Tag: 16. Juli 2010

66. „ich häftlingin du“

Gut gelaunt und heiter führt „effendi im effektenfieber“ das artistische Arsenal vor, über das die Dichterin auch bei ernsten, gar todtraurigen Versanlässen gebietet, etwa beim lyrischen Nachruf auf den an Lungenkrebs gestorbenen Dichterkollegen Thomas Kling: „bronchiale stunts“ lautet der aus Verzweiflung herbe Titel. Fast…

65. Fundgrube

Der »Anthologist« ist ein literarischer Zwitter, Essay und Roman vermischen sich. Die lyrischen Reflexionen des Erzählers kreisen vor allem um den Reim, den er nicht müde wird zu verteidigen, obwohl er selbst reimlose Gedichte schreibt. Für Freunde der angloamerikanischen Lyrik mag der »Anthologist« eine…

64. Nachbarschaft

„Nachbarschaft“ war Bobrowskis Lebensthema, es ging ihm um den mythischen Raum „Sarmatien“, die nordosteuropäische, sich weit nach Russland hineinstreckende Landschaft aus Wäldern, Senken, Seen und Flüssen und das Völkergemisch, das dort vor der Eroberung durch die Nazis zusammenlebte. … Bobrowski passte Anfang der 60er…

63. Urteil

„Seine Theaterstücke und Gedichte sind nichts wert.“ Heinrich Böll über Marcel Reich-Ranicki, Die Welt 16.7. Vgl. Ernst Jandl: Urteil („Die Gedichte dieses Mannes sind unbrauchbar“, 1956. In. E.J.: dingfest. gedichte)

62. Der junge Hacks

Jetzt läßt sich folgendes über die Edition der frühen Werke sagen: Wir werden einen sehr dicken Gedichtband kriegen, sind derzeit bei mehr als 400 Gedichten, und es werden noch mehr – etwa durch die, die in Briefe eingestreut sind. Wir haben es weiterhin mit…