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Wenn der 1951 geborene Dichter Gerhard Falkner regelmäßig seine polemischen Blitze auf die Lyrik-Szene schleudert, ist es ratsam, in Deckung zu gehen. Denn der Zorn des „Minnesängers der Moderne“ (Kurt Drawert über Falkner) ist gewaltig. Falkner spricht – und die Gattung erbebt. Zuletzt hatte er in einer Philippika in der Literaturzeitschrift Bella triste Hiebe ausgeteilt und sich zum Dichterkönig inthronisiert. Der neue „Ausdrucksglanz“ der Generation der 30- bis 40-Jährigen, so ließ Falkner wissen, habe seinen Ursprung in den von ihm selbst in den 1980er Jahren entwickelten Sprechweisen. Diese programmatische Unbescheidenheit stieß auf heftigen Widerspruch.
Wer nun die Gelegenheit wahrnimmt und Falkners 1981 veröffentlichten und im vergangenen Jahr wiederaufgelegten Erstling „so beginnen am körper die tage“ auf seine antizipatorische Kraft hin studiert, der erlebt tatsächlich eine Überraschung. Diese Gedichte haben auch ein Vierteljahrhundert nach ihrer Erstveröffentlichung ihre Frische bewahrt. Diese frühen Gedichte, so Falkner im Rückblick, „überfielen mich wie Schweißausbrüche…, sie gründeten nicht auf Ehrgeiz, sondern auf Erregung“. Dieses körperhafte Erregungspotenzial und ästhetische Schönheitsverlangen findet man auch in den nachfolgenden Bänden „der atem unter der erde“ von 1984 und „wemut“ von 1989. / Michael Braun, Badische Zeitung 3.4.
Bericht über die Preisverleihung in Staufen, Badische Zeitung (Poesie-Kicks eines Andersdenkenden)
Eine Aufzeichnung der Preisverleihung soll am 4. April von 14.05 bis 15 Uhr in SWR2 gesendet werden.
– Gerhard Falkner: Hölderlin Reparatur. Gedichte. Berlin Verlag, Berlin 2008. 110 Seiten, 19,60 Euro.
– so beginnen am körper die tage. Gedichte. LyrikEdition 2000, München 2007, 104 Seiten, 11,50 Euro.
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