Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Was beschäftigte Gottfried Benn an sechs von sieben Wochentagen und war für W.H. Auden eine Sucht, die dem Konsum von Tabak oder Alkohol gleichkam? Welche Leidenschaft – neben der Lyrik selbst – verbindet beide Dichter mit Pablo Neruda, mit Bertolt Brecht und Helmut Heißenbüttel?… Continue Reading „124. Verschlossener Raum“
BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE I don’t think we’ve ever published a poem about a drinker. Though there are lots of poems on this topic, many of them are too judgmental for my liking. But here’s one I like, by Jeanne Wagner, of… Continue Reading „123. American Life in Poetry: Column 366“
Im jungen Leipziger Verlag Reinecke & Voss sind zuletzt einige Bücher erschienen, ohne die ich nicht mehr leben möchte. Das klingt pathetisch, ist aber so. Denn es handelt sich um Bücher, die geradezu wie für mich gemacht scheinen, weil sie so etwas wie eine… Continue Reading „122. Kuhlbrodts Sehnsuchtsbücher“
Wiederbegegnen wird man auch dem Aufbegehren gegen Repression und Ausgrenzung, dem zähen Ringen zwischen Intellekt und Staatsmacht, das in stärkerem oder minderem Mass alle vorgestellten Dichterbiografien prägt. Der 1923 als Sohn einer kurdischen Mutter im südlichen Taurusgebirge geborene Yaşar Kemal wanderte mit 17 Jahren… Continue Reading „121. Menschenlandschaften“
Den Ady-Sound kennt in Ungarn jedes Schulkind: diese unverwechselbare Mischung aus Klage und Anklage, Sehnsucht und Provokation, Lied und Leid, gebannt in suggestive, melodiöse Verse, deren Magie sich insistenten Wiederholungen und einem zugleich eingängigen und eigenwilligen Wortschatz verdankt. Ob Ady über Liebe oder Einsamkeit,… Continue Reading „120. Ady-Sound“
Antonio Tabucchi war von einer liebenswürdigen Unberechenbarkeit. Wenn ihn Lust auf eine Zigarette, ein Getränk, ein Hustenbonbon, ein Gedicht von Emily Dickinson oder eine Zeile von Pessoa überfiel, liess er das Auto anhalten, vergass Verabredungen, spazierte mitten in Veranstaltungen vom Podium, rauchte, trank etwas,… Continue Reading „119. Nachruf auf Antonio Tabucchi“
Christian Morgenstern (1871-1914) Der Lattenzaun Es war einmal ein Lattenzaun, mit Zwischenraum, hindurchzuschaun. Ein Architekt, der dieses sah, stand eines Abends plötzlich da – und nahm den Zwischenraum heraus und baute draus ein großes Haus. Der Zaun indessen stand ganz dumm mit Latten ohne… Continue Reading „118. Latten ohne was drumrum“
So legitim also ein experimenteller Ansatz auch ist, wirtschaftlich gesehen erscheint er kaum mehr lukrativ. Publikumsverlage könnten sich eine solche Leidenschaft nicht leisten, nur zu schnell stünden sie vor dem Aus. Anders aber ist die Situation in Österreich, wo selbst zu Haiders Zeiten noch… Continue Reading „117. Experimentelle Literatur in Österreich“
Entgegen des angestammten Images verstaubter Lyrik von Petöfi, Ady, Márai und Co hat es sich eine junge Generation von Poetry Slamern zur Aufgabe gemacht, die Kunst des Dichtens dem jungen Publikum wieder schmackhaft zu machen und jenseits von sturem rezitieren, der Poesie Leben einzuhauchen.… Continue Reading „116. Niech żyje*“
Wallace Stevens Of the Surface of Things I In my room, the world is beyond my understanding; But when I walk I see that it consists of three or four hills and a cloud. II From my balcony, I survey the yellow air, Reading… Continue Reading „115. Of the Surface of Things“
André Schinkel schreibt bei Fixpoetry über den Arsch von Lady Gaga, mit dem er anscheinend auf FACEbook befreundet ist, oder davon gehört hat*, und über Lyrikvermeidung: Und, in aller Freundschaft zum Schluss: wenn man sich dazu durchringen muss, dem Metier der Lyrik zwei halbe… Continue Reading „114. Lyrikvermeidung“
In der Welt ein bisher unveröffentlichtes Interview mit dem am vorigen Mittwoch verstorbenen italienischen Drehbuchschreiber und Schriftsteller Tonino Guerra; Die Welt: Fellini und Tarkowski haben immer wieder Gedichte von Ihnen verwendet. Der Film „Nostalgia“ endet zum Beispiel mit dem Gedicht über den Wind. Sind Sie… Continue Reading „113. Tonino Guerra“
dpa schreibt zum 70. Geburtstag von Erica Jong am 26.3. (hier bei Focus): Knapp vier Jahrzehnte liegt es zurück, dass Erica Jong mit „Angst vorm Fliegen“ gegen das männliche Diktat im Bett rebellierte. Der Roman, in dem sie hemmungslos über ihre sexuellen Fantasien schreibt,… Continue Reading „112. Erica Jong 70“
Ich schreibe nach wie vor Gedichte. Die sind nicht so gut, wie ich es mir wünsche, und hoffentlich nicht so schlecht, wie ich fürchte. / Die Welt sprach mit Harry-Potter-Darsteller Daniel Radcliffe.
Manche Teile dieses Langgedichts irritieren durch allzu schlichte Sentenzen, die den Fluss der „Rede“ unterbrechen: „man steigt nicht zweimal in denselben fluss. sagt heraklit“. Was aber in diesem Gedichtbuch verstört und bezaubert, sind die Bilder der Häutung und schmerzhaften Verwandlung, in denen sich die… Continue Reading „110. Rede. Gedichte.“
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