Monat: September 2012

105. A New Life

LONDON: John Keats, der romantische Dichter schlechthin, war drogenabhängig und nahm Opium, „um bei Sinnen zu bleiben“ (keep up his spirits), während er einige seiner besten Gedichte schrieb, behauptet eine streitbare neue Biografie. Sie heißt „John Keats – A New Life“ und stammt von… Continue Reading „105. A New Life“

104. Gefährlich

Peter Riley in The Fortnightly Review über „Poetry Parnassus“: Having read carefully the publicity for the event I was at once struck by two things. Firstly, although there is mention of poetry being “one of the most democratic of art forms” (I don’t know… Continue Reading „104. Gefährlich“

103. Goethe schreibt

An Charlotte von Stein [Weimar, etwa 8. Januar 1776.] Ich muss Ihnen noch einen Danck für das Wurst Andencken und eine Gute Nacht sagen. Mein Peitschen Hieb übers Aug ist nur allegorisch wies der Brand an meinem Billet von heut früh auch ist. Wenn man künftig die Fidibus… Continue Reading „103. Goethe schreibt“

102. American Life in Poetry: Column 390

BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE David St. John is a California poet whose meticulous care with every word has always impressed me. This poem is a fine example of how clarity can let us see all the way to the heart. From a… Continue Reading „102. American Life in Poetry: Column 390“

101. Die schlechte war wirklich schlecht

Beim Perlentaucher berichtet der kroatische Dichter Marko Pogačar über Schlägereien in Istanbul und beim Lyrikfestival im polnischen Bydgoszcz und sonstige Integrationserfahrungen. Ein Ausschnitt vom Festival, vor der Schlägerei: In Polen, weit im Nordwesten, bei Bydgoszcz. Was wolltest du dort? Ich habe an einem Lyrikfestival teilgenommen, ich wollte:nichts. Wie… Continue Reading „101. Die schlechte war wirklich schlecht“

100. Nichts genützt

Dies entnahm ich dem Perlentaucher: Im Schloss Neuhardenberg fand, mitorganisiert vom Goethe-Institut, eine europäisch-chinesische Tagung statt, von der selbst der an sich doch recht regimefreundliche Tilman Spengler wegen allzu kritischer Position ausgeschlossen worden war. Arno Widmann berichtet in der FR: „Als Zhao Tingyang, geboren 1961, Mitarbeiter des Instituts… Continue Reading „100. Nichts genützt“

99. Goebbels-Lyrik

Ein Auktionshaus in den USA hat die Versteigerung von Liebesbriefen des NS-Propagandachefs Joseph Goebbels angekündigt. Die Briefe und zahlreiche weitere Dokumente aus Goebbels‘ Nachlass, darunter seine Doktorarbeit und mehrere Gedichte, sollen am Donnerstag in Stamford im US-Staat Connecticut verkauft werden. / Kleine Zeitung

98. Manfred Chobot

„Die einzelnen Textgebilde sind überschaubar, sind meist filigran, aber gerade weil sie so sind, muss man als Leser auf der Hut sein“. Das schrieb der verstorbene Literaturwissenschaftler Wendelin Schmidt-Dengler über die Poesie des Wiener Stadtlyrikers Manfred Chobot. Und auch Chobots neuem Band „Gefallen Gefällt“… Continue Reading „98. Manfred Chobot“

97. Atomdichter

Literarisch am impulsivsten reagierte auf die Kriegsfolgen eine Gruppe junger Dichter. Man beschimpfte sie in der aufwallenden Disputation als „Atomdichter“. Sie brachen mit den tradierten Formen isländischer Dichtung und lösten einen Kulturstreit aus, der die junge Republik über Jahrzehnte erschütterte. Island wurde unter Verletzung… Continue Reading „97. Atomdichter“

96. Anruf bei Goethe genügt

Falkner montiert und verfremdet Bruchstücke, am liebsten von Büchner, Goethe, Hölderlin, immer mit dem Ziel, eine Fallhöhe auszuloten zwischen den Hochphasen abendländischer Kultur und der Welt von heute. Aus einem radikalen Defizitempfinden heraus macht er sich zum Anwalt des hohen Tons, nur um im… Continue Reading „96. Anruf bei Goethe genügt“

95. Verbindung von Sterbebegleitung und Lyrik

Franco Rest, geb. 1942, lehrte bis 2007 in Dortmund u. wurde – in umfassender Beschäftigung mit seiner Fächerkombination einerseits und als Betroffener andererseits – zum Mitbegründer des Hospizes in Deutschland. Aus seiner Beschäftigung mit Sterbebegleitung (ein Wort, das er für „Sterbehilfe“ gebraucht) ergab sich für… Continue Reading „95. Verbindung von Sterbebegleitung und Lyrik“

94. Rollen

Poets.org: Was ist für dich die Rolle des Dichters in der heutigen Kultur? Mary Jo Bang: Heute gibt es genau wie zu jeder anderen Zeit tausend Rollen für die Dichter: Semiotiker, Elegiker, Spieler, Geräuschmaschine, Musikerin, Lesbe, Theoretikerin, Vaterfigur, Vogelkundler, Videoprojektion eines sich bewegenden Mundes –… Continue Reading „94. Rollen“

93. Mütze

Die Wiederbegegnung mit dem ebenso brillanten wie witzigen Tim Turnbull, dessen Gedichte, in Auswahl, 2010 unter dem Titel Es lebt als roughbook #1 erschienen sind, ist ein Grund mehr, die Mütze freudig zu begrüßen. Hier gibt’s sieben neue Gedichte, übersetzt von Dagmara Kraus, die zuletzt mit einem eigenen… Continue Reading „93. Mütze“

92. Mit Schlaffer wär das nicht passiert

V0r 250 Jahren ist etwas gründlich schief gegangen. Klopstock war der falsche Prophet (oder statt seiner Oden hätten sie den Messias lesen sollen). Heute liest man beides nicht mehr, aber die verhängnisvolle Wirkung besteht fort. Mit fachkundiger Leitung kann man vielleicht den Irrweg der… Continue Reading „92. Mit Schlaffer wär das nicht passiert“

91. Lyrik & Geometrie

Für Bernhard Giebel ist Kunst ein Lebensgefühl. Er liebt „das Spiel mit den Gegensätzen, Formen und Farben.“ „Ich möchte die Lyrik mit der Geometrie vermählen“, sagt er im Gespräch. Gemeint sind die Informelle und die Konkrete Kunst. Beide sollen „mit Lust“ nebeneinander bestehen. Wichtig… Continue Reading „91. Lyrik & Geometrie“