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Veröffentlicht am 14. Juni 2023 von lyrikzeitung
René Char
(geboren 14. Juni 1907 in L’Isle-sur-la-Sorgue, Département Vaucluse; gestorben 19. Februar 1988 in Paris)
Meine Liebe ist traurig ...
Meine Liebe ist traurig
Denn sie ist treu
Sie kümmert sich nicht darum daß die andern vergessen
Sie fällt nicht aus dem Munde wie aus der Tasche die Zeitung
Sie ist nicht gesellig inmitten der all durchwirbelnden Angst
Sie sucht nicht die Einsamkeit auf den Inselklippen um Pessimismus zu heucheln
Meine Liebe ist traurig
Denn es liegt im ruhelosen Wesen der Liebe traurig zu sein
So auch ist traurig das Licht
Traurig das Glück
Du hast uns angelegt Freiheit dein Zaumzeug aus Sand.
Aus dem Französischen von Johannes Hübner und Lothar Klünner, aus: René Char: Und der Schatten der Sanduhr begräbt die Nacht. Gedichte. Berlin: Volk und Welt, 1988, S. 16f
Mon amour est triste Mon amour est triste Parce qu'il est fidèle Il n'interpelle pas l'oubli des autres Il ne tombe pas de la bouche comme un journal de la poche Il n'est pas liant parmi l'angoisse qui tourbillone en commun Il ne s'isole pas sur les brisants de la presqu'ile pour simuler le pessimisme Mon amour est triste Parce qu'il est dans la nature troublée de l'amour d'être triste Comme la lumière est triste Le bonheur triste Tu nous as passé liberté tes courroies de sable.
Kategorie: Frankreich, FranzösischSchlagworte: Johannes Hübner, Lothar Klünner, René Char
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