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Veröffentlicht am 20. September 2011 von lyrikzeitung
In der Tat sind seine Gedichte trojanische Pferde, in deren Bäuchen kühne Metaphern versteckt sind, die anarchische Spannungen und Nervenschichten aufleben lassen. Mit dieser Kriegslist demonstriert Popp die Macht der Poesie: »Das Gedicht«, sagt er, »ist in seiner Lebensferne nichts anderes als eben unser Bemühen um dieses Leben.« »Risse gehen durch alles«, heißt es in einem Gedicht, »und nur das Licht geht durch die Risse«. Nicht weniger als diesem alle Zeiten und Räume Durchdringenden spürt Popp nach, mittels Postkarten aus der Sternenstadt kommuniziert er mit den Toten, er legt Drainagen zu Kindheitserinnerungen und zelebriert doch immer die Gegenwart: »Ich wollte immer genau sein, genau // hier«, heißt es im selben Gedicht. Dass er jetzt und genau hier ist, darüber bin ich froh. / Wiebke Schuldt, litlog
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Steffen Popp, Wiebke Schuldt
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