Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
„Manche sagen, die Welt wird im Feuer enden, manche sagen, im Eis.“ So sinnierte der US-Poet Robert Frost in seinem 1920 entstandenen Gedicht „Fire and Ice“ über das Ende des Universums. Jetzt griff das Nobel-Komitee der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften auf Frosts Zeilen zurück,… Continue Reading „14. Fire and Ice“
Ein wenig enttäuscht bin ich schon vom neuen Gedichtband Nora Bossongs, zumal er in der Presse überschwänglich gelobt wurde. Vielleicht hat das und die Aufnahme des ersten Bandes die Latte auch so hoch gelegt, dass sie problemlos zu unterlaufen ist. Durch „souveräne Leichtfüßigkeit“ vielleicht,… Continue Reading „13. Zugekümmert“
Im Alter von 96 Jahren starb in London Emanuel Litvinoff, ein in England geborener jüdischer Dichter, der mit einer vernichtenden Verskritik am Antisemitismus T.S.Eliot bekannt wurde – und dafür, daß er sie 1951 im Beisein Eliots vortrug. / MARGALIT FOX, New York Times 3.10. Hier… Continue Reading „12. Gestorben“
Günter Kunert erhält den diesjährigen Preis der »Frankfurter Anthologie«. Sie wurde, 1974 gestartet, ein einmalig dauerfähiges Ereignis: Poesiebegleitung durch Deutung. In jeder Samstagausgabe der FAZ erscheint ein Gedicht – mit Interpretation. Der Preis verneigt sich vor Erfühlungstalent und Einfühlungsgabe, also davor, wie man fremde… Continue Reading „11. Preis für Kunert“
Wie soll man nach Auschwitz überhaupt noch Gedichte schreiben? Wie andere Künstler, die das Inferno des Zweiten Weltkriegs überlebt haben, stellte sich Tadeusz Różewicz nach Kriegsende diese Frage. «Antipoesie» lautete die Antwort. «Grund und Antrieb für meine Dichtung ist auch der Hass gegen die… Continue Reading „10. Różewicz 90“
Keine feuilletonistische Trockenübung, keine diskursiven Schwimmhilfen – in dieser Rubrik wird frei hineingetaucht – d.i. zurückgetextet! Getreu nach dem Motto: „Wenn schon bitchen, dann in Gedichten“ widertexten andere AutorInnen Gedichte aus dem Berliner Fenster. Zusendungen an bresemann@lettretage.de willkommen! Ab 1.10. gehts los, im wöchentlichen Turnus… Continue Reading „9. WIDERTEXT“
Das Jahr 1950 neigte sich dem Ende zu. Im Radio sprach Theodor Heuss, Präsident der noch jungen Bundesrepublik, über die vergangenen zwölf Monate: Wiederaufbau, Rechtsreformen, Sozialprodukt. Erst am Schluss kam der Knalleffekt: “In der Presse lasen Sie, der Bundespräsident werde heute eine neue Nationalhymne… Continue Reading „8. Hymnenfrage“
Auf eine zarte Erinnerung aus der Schweiz benutze ich die Gelegenheit und kopiere das Gedicht zum Tag aus Urs Engeler roughblog, Wiedervereinigung als Textvereinigung: REUNITED BDDRD, Land der Zweifler und Kranfahrer, aber aber! Aber: Einsilbiger nie als im August ’61. Erlebnis Formulierung Tat – Ueber… Continue Reading „7. Gedicht zum Tag“
wie unterschiedlich die einer innertextuellen formstrenge oft gleichgültig gegenüberstehenden poeme »aus der inkubationszeit« des dichters aufgenommen wurden, erhellt das nachwort von Maleen Brinkmann als auch der sehr sympathische, weil einmal nicht überhöhende essay pläne: schreiben von Michael Töteberg. postuliert Brinkmann 1960 noch, in seinen gedichten »jenseits… Continue Reading „6. „zuviel Krolowsche schönheit““
Zumal die absurden, stellenweise surreal anmutenden Gedichte sich nicht auf einen Bereich beschränken. Hoch- und Trivialkultur tauchen nicht als Oppositionen auf, als Gegenpole, die miteinander in Verhandlung treten – sie werden schlicht ignoriert. Superman tritt auf, er steht direkt neben Hamlet; Mickey Mouse findet… Continue Reading „5. Hamlet & Cher“
Auf der Documenta 4 war Kolář einer derjenigen Künstler aus Ost- und Mitteleuropa, die das Publikum faszinierten. Ausstellungen in New York im Guggenheim Museum, in Paris und in nahezu allen Metropolen folgten, und Kolář wurde in den siebziger Jahren zu einem gefragten internationalen Künstler.… Continue Reading „4. Zwischen Prag und Paris“
Welt am Sonntag: Mr Carcelle, „We are Poems“ steht über uns an der Fassade Ihres zukünftigen deutschen Headquarters geschrieben, also „Wir sind Gedichte“. Wer ist wir? Yves Carcelle: Jeder. Indem wir die Kunst in die Luxuswelt einführen, wollen wir eine zusätzliche Emotion erzeugen, und vielleicht liest der… Continue Reading „3. Luxus-Lyrik“
Wenn Zehra Cirak etwas aufregt, dann die ewige Frage nach ihrem »Migrationshintergrund«. Die Autorin, eine mondäne Frau mit schwarzem Kurzhaarschnitt und knallrot geschminkten Lippen, wurde 1961 in Istanbul geboren, kam im Alter von drei Jahren mit ihren Eltern und ihrem Bruder nach Deutschland und… Continue Reading „2. Alles Störfälle“
Die Spekulationen um den Literaturnobelpreis sind in vollem Gang: Wenn die Stockholmer Juroren Anfang Oktober nach Proporz entscheiden, wären die Lyriker oder die US-Literatur dran. Vielleicht gibt es aber wieder eine Überraschung wie 2009 mit Herta Müller. Günter Grass wünscht sich den Israeli Amos… Continue Reading „1. Lyriker oder Amerikaner“
Neueste Kommentare