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„Nâzim“ heißt das Werk, das an den Lyriker Nâzim Hikmet (1902-1963) erinnert. Die konzertante Aufführung hat eine Vorgeschichte: Im Auftrag des türkischen Kultusministeriums hatte Fazil Say ein Oratorium komponiert, das 2011 in Ankara uraufgeführt wurde. Damals dirigierte Ibrahim Yazici. Elf Jahre später steht er… Continue Reading „139. Nâzim“
Amerikanische Dichter werden selten öffentliche Figuren, und wenn sie es werden – Allen Ginsberg, Robert Frost – zahlen sie üblicherweise dafür. Manchmal ist der Preis ein zeitweiliges Absinken des literarischen Rufs (andere Dichter verzeihen ihnen den Ruhm nicht), öfter bekommen sie es nur mit… Continue Reading „138. Öffentlich als Lyrikerin“
Der politische Artikel muss ausgewogen sein; die Gedichte der Politpoeten nehmen sich die Freiheit zur Einseitigkeit und zum politischen Appell. „Machen Sie etwas auf / eigene Gefahr bei Veranstaltungen / mit Volkscharakter, bei vorsätzlicher / oder grob fahrlässiger Berichterstattung, / bei defekten Erklärungen oder… Continue Reading „137. Politik, Lyrik und Zeichnung“
Der „Kronendichter“ Wolf Martin hört auf (für Deutsche: die Neue Kronen-Zeitung, genannt „Krone“, ist Österreichs BILD). 28 Jahre lang hatte er in dem Blatt ein tägliches Gedicht publiziert, oft zur klammheimlichen Freude mancher Leser. Die Presse zitiert: Im Jahr 1994 wählte er etwa den… Continue Reading „136. Kronendichters letztes“
Diese Gedichte geben vor, Geschichten zu erzählen, aber diese Geschichten lassen durch Verkürzungen und Verknappungen alles in der Schwebe, sie siedeln in einem Zwischenraum, in dem nichts auserzählt wird, sondern alles nur im Modus der Andeutung greifbar wird. Manchmal sind es verstörende Geschichten, unheimliche… Continue Reading „135. Exerzitien und Heilandsreste“
What kind of beast would turn its life into words? What atonement is this all about? –and yet, writing words like these, I’m also living. Adrienne Rich (1929-2012) aus: Love Poem VII (hier ganz)
Die amerikanische Lyrikerin Adrienne Rich starb am Dienstag im Alter von 82 Jahren. The New Yorker schreibt: Ihre Stimme wird seit drei Generationen gehört. Von ihrem 1963 veröffentlichten Gedicht “Snapshots of a Daughter-in-Law”, einer modernistischen Collage, die leichtfertige Aussagen über das Leben von Frauen… Continue Reading „133. Adrienne Rich gestorben“
Doch alles spricht dafür, dass sich in der aufziehenden Spotify-Simfy-Google-Ära ein pauschales Bezahlungsmodell durchsetzen wird – egal ob man das jetzt Geräteabgabe, Kultur-Flatrate oder anders nennt. Vielleicht sollten sich alle, denen es ernst ist mit der fairen Bezahlung der Künstler, noch einmal mit einem… Continue Reading „132. Bezahlungsmodell“
Der israelische Lyriker Tuvia Rübner (88) erhält den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung. Die Stiftung schreibt: Tuvia Rübner, der sich in seinem Gedicht „Wer hält diese Eile aus“ (2007) als „ein Kind des zwanzigsten Jahrhunderts“ bezeichnet, wurde am 30. Januar 1924 in Pressburg (Bratislava) in eine… Continue Reading „131. Tuvia Rübner erhält den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung 2012“
Das Ergebnis ist nicht eigentlich eine Biografie, sondern der durchaus halsbrecherische Versuch, die allbekannten autobiografischen Einlassungen neu zusammenzusetzen. Dabei verwandelt sich das grandiose, in sich gegründete Gebäude der «Göttlichen Komödie» in einen höchst beweglichen, sich den bald hoffnungsvollen, bald konfliktgeladenen Umständen immer wieder anschmiegenden… Continue Reading „130. Dantes instant book“
Die Neue Zürcher Zeitung lobt den Verleger Urs Engeler und weist auf sein neustes Buch hin: Als jüngste unter diesen rohen Perlen ist nun der Gedichtband «doktor zeit» des 2011 verstorbenen Lyrikers Wolfgang Schlenker erhältlich – ein Bündel kraftvoll-ruhiger Texte von eindringlicher Dezenz, die… Continue Reading „129. Doktor Zeit“
Ende 1948 wurde er wegen versuchter „Republikflucht“ verhaftet. Er blieb bis 1951 im Gefängnis und wurde anschließend in ein Arbeitslager interniert. Aichelburg erinnerte sich, dass sehr viele seiner Gedichte in der Verbannung „un-literarisch“ entstanden sind, „durch reine Gedankenarbeit“, und dass sie „sich durch tägliches… Continue Reading „128. Schattenjahre“
Die indischen Dichter Manzar Bhopali und Iqbal Ashar gehörten zu den Überlebenden eines Anschlags auf eine „mushaira“, ein traditionelles Dichtertreffen in der Hafenstadt Karatschi. Mindestens ein Mensch kam bei dem Angriff der etwa ein Dutzend Bewaffneten ums Leben. Das Treffen wurde anschließend planmäßig fortgesetzt.… Continue Reading „127. Anschlag auf Dichtertreffen in Karatschi“
Rauris scheint ein kritisches Publikum zu haben: Der chinesische Literaturprofessor Wang Jiaxin – eigens aus Peking eingeflogen – las seine nicht zuletzt von deutscher Poesie inspirierte „Welt-Lyrik“ im chinesischen Original. Aber sein Publikum erreichte er auch in der deutschen Übersetzung von Autor und Chinakenner… Continue Reading „126. Mäklig“
Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung und die in München ansässige Stiftung Lyrik Kabinett, die sich als einzigartiges, allein der Lyrik gewidmetes literarisches Zentrum erfolgreich im deutschen Sprachraum etabliert hat, kooperieren. Maria Gazzetti, die Leiterin des Kabinetts, hat vor einem Jahr die Veranstaltung… Continue Reading „125. Lyrik Kabinett und Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung kooperieren“
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