Monat: Juli 2010

117. Gelungen

Besser gelang der Auftritt des Lyrikers Hendrik Rost, der sich gar nicht erst auf das angebotene Lesestühlchen setzte, sondern stehend seine kurzweiligen Gedichte vortrug. Ja, Gedichte über das Millerntor, über MySpace, das geht. Überhaupt versteht es Rost, profanen Alltag listig in Szene zu setzen:… Continue Reading „117. Gelungen“

116. „Weitgehend unbekannt“

Lob von höchster Stelle ist er gewohnt. Literaturnobelpreisträger Günter Grass gefiel die „ungewöhnliche Art“ seiner Gedichte, der Kölner Autor Hans Bender schrieb ihm: „Ich bewundere Ihre Intelligenz, die Leichtigkeit, Klarheit Ihrer Formen, Ihrer Sprache.“ Doch in Hürth, wo er seit fast 40 Jahren lebt,… Continue Reading „116. „Weitgehend unbekannt““

115. Nachruf

Mit ihrem Debüt „Wie kommt das Salz ins Meer“ hatte sie 1977 einen Gipfel erklommen, von dem aus es nur noch bergab ging: Jetzt wurde die österreichische Schriftstellerin Brigitte Schwaiger tot in der Donau gefunden. / Faz.net 27.7.

114. Sächsisch geholfen

Nur dann wird der Arme wahrgenommen, wenn man glaubt, ihm auch sein Allerletztes aus der Tasche holen zu können. Denen, die so denken und handeln, sollte „sächsisch geholfen“ werden: „Mer wallen ich halfen!“, das heißt: „Wir wollen es euch schon zeigen!“ Satirische Gedichte sind… Continue Reading „114. Sächsisch geholfen“

113. HG Adler

Den Einzelheiten trauen, die letzten Wörter Wagen ins Gedächtnis sich hinaus. Ein junger Tag erwartet, was wir anzubieten haben, jetzt. HG Adler, aus: Einsamkeit, Gedicht, 1985 Gefunden in einer Besprechung von Katja Schickel zu Hans G. Adler: Die Dichtung der Prager Schule. Arco Verlag, Wuppertal… Continue Reading „113. HG Adler“

112. „Ein Rassist als moderner Lyriker“

„Gottfried Benn, geboren 1886 und aufgewachsen in Dörfern der Provinz Brandenburg. Belangloser Entwicklungsgang, belangloses Dasein als Arzt in Berlin“. Mit diesen drei Zeilen stellte sich der Dichter 1919 in in der berühmt gewordenen Lyrikanthologie „Menschheitsdämmerung“ vor. Mit diesen Zeilen beginnt auch Joachim Dycks kompetente… Continue Reading „112. „Ein Rassist als moderner Lyriker““

111. ,Das Gezeichnete Ich‘

So einfach kann es gehen. Der Name stammt aus dem Gedicht «Nur zwei Dinge» von Gottfried Benn. «Das Gedicht ist wunderschön. Es beschäftigt sich mit der Frage, warum wir hier auf der Welt sind, und was das Leben überhaupt für einen Sinn ergibt. ,Das… Continue Reading „111. ,Das Gezeichnete Ich‘“

110. American Life in Poetry: Column 279

BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE Rhyming has a way of brightening a poem, and a depressing subject can become quite a bit lighter with well-chosen rhymes. Here’s a sonnet by Mary Meriam, who lives in Missouri. Are there readers among you who have… Continue Reading „110. American Life in Poetry: Column 279“

109. Eichendorff vertont

Eichendorffs poetischer Rang bleibt unbestritten, die Figur aber ist ambivalent. Einerseits: ‚Eichendorff‘, sagt Killmayer, ‚will sein Glück über die Welt, die Erde mitteilen, die von Gott geschaffen worden ist . . . Er ist glücklich in der Natur und in seinem Glauben.‘ Andererseits: Einem… Continue Reading „109. Eichendorff vertont“

108. Das Tagebuch des José Saramago

Heute erscheint das Tagebuch des portugiesischen Literaturnobelpreisträgers, der vor gut einem Monat im Alter von 87 Jahren gestorben ist. Geschrieben wurden die Texte als Blog fürs Internet – darunter poetische Betrachtungen wie auch antisemitische Hasstiraden. / Rheinische Post

107. Tadeusz Dabrowski und Andre Rudolph in Dresden

Tadeusz Dabrowski und Andre Rudolph lesen am Donnerstag (29.7.) in Dresden Wir laden Sie herzlich ein zur Lesung in der Reihe LITERARISCHE ALPHABETE am Donnerstag, 29. 7. 2010, 20 Uhr im im LeseGarten, Prießnitzstraße 56, Dresden (bei schlechtem Wetter in der Buchhandlung LeseZeichen) Tadeusz… Continue Reading „107. Tadeusz Dabrowski und Andre Rudolph in Dresden“

106. Persische Literatur in westlicher Sicht

Meine neueste Übersetzung eines längeren persischen Gedichts ist Gorganis „Wīs und Rāmīn“, das ich in Paarreimen übersetzte (400 Seiten Paarreime!). Meiner Meinung nach ist Gorganis Gedicht eine der ungewöhnlichsten Liebesgeschichten der Weltliteratur, wenn nicht gar die herausragendste. Ich ziehe sie sogar Nisamis Werk vor,… Continue Reading „106. Persische Literatur in westlicher Sicht“

105. Ernst Blass in drei Bänden

Die stärksten Gedichte entstanden früh. Sie stehen im Debütband, mit dem Schumann die Präsentation des Blass-Werks eröffnet. »Auch der Lyriker«, schrieb der 22-jährige Poet im Vorwort des Bandes, »wird nächstens ein Erkennender sein, ein Kämpfer, einer, der haltbare Grundlagen sucht …, einer, der für… Continue Reading „105. Ernst Blass in drei Bänden“

104. Howl in the city

A slate of events that celebrate Allen Ginsberg’s „Howl“ include readings by poet Anne Waldman and a concert with Kyp Malone of TV on the Radio. / Washington Post Beat Memories: The Photographs of Allen Ginsberg May 2–September 16, 2010

103. Whitman, Cage, Tenorio

Inspiriert von der Lyrik des amerikanischen Poeten Walt Whitman, der Entgrenzung seines lyrischen Ichs in Song of Myself (Leaves of Grass), widmet sich Tenorio der Kausalität von Situationen und ihrer körperlichen Erfahrbarkeit und Umsetzung. In der Reibung mit den lyrischen Repliken konfrontiert sie ihre Bewegungen… Continue Reading „103. Whitman, Cage, Tenorio“