80. Pseudonym gefluchte Verse

An Vorwürfen indes und an gefluchten Versen herrscht kaum Mangel. Es wirkt originell und berührt, wenn dem «rücksichtslosen Spermaträger» die Verfehlungen vorgehalten werden. Unnötig muten dagegen jene Verwünschungen an, die etwa ganz unerwartet gegen die «satanischen Pfaffen» gespien werden. Trotz solchen Schwächen (?) und einigen Wiederholungen bieten Remettres grobe Zärtlichkeiten eine intensive Lektüre. Immer wieder beeindruckt uns diese merkwürdige Liebeslyrik durch ihre Direktheit und ihre schlichten, eindringlichen Bilder: «Wir werden uns immer und ewig begegnen / In den Gegenständen, die Du mir / An den Kopf schmeissen wolltest / Oder in den Blumen, die ich nicht / Wagte, Dir zu schenken.» / schreibt Gieri Cavelty im Zürich-Teil der NZZ vom 25.3.04 (und lüftet in ihrer Besprechung das Pseudonym der Zürcher Autorin). [Dem Genitiv scheint ohnehin nicht zu halten].

Jani Remettre: Merde. Gedichte einer merkwürdigen Liebe. Froschau-Verlag, Zürich 2003. 117 S., Fr. 22.-

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