Monat: April 2013

68. Was ist ein Manuskript wert?

Der Verkauf der bemerkenswerten Lyriksammlung des Dichters und Gelehrten Roy Davids in London letzte Woche zeigte uns, wie die Sammler seltene Lyrikmanuskripte einschätzen. Davids Sammlung aus mehr als 40 Jahren enthielt Manuskripte von Keats, Auden, Eliot, Hopkins, Burns, Dickinson und sogar Winston Churchill. Das… Continue Reading „68. Was ist ein Manuskript wert?“

67. Schattenliebe

Zu den Feinheiten  von Novalis‘ Gedicht gehört das Wort Sonnenschein in der Zeile: „Uns barg der Wald vor Sonnenschein“. Das Wiederlesen bringt mich auf einen allerliebsten und denkwürdigen philologischen Fehler. Heinrich Heine, der in Paris lebte und liebte, wollte nach dem Erfolg seines „Buchs der… Continue Reading „67. Schattenliebe“

66. Wie mir geschah

Novalis hat es faustdick ich sag mal hinter den Ohren. Aus: Novalis Schriften, Band 2 Hrsg. Friedrich von Schlegel In der Buchhandlung der Realschule, 1802 Download

65. Flint heart of his Frau

Aus gegebenem Anlaß veröffentlicht die Times Literary Supplement aus ihrem Archiv einige Gedichte von Peter Reading (1946–2011), den „erfindungsreichsten Dichter Nachkriegsenglands“. In den 80er Jahren habe er u.a. einen strengen Kommentar zu „diesem Großen Land“ während der Thatcherjahre geliefert. Hier eins davon (auch mit deutschen… Continue Reading „65. Flint heart of his Frau“

64. Benn-Funde

Im Jahrhundertsommer 1904 verliebt sich der jungen Gottfried Benn in die Tochter eines Lederfabrikanten, schreibt ihr einen heißen Brief und ein heißes Gedicht. Beide Funde kommen nun unter den Hammer. In der FAZ sind sie zu lesen. Das Gedicht fängt so an: Meines heißen,… Continue Reading „64. Benn-Funde“

63. American Life in Poetry: Column 416

BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE This kite-flying poem caught me right up and sent me flying as soon as Robert Gibb described those dimestore kites furled tighter than umbrellas, a perfect image. Gibb lives in Pennsylvania. Kites Come March we’d find them In… Continue Reading „63. American Life in Poetry: Column 416“

62. Heldengeschichte

Spoken-Word-Heldin Nora Gomringer, Tochter des großen Eugen Gomringer („seine kehl in fyrsten„), geht dahin, wo es wehtut. In ihrem collagenartig gestalteten Gedichtband „Monster Poems“ gibt es ein Wiedersehen mit King Kong, Alfred Hitchcocks „Psycho“ und der „50 Foot Woman“. / Jan Drees, jetzt.de Ist vielleicht jugendgemäß, also… Continue Reading „62. Heldengeschichte“

61. Unbestimmtes Verstehen

„Für Liebhaber einfacher Lösungen” ist ein solcher Text nichts. Glücklicherweise scheint er es nicht aufs Verstandenwerden anzulegen. Merkwürdigerweise versetzt er gerade, weil man gezwungen wird, das Kausalitätsprinzip zu verlassen und die Sprünge von den stummen Vögeln zum Regal zum Kitsch hinzunehmen und sich zwischen… Continue Reading „61. Unbestimmtes Verstehen“

60. I’m Charles

For National Poetry Month, Speakeasy has chosen to examine the poem “I’m Charles,” by Charles Simic, author of the collection “New and Selected Poems, 1962-2012.” “It was written over several years, the original idea being something about being hung by the tongue from the… Continue Reading „60. I’m Charles“

59. Poetopie

Berlin wird immer voller, der Abstand zwischen den Bewohnern immer größer Hansjürgen Bulkowski

58. „Quatsch mit Gedicht“

Unsere Gesellschaft braucht mehr Wir und weniger Ich meint Andrea Nahles und hat vielleicht recht. Aber ihre Vorstellung von Quatsch (lesen die nicht Schwitters? Charms? Tja, merkt man) und von einem Gedicht ist von vorgestern: Eines ist das Wir sicher nicht: Die „Tyrannei des… Continue Reading „58. „Quatsch mit Gedicht““

57. Geht doch!

Aber Kalékos Erfolg dient der Nachkriegsgesellschaft auch als Alibi. Als sie jedoch nicht bereit ist, sich vor den Karren des kollektiven Verdrängens spannen zu lassen, und die Nominierung zum Fontane-Preis ablehnt, weil eines der Jurymitglieder, der Schriftsteller Hans Egon Holthusen, von 1933 bis 1943… Continue Reading „57. Geht doch!“

56. Unmodern

Zwei Seelen wohnten in der Dichterin «zur Miete»: eine lyrische und eine satirische. Mascha Kaléko, deren erster Gedichtband mit dem bezeichnenden Titel «Das lyrische Stenogrammheft» im Unheilsjahr 1933 erschien, gehörte neben Erich Kästner, Kurt Tucholsky oder Franz Mehring* zu den Poeten der Neuen Sachlichkeit.… Continue Reading „56. Unmodern“

55. Kennst du elffriede?

12:11:30 User:  Guten Tag, Cleverbot. 12:11:34 Cleverbot:  Are you clever? 12:12:45 User:  Gute Frage. Zumindest bin ich menschlich. Du aber nicht. Und bei elffriede bin ich mir nicht so sicher. Kennst du elffriede? 12:12:49 Cleverbot:  Ich habe nicht gefragt ob Du Liebe für mich… Continue Reading „55. Kennst du elffriede?“

54. Hausacher Stadtschreiber 2013/2014

98 Bewerbungen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den USA und Serbien hat die Jury, zu der neben LeseLenz-Kurator José F. A. Oliver Ulrike Wörner vom Friedrich-Bödecker-Kreis und Robert Renk von „8tung Kultur“ zählen, gesichtet. Das Ergebnis ist: Hausacher Stadtschreiber 2013/2014 in der Sparte Belletristik/Lyrik… Continue Reading „54. Hausacher Stadtschreiber 2013/2014“