Monat: Juli 2011

95. Wo liegt das „Deutschlandlied“?

„National gesinnte“ und/oder rechtsradikale Kreise verbreiten gern und regelmäßig die Geschichte des von „den Polen“ widerrechtlich einbehaltenen (nein „geraubten“, ach ja, damals als polnische Horden in das schutzlose Deutsche Reich einfielen und unsere Nationalheiligtümer raubten!) „Deutschlandlieds“. So erst kürzlich wieder die „Preußische Allgemeine Zeitung“,… Continue Reading „95. Wo liegt das „Deutschlandlied“?“

94. Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung an Elke Erb

Anlässlich des 31. Erlanger Poetenfests (25. bis 28. August 2011) vergibt die Kulturstiftung Erlangen zum vierten Mal den „Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung“. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung wird in diesem Jahr an Elke Erb verliehen. Die Jury würdigt damit ihr übersetzerisches… Continue Reading „94. Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung an Elke Erb“

93. „Wir arbeiten an der Änderungs- / Grammatik“

Seit einem Vierteljahrhundert publiziert sie Bücher mit Titeln, die verdeutlichen, dass es ihr nicht um eine „realistisch“ verstandene Literatur geht: „Tintenfisch auf Reisen“, „Wie der Wind im Ei“, „Opium für Ovid“, „Überseezungen“, „Das nackte Auge“ und eben jetzt „Abenteuer der deutschen Grammatik“. Gemeinsam ist… Continue Reading „93. „Wir arbeiten an der Änderungs- / Grammatik““

92. Hans Manz 80

‚Ich bin 2fellos größer als du‘ / sprach zum Einer der Zweier. // ‚3ster Kerl, prahle nicht so!‘ / knurrte der größere Dreier. // ‚Und ich!‘ rief der Einer, ‚bin zwar der Kl1te, / aber dafür bestimmt auch der F1te.‘ // ‚Nein, mir gibt… Continue Reading „92. Hans Manz 80“

91. «Kfarwät Schpurä» in «Walser-Titsch»

Und tatsächlich ist es eine schleichend sterbende Sprache, in der die aus Grovella im piemontesischen Formazza-Tal stammende Anna Maria Bacher ihre Gedichte schreibt, schliesslich gaben im Jahr 2003 an einer repräsentativen Umfrage nur noch 12 Prozent der wenigen Bewohner dieses Tals an, von «walserscher»… Continue Reading „91. «Kfarwät Schpurä» in «Walser-Titsch»“

90. Typewriter edition

In vier ungewöhnlich grossformatigen Bänden liegt auf über 1800 Seiten das dichterische Werk von Larry Eigner erstmals gesammelt vor. Die Monumentalität dieser Ausgabe entspricht der wahrhaft herkulischen Leistung des Dichters, der aufgrund einer zerebralen Schädigung von Geburt an gelähmt war und allein mit dem… Continue Reading „90. Typewriter edition“

89. Augenblitz

Geladen ward zur Präsentation des druckfrischen Lyrikbändchens „Der Heißatem, der Augenblitz“. Erotische Gedichte von Kristian Pech, verschönert durch „Physiognomische Studien“ seines „leibeigenen Hofmalers“ (Zitat Scheuerecker) Hans Scheuerecker. Die beiden sind mit Pausen seit drei Jahrzehnten Freunde, ein Paar reiz-voller Kontraste: Pech, in dessen Beschreibung… Continue Reading „89. Augenblitz“

88. Land der Lyrik

Litauen ist ein Land der Lyrik. Das liegt zuerst einmal daran, dass die archaischste heute noch gesprochene indoeuropäische Sprache über einen Formen- und Klangreichtum verfügt, der seinesgleichen sucht. Zum anderen hat die sowjetische Zensur bis zur Wiederherstellung des unabhängigen Staates vor zwei Jahrzehnten dafür… Continue Reading „88. Land der Lyrik“

87. Zu viel Originalität

Die NZZ diagnostiziert grundsätzliche Lesebereitschaft des Publikums trotz deutschsprachiger Avantgardelyrik, schreibt der Perlentaucher: Auch wenn die Lyrik in Zeitschriften, im Netz oder auf Festivals blüht, meint Jürgen Brocan, macht sich beim Leser Überdruss breit. „Die Lyrik heute gleicht jedoch nicht selten einem Laborversuch, dessen Ergebnisse dem Publikum in… Continue Reading „87. Zu viel Originalität“

86. 109242 Zeichen

Ein Text wie dieser hier benutzt gerade mal ungefähr 0,08 Prozent aller Schriftzeichen der Welt, richtiger: aller bislang digital erfassten Zeichen von toten, lebendigen, uralten und sehr neuen Schriftsystemen. Das sind zur Zeit 109242, und sie bilden eine der faszinierendsten Sammlungen der letzten Jahrzehnte.… Continue Reading „86. 109242 Zeichen“

85. Erschienen

Dass er nach dem Gefängnis dieses Buch geschrieben hat, zeigt, dass es die Sprache war, die ihn wieder hat zum Menschen werden lassen. Ganz verlassen hatte sie ihn auch vorher nicht: Im Anhang des Buchs sind 30 „Liebeslieder aus dem Gulag“ abgedruckt, 30 Gedichte,… Continue Reading „85. Erschienen“

84. Bónus-Gedichte

Wer vor einigen Jahren in den Filialen des isländischen Billigsupermarktes Bónus einkaufte, konnte sich davon überzeugen, dass die Isländer noch immer ein besonderes Verhältnis zu ihrer Literatur haben. Neben den üblichen Schokoriegeln und Kaugummis stand dort an den Kassen ein Gedichtband im Regal, dessen… Continue Reading „84. Bónus-Gedichte“

83. Altväterisch

Gewohnt pointiert brachte der Lyrik-Experte Bernd Leistner einmal seine Haltung zur Poesie auf den Punkt: „Er sei in Sachen Dichtung wie ein Eunuch; er könne es beschreiben, aber nicht machen.“ Nun legte er doch einen Band mit seinen Gedichten vor. FIGARO sendet den Mitschnitt… Continue Reading „83. Altväterisch“

82. Poesiefest!

Fr. 23.09.2011 bis So. 25.09.2011 Poesie – Ein Fest im Heine Haus (Düsseldorf) Das Heine Haus bereitet der Poesie ein opulentes Fest. (In der Tat und in jeder Hinsicht, ich sage nur NRW + Witwen! Würd ich unbedingt hingehen. ZB am Sonnabend:) Weiter geht’s… Continue Reading „82. Poesiefest!“

81. Ausländer unerwünscht?

Auch Ägypten hat ein Problem mit im Land geborenen „Ausländern“: Der ägyptische General Hassan al-Rowini, Mitglied des SCAF (Supreme Council of the Armed Forces, Arabisch المجلس الأعلى للقوات المسلحة‎), hat Verärgerung bei ägyptischen Intellektuellen ausgelöst mit einer Bemerkung über den palästinensischen Dichter Tamim al-Barghuti.… Continue Reading „81. Ausländer unerwünscht?“