, ohne eine zu verwenden. Es ist reine Kunstsprache, erzeugt aus Klang, Rhythmus und syntaktischer Attrappe.
Jürgen Dziuk (1960–2004) wurde in Nürnberg geboren. Er studierte in München Amerikanische Kulturgeschichte, Sinologie und Ethnologie. Dort schloss er sich der Initiative Junger Autoren an und veröffentlichte Gedichte in Zeitschriften und Anthologien. Längere Aufenthalte in Ostasien prägten seine Arbeit. Nach der Übersiedlung nach Malaysia zog er sich fast vollständig aus dem Literaturbetrieb zurück. Jürgen Dziuk starb an seinem 44. Geburtstag in Kuala Lumpur an einer organischen Insuffizienz, an der er von Kindheit an gelitten hatte.
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Kategorie: Deutsch, Deutschland, MalaysiaSchlagworte: deutsche Gegenwartslyrik, Dziuk Gedicht, Einst stranzelte ein Knirch, experimentelle Lyrik, Jürgen Dziuk, Kunstwort Lyrik, Nonsenslyrik, Sprachspiel Gedicht, Vergessene Dichter
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