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Veröffentlicht am 15. August 2025 von lyrikzeitung
Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen
(* um 1622 in Gelnhausen; † 17. August 1676 in Renchen, Hochstift Straßburg)
Lob der guten Käse
Simplex:
Ich kam einstmals in ein Wirtshaus und fand an der Wand
das Lob der guten Käse in folgenden Reimen, die ich meiner
Schreibtafel einverleibte:
Weißer Texter und Holländer
Parmesan-Käs und Friesländer
Grüner Käs ist gut und frisch;
Voigtländischer Kräuter-Käse,
So sie weich, sind gar nicht böse,
Alle taugen wohl zu Tisch.
Hiernächst Schaf- und Ziegenkäsen
Bleibt das Lob im frischen Wesen
Auch den, von der Kuh gemacht,
Wann sie mit der Milch noch streiten,
So sind diese allen Leuten
Samt dem Quark für gut geacht.
Eier-Käse wohl gewürzet
Gelb gemacht, in Topf gestürzet,
Ist belobt, gesund und gut.
Und die runden Käse-Küchlein
Wohlgebacken können gut sein,
Machen alle frisch den Mut.
Aus: Poeten tischen auf. Ein kulinarischer Streifzug durch die Weltliteratur, unternommen von Günther Cwojdrak. Berlin: Eulenspiegel, 1978, S. 52
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Barockdichtung, Barockpoesie, deutsche Literaturgeschichte, Günther Cwojdrak, Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, Käse in der Literatur, Käsearten, kulinarische Gedichte, Lob der guten Käse, Poeten tischen auf, Simplex, Simplicius Simplicissimus
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