Monat: August 2010

131. Verlorner Posten in dem Freiheitskriege

Ich wollte in keiner Phase meines Lebens Trotzkist sein, war allerdings in meiner Berliner-Ensemble-Zeit und bin es bis heute: ein bekennender, und das bedeutet: kritischer Brechtianer. Und weil ja Marx selber kein Marxist war, mochte ich dann auch lieber kein Marxist sein. Aber Kommunist… Continue Reading „131. Verlorner Posten in dem Freiheitskriege“

130. Maxime

Je mehr Äußerung, desto stiller Je stiller, desto mehr Äußerung. Notiz Hölderlins unter dem (offenbar aufgegebenen) Hymnenentwurf „Deutscher Gesang“. Mit dieser ästhetischen Maxime beginne ich eine Hölderlin-Reihe innerhalb meiner Anthologie, die nicht aus abgeschlossenen Texten, sondern aus Segmenten, Entstehungsstufen besteht. Ein Versuch, das Gedicht… Continue Reading „130. Maxime“

129. Lyrotronik

Ich staune (in guter Gesellschaft), daß ein „Dialog aus Elektromusik und Literatur“ mit dem Ziel der Aufführung auf einer Club-Bühne in Berlin im späten Jahre 2010 als experimentelles Wagnis und nie dagewesen beworben wird. In Köln und Düsseldorf habe ich in den mittleren bis… Continue Reading „129. Lyrotronik“

128. Neu bei Aphaia

Liebe Freunde des APHAIA VERLAGs, zum Katzengrabenfest  am 28. August können Sie schon mal in den Neuerscheinungen blättern: „Die weniger leichte Bewegung“, Gedichte von Thomas Luthardt mit Radierungen von Barbara Beisinghoff: am 3. September wird eine Ausstellung mit der Künstlerin Barbara Beisinghoff in der… Continue Reading „128. Neu bei Aphaia“

127. elektro.lit – Junge Literatur an elektronischer Musik

Ein Lesekonzert im Berghain, Berlin Donnerstag, 2.12.2010, 20:00 Uhr mit Ann Cotten und Christian Naujoks, Monika Rinck und Frank Bretschneider, Jörg Albrecht und Holger Zilske. Was haben sich Elektromusik und junge Literatur zu sagen? Können sie sich gegenseitig Impulse geben, ihre Grenzen aufbrechen, aneinander ihr… Continue Reading „127. elektro.lit – Junge Literatur an elektronischer Musik“

126. «Aber was ist diß?»

In ihrer Dissertation mit dem Titel «Aber was ist diß?» – der ihr liebsten aller Fragen Hölderlins – , befasste sie sich mit diesem Kunstgriff, den der Dichter in seinen Texten mehrfach verwendet. Die Literaturwissenschaftlerin fand heraus, dass die Fragen mit den Jahren immer… Continue Reading „126. «Aber was ist diß?»“

125. „Tradition“

Vor allem aber ist Agualusa diese Reise Anlass, ein betörendes Porträt des multikulturellen Afrika zu zeichnen. Natürlich kennt der Kontinent die Gewalt zur Genüge, Agualusa hat es im «Lachen des Geckos» hinreichend angedeutet. Aber Afrika kennt neben Gewalt auch offene, dynamische, aus den unterschiedlichsten… Continue Reading „125. „Tradition““

124. Ludvík Kundera gestorben

Der tschechische Lyriker und Übersetzer Ludvík Kundera (ein Cousin des Romanciers Milan Kundera) starb am 17.8. im Alter von 90 Jahren in seiner Heimatstadt Kunštát (Mähren). Kundera war ein bedeutender Vermittler zwischen der deutschen und tschechischen Literatur. Er übersetzte u.a. Trakl, Rilke, Brecht, Benn,… Continue Reading „124. Ludvík Kundera gestorben“

123. Tabubruch

Das neue Internetportal Qadita.net sieht auf den ersten Blick aus, wie viele andere arabische Webseiten. Aber wer genauer hinsieht, bemerkt, dass Qadita.net ein lang gehegtes Tabu in der arabischen und islamischen Welt bricht: Auf der Webseite veröffentlichen schwule arabische Autoren unter Pseudonymen ihre Erzählungen… Continue Reading „123. Tabubruch“

122. Bürger seiner Gelehrtenrepublik

Im Freitag vom 11.8. schrieb Stefan Amzoll eine Erinnerung an den Schriftsteller Karl Mickel anlässlich seines 75. Geburtstags: Karl Mickel war Dichter und Gelehrter in einem. Parallele Fälle aus der Gegenwart zu nennen, dürfte schwer fallen. Gleichfalls, diese beiden sich beißenden Sphären zusammen zu… Continue Reading „122. Bürger seiner Gelehrtenrepublik“

121. Niuwgieric ûf allez

In Urs Engelers roughblog heute als Gedicht des Tages nach jüngst Altgriechisch-Hölderlin eine weitere spannende Übersetzung mit Pasolini / Filips. Auszug: Wênen vür allez, vür allez lachen, ein houpt bewarn, niuwgieric ûf allez. Planzi di dut, ridi di dut, vej un sarviél curiòus di… Continue Reading „121. Niuwgieric ûf allez“

120. Fogwill †

Er nannte sich Fogwill, ohne Vornamen, so stand es auf seinen Büchern. Sokrates und Hegel seien ja auch ohne Vornamen ausgekommen, pflegte er zu sagen. Rodolfo Enrique Fogwill, wie man ihn der Vollständigkeit halber einmal nennen muss, war ein glänzender Vermarkter seiner selbst und… Continue Reading „120. Fogwill †“

119. Camus und Char

Camus selbst war ein Mann von aufrechtem, freilich auch unbeugsamem Charakter. Der Kritiker eigener Schwächen und Fehler mass seine Zeitgenossen mit der gleichen Elle, was das intellektuelle Milieu von Paris gern hysterisch und mit Empörung quittierte. Ein einziger Schriftsteller von Format hielt dieser Prüfung… Continue Reading „119. Camus und Char“

118. Leistens Landschaften

Leisten will nach eigener Aussage nicht die Unterschiede von Kultur- und Gefühlswelten gegeneinander ausspielen, «sondern im Fremden das Eigene und im Eigenen das Fremde neu entdecken.» Ineinander verflochtene Satzübergänge führen tief hinein in diese bewegenden Sprachlandschaften, die uns bis nach Rom oder Nordwestafrika mitnehmen… Continue Reading „118. Leistens Landschaften“

117. Halters Bombe

Am 10. September erscheint auf dem Berliner Label Traumton Records das Debüt-Album von Schule der Unruhe, Jürg Halters neuer Band. Titel des Albums: la bombe. Mehr hier: http://www.juerghalter.com Hier sind vier ganze Songs von «la bombe» zu hören:http://www.myspace.com/schulederunruhe