Monat: Mai 2013

70. Poetopie

als unsere Katze starb, geschah uns, wozu sie nicht fähig war – wir haben geweint Hansjürgen Bulkowski

69. Vorteil der Lyrik

Ich verließ mich auf die Wiederholung im Unterricht. Zwei Wochen vor meiner ersten Abi-Klausur begann ich, alles Nötige zusammenzufassen. Das war schnell erledigt, was auch daran lag, dass ich „auf Lücke“ lernte. Das heißt, für meinen Deutsch-Leistungskurs beschränkte ich mich nur auf eins von… Continue Reading „69. Vorteil der Lyrik“

68. Falscher Vergil

Seit geraumer Zeit ist die Suche nach versteckten Botschaften in antiken Texten zur Spielwiese entdeckungsfreudiger Philologen geworden, insbesondere hat die Suche nach Akrosticha, also nach sinnvollen Folgen von Anfangsbuchstaben in Verstexten, zu einer umfangreichen Fachliteratur mit teilweise kuriosen Methoden geführt, aber die Ausbeute ist… Continue Reading „68. Falscher Vergil“

67. Theo Breuer

Hellmuth Opitz schreibt auf Fixpoetry über den Essayisten Es sind wertvolle Bestandsaufnahmen, die nicht nur die Beletage der feuilletongeherzten und preisgekrönten Dichter und Dichterinnen im Auge haben, sondern vor allem den „lyrischen Mittelstand“ (nicht zu verwechseln mit Mittelmaß!) mit seinen versteckten und unterschätzten Qualitäten… Continue Reading „67. Theo Breuer“

66. Lyrik im eBuch

In den letzten beiden Jahren wurde eine der größten Lücken im eBuch-Angebot geschlossen: Lyrik. Die Dichter Adrienne Rich, Allen Ginsberg, Langston Hughes und Wallace Stevens gehören zu denen, die in jüngster Zeit elektronisch zugänglich wurden. Random House Inc., W.W. Norton und andere Verlage veröffentlichen bereits routinemäßig… Continue Reading „66. Lyrik im eBuch“

65. Fantasma poetico

Als literarischer Cicerone führt Hans Raimund durch das lyrische Werk von Virgilio Giotti (1885-1957): Der zeitlebens arme Poet zählt zur „Letteratura triestina“ (als deren prominentestes Mitglied Italo Svevo gilt) und schrieb seine Gedichte in „triestino“, genau sagt: in seinem triestino. Er entwickelte den lokalen… Continue Reading „65. Fantasma poetico“

64. Auch Hitler mochte die Winterreise

So gewinnen gerade die Passagen an Farbe, wo Privates und Intimes in den Fokus geraten: Wenn der Leser Stötzer beim Nachspionieren der rätselhaften Barbara aus Halle-Neustadt zuschauen darf oder der Dichter beim Dichten von diversen Störungen heimgesucht wird. „Und meine jüngere Tochter wirft der… Continue Reading „64. Auch Hitler mochte die Winterreise“

63. Kneipenverse

Mit dem gleichen Mut zur Provokation, mit dem er am Beginn seiner Dichterlaufbahn die Krebsbaracken und Sektionssäle inspiziert hatte, wandte er sich nun den »kleinen Leuten« zu: »Sein Leben fließt dahin – ein Gast wird jäher –/er schleift den kranken Fuß, er ballt den… Continue Reading „63. Kneipenverse“

62. »Kulturbolschewist«

Dabei verband den Dichterarzt Benn mehr mit seinen Lieblingsfeinden Johannes R. Becher, Egon Erwin Kisch und Werner Hegemann, als ihnen lieb sein konnte. Als Mann vom Fach hatte er sich u. a. für die elenden Opfer des Abtreibungsparagraphen 218 eingesetzt: »Arme Kreise sind es,… Continue Reading „62. »Kulturbolschewist«“

61. Gedicht zeigen

Jahre später, im Frühjahr 2013, sah ich Plakate von »Gesicht zeigen«, die mich seltsam berührten. Unter einer Fotografie des Gesichts von Ulrich Wickert war zu lesen: »Ich bin Jude, wenn du was gegen Juden hast.« Und der Regierende Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit, einer der… Continue Reading „61. Gedicht zeigen“

60. Bücherbord

Ab und zu muß man abräumen. Logischerweise von oben nach unten. Paul Bogaert: Der Soft-Slalom, übersetzt von Christian Filips, roughbook 027. Elke Erb, Das Hündle kam weiter auf drein. roughbook 028. Horst Samson: Kein  Schweigen bleibt ungehört. Ludwigsburg: Pop, 2013. Volker Herre: Fragmente. Naturschau mit der… Continue Reading „60. Bücherbord“

59. Auch Piekar

begeistert sich für Lyrik. Nicht für alle aber für viele: 10 Lyrikbände zeitgenössischer Lyriker auszuwählen und vorzustellen fällt einem als Lyrikliebhaber schwer. Weil es NUR 10 sind. Aber trotzdem habe ich, Martin Piekar, mich gewagt. Ich nenne 10 Lyrikbände, möglichst aktuell, die mein Lesen,… Continue Reading „59. Auch Piekar“

58. Neue Lyrik-Begeisterung

Nie seit der Antike wohl hat Lyrik weniger Leser gehabt als heute. Was kann es bedeuten, dass zugleich ihre Faszination und ihr Ansehen gestiegen sind? Von HANS ULRICH GUMBRECHT, FAZ 17.5.: Wer als halbwegs gebildeter Zeitgenosse an Lyrik denkt, an Gedichte oder an Poesie, der… Continue Reading „58. Neue Lyrik-Begeisterung“

57. Superman ist Araber

Die libanesische Dichterin und Journalistin Joumana Haddad kritisiert das patriarchalische System und den Einfluß der Religion in der arabischen Welt in ihrem Essay „Superman ist Araber: Über Gott, die Ehe, Machos und andere unheilvolle Erfindungen“. Mit der gleichen Verve wie in „Ich habe Scheherazade… Continue Reading „57. Superman ist Araber“

56. Lyrikertreffen ohne Walcott

Derek Walcott, Literaturnobelpreisgewinner des Jahres 1992, wäre einer der prominentesten Gäste in der Geschichte des Lyrikertreffens Münster gewesen. Laut Wallmann leidet der 83-Jährige so schwer unter den Folgen eines Schlaganfalls und seiner Zuckerkrankheit, dass er seine karibische Heimat St. Lucia nicht verlassen kann. (…)… Continue Reading „56. Lyrikertreffen ohne Walcott“