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Veröffentlicht am 25. Juli 2023 von lyrikzeitung
Thorsten Nesch
Gedichte sind nur Platzverschwendung Mario meint Gedichte seien nur Platzverschwendung Mag sein Aber man kriegt damit den Tag rum Ich stelle mich öfter vor den Computer Auch wenn gerade nichts Besonderes anliegt Denn mir fällt vieles erst beim Schreiben ein So dass ich mich zu den Standpunkt hingerissen fühle »Mein Computer ist kreativer als ich« So beginne ich zwischendurch Ein paar Telefonate mit Olli, Ingo, Markus, Conny Und eine Besoffene hat sich verwählt Sie will ein Taxi es wäre nett Wenn ich ihr die richtige Nummer geben könnte Dann bräuchte sie nicht noch bei der überteuerten Auskunft anzurufen Solidarität hat einen Körper: meinen Ich such ihr die Nummer von Thelemann-Mietwagen raus Und sie antwortet mit denen fahre sie grundsätzlich nicht Ein nächster Versuch Und ich habe Glück Meike meint ich wäre so lieb sie würde mich lieben Sie hätte noch gerne meine Telefonnummer Tut mir leid ich Hab noch was vor Watt machse n grad? Gedichte schreiben Ich lege auf Und gehe zurück zum Computer Und bei einem Gedicht weiß ich immer Wo ich stehen geblieben war
Aus: Kaltland Beat. Neue deutsche Szene. Hrsg. Boris Kerenski & Sergiu Stefanescu mit einem Vorwort von Peter O. Chotjewitz. Ithaka Verlag, 1999, S. 279
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Thorsten Nesch
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