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Veröffentlicht am 18. Dezember 2021 von lyrikzeitung
Margot Scharpenberg
(* 18. Dezember 1924 in Köln; † 25. August 2020 in New York)
Statt eines Traums Verbot zu ankern. Laß ihn weiterziehen, den schwarzen Kahn, gemähter Nächte voll. Die toten Sterne kennen keinen Hafen. Wer einmal zielte, bleibt als Schütze stehn, für immer kreisend auf der Mondlichtscheibe, auf flachem Graben um ein Wasserschloß. Verbot zu fangen. Goldnen Widerhaken im Mund, so zieht der Panzerfisch vorbei, der mordgeschuppte, mit zerbrochnen Augen, die Beute, stumm, gewendeten Gesichts. Wir raffen hohle Wellen nur im Schlafen, und keins der Schiffe legt die Brücke an zum Frachtvertäuen, Wechseln, Gästeladen, zur Inselflucht. Wir bleiben Mann im Mond und ziehn gebunden, armberaubte Wächter, am Tag vorbei, vertröstet, Traum statt Tod.
Aus: Panorama moderner Lyrik deutschsprechender Länder. Von der Jahrhundertwende bis zur jüngsten Gegenwart. Hrsg. Wolfgang Hädecke u. Ulf Miehe. Gütersloh: S. Mohn, o.J. (1965), S. 423
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