Monat: Mai 2011

89. Pralinenverfütterung

Zwei Auszüge aus einer „Hörbuch“-Kritik, zwei Themen: 1. … ziemlich an der Zielgruppe vorbeigeschossen – nicht zuletzt, weil auch Gotthard Erler nicht darauf verzichtet, eines der windschiefsten deutschen Gedichte vortragen zu lassen, das seit Generationen reimerisch übers Knie gebrochen nur beweist: Lyrik ist anscheinend… Continue Reading „89. Pralinenverfütterung“

88. Klanggewitter von archaischer Wucht

Von Volker Sielaff Les Murray kommt als Gast der Reihe „Literarische Alphabete“ des Literaturforum Dresden am 25. Mai, 20 Uhr, ins Hygiene-Museum. In Kooperation mit dem Deutschen Hygiene-Museum und gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank sowie der… Continue Reading „88. Klanggewitter von archaischer Wucht“

87. Gestaltwandler

Burnside ist Romancier, gewiss, doch dringlicher ist er Lyriker. In all seinen Werken findet man Gestaltwandler der dunkleren und dunkelsten Spielart. Auch in „Lügen über meinen Vater“ taucht ein solches Wesen auf. Es hat zwei Beine, nicht zwei Füße; es fällt mit „harten, blitzenden… Continue Reading „87. Gestaltwandler“

86. Goethepreis für Adonis

Zum ersten Mal erhält ein arabischer Dichter den Goethe-Preis der Stadt Frankfurt. Die Jury habe sich am Freitag für Adonis als Preisträger des Jahres 2011 entschieden, teilte die Stadt am Abend mit. „So wie Goethe in dem West-Östlichen Divan persische und arabische Dichtung bei… Continue Reading „86. Goethepreis für Adonis“

85. Von der Erde

Es gibt Werke, die erweisen sich als schlauer als ihre Schöpfer. Für den Mahler-Verächter Hanns Eisler trifft dies jedenfalls zu, polemisierte der marxistische Musiker doch heftig gegen die angebliche bourgeoise Dekadenz seines Kollegen: In einem Aufsatz von 1935 denunzierte er dessen Werke als „unechte,… Continue Reading „85. Von der Erde“

84. Über „Fräuleinwunder“

schreibt die Wiener Zeitung. Ich picke mal Aussagen über Gedichte heraus: Die 1973 in Dalmatien geborene Marica Bodrozic beispielsweise legt mit „Quittenstunden“ ( Otto Müller Verlag, Salzburg 2011 ) ihren dritten Gedichtband vor und frönt dort der eher ungewöhnlichen Form des Langgedichts. Assoziativ erinnernd, erzählt sie darin von der eigenen… Continue Reading „84. Über „Fräuleinwunder““

83. Gestorben

William Kloefkorn, der länger als 25 Jahre „Staatsdichter“ von Nebraska war, starb am Donnerstag im Alter von 78 Jahren. Er lebte lange in Lincoln und war Professor an der Nebraska Wesleyan University. / Omaha.com

82. Wunderbare Fundgrube

Im kompakter Weise gebündelt, erhält man einen kompetenten Überblick deutschsprachiger Dichtkunst von den Anfängen bis zur Gegenwart. Verdienstvoll ist auch die Entscheidung des dtv-Verlags, diese wunderbare Fundgrube zu einem Preis zugänglich zu machen, der in keiner Relation zu Qualität wie Quantität dieser Anthologie steht.… Continue Reading „82. Wunderbare Fundgrube“

81. Istanbul

Der türkische Dichter Orhan Veli Kanık hat sich in einem Gedicht mit der türkischen Metropole Istanbul befasst: „İstanbul’u dinliyorum, gözlerim kapalı“ – Ich höre Istanbul zu, meine Augen sind geschlossen, schrieb er. Und genau diese Sichtweise durften einige Schüler des Ludwig-Meyn-Gymnasiums kürzlich erleben. /… Continue Reading „81. Istanbul“

80. Nachtschicht Schattenzone

Ein Jahr nach Erika Burkarts Tod am 14. April 2010 ist ein dichterisches Vermächtnis einzusehen: ihre Gedichte aus den Jahren 2008 und 2009 mit dem Titel «Nachtschicht», manche als Reinschrift, andere im Entwurfstadium hinterlassen. Dazu fügen sich als Entsprechung die Verse ihres Ehemanns Ernst… Continue Reading „80. Nachtschicht Schattenzone“

79. Eher Beatles als Stones

Lyrik war und ist kein Massenprodukt. Wird auch keines mehr werden. Insofern war die Entscheidung, die Lesung drei junger Dichterinnen in das Beltz-Zimmer des Literaturhauses zu verlegen, kein Risiko – dort herrschte eine Art von Salon-Atmosphäre. Nora Bossong und Judith Zander, die eine in… Continue Reading „79. Eher Beatles als Stones“

78. Verstehen noch einmal

Von Bertram Reinecke Der folgende Text entstand im Zusammenhang mit meiner Auseinandersetzung mit den vergangenen beiden Jahrbüchern der Lyrik. Da ich hoffte, dass das neue Jahrbuch zu der hitzig geführten Debatte, die sich besonders an Ulf Stolterfohts Satz „Das Verstehen in der Lyrik hat… Continue Reading „78. Verstehen noch einmal“

77. Besser gereimt

Neues aus der Provinz: Sein Markenzeichen sind die Gegengedichte: Schiller, Goethe und Grass greift er mit Worten an und erschafft nach eigenen Aussagen damit ein neues Genre der Lyrik. Der 69-jährige Günter B. Merkel aus Wilhelmsfeld im Odenwald wird als gnadenloser Dichter bezeichnet. „Vor… Continue Reading „77. Besser gereimt“

76. Gereimt

„Diese Aussage war mehr als nur ein sexistischer Ausrutscher. Sie zeigt, dass manche eine mutmaßliche Vergewaltigung scheinbar als Kavaliersdelikt sehen.“ Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) findet den Sager des ÖVP-Abgeordneten Wolfgang Großruck „unfassbar“. Der Mandatar aus Oberösterreich, der seine Parlamentsreden stets mit einem Reim beendet,… Continue Reading „76. Gereimt“

75. Ist das nicht eine schöne Welt?

Heute vor hundert Jahren starb Gustav Mahler. Ging heut morgen übers Feld, Tau noch auf den Gräsern hing; Sprach zu mir der lustge Fink: „Ei, du! Gelt? Guten Morgen! Ei gelt? Du! Wird’s nicht eine schöne Welt? schöne Welt!? Zink! Zink! schön und flink!… Continue Reading „75. Ist das nicht eine schöne Welt?“