Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Die österreichische Schriftstellerin Friederike Mayröcker hat den Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik bekommen. Aus gesundheitlichen Gründen konnte die 85-Jährige die Auszeichnung am Samstag im badischen Staufen nicht selbst entgegen nehmen. Sie ließ sich durch eine Mitarbeiterin des Suhrkamp-Verlages vertreten. Die Jury hatte Mayröcker den mit… Continue Reading „17. Huchelpreis verliehen“
Von dem 1998 herausgegebenen Band „Isefra n at zik“ erschien jetzt eine zweisprachige Ausgabe (Tamazight – Französisch). Sie umfaßt 430 anonym überlieferte Gedichte. Das Buch enthält eine CD, auf der Tassadit At Ouvavas einige Lieder singt bzw. vorträgt. Die Lieder, aufgenommen vor langer Zeit,… Continue Reading „16. Kabylische Poesie“
Harryette Mullen erhielt den mit $50,000 bestückten Jackson Poetry Prize als Dichterin von „außergewöhnlichem Talent, die breitere Anerkennung verdient“. Das gab die gemeinnützige Organisation Poets & Writers Inc. bekannt. Die Autorin (56) schrieb u.a. die Bücher „Recyclopedia,“ „Muse & Drudge“ und „Sleeping With the… Continue Reading „15. Jackson Poetry Prize für Harryette Mullen“
(vgl. #13. Nationaler Lyrikmonat) Mach ichs eben alleine. Ich erkläre hiermit die nächste Woche zur Woche der türkischen Poesie. Von Ostermontag bis den darauffolgenden Sonntag gibts täglich eine Nachricht dazu. Oder – falls mir jemand was schickt: Leser in der Türkei? In Deutschland? –… Continue Reading „14. In Deutschland nix los?“
Nein, nicht in Deutschland (ein ganzer Monat?!). In den USA ist es wieder soweit. Zu den vielen Aktivitäten gehört auch wieder ein Gedicht des Tages bei Knopf Poetry, 30 Tage lang. Bisher wurden Gedichte von Edward Hirsch, Marge Piercy und Dan Chiasson vorgestellt, jeweils… Continue Reading „13. Nationaler Lyrikmonat“
Zur Stunde (ich bin gerade aus dem Ausland zurück und komme leider so schnell nicht von Greifswald nach Staufen) findet gerade die Verleihung des Huchelpreises an Friederike Mayröcker statt. Obwohl Friederike Mayröcker aus gesundheitlichen Gründen abgesagt hat, ist eine spannende Veranstaltung zu erwarten. Traditionell… Continue Reading „12. Verleihung des Peter-Huchel-Preises“
Gadamer hatte keineswegs den Anspruch, als Literaturwissenschaftler an die Texte der Schriftsteller heranzugehen. So verfolgte er in dem Buch „Wer bin ich und wer bist Du?“ das Projekt, „ohne jede Information besonderer Art einen Zyklus Celanscher Gedichte auszulegen“. Gadamer wandte sich gegen den Anspruch… Continue Reading „11. Auslegen „ohne jede Information““
Unter der merkwürdigen Überschrift „Ausgrabungen: Die ersten Texte rumäniendeutscher Dichter nach dem Krieg“ gibt es bei der Stattzeitung Südbaden einen Bericht über die Frankfurter Zeitschrift „Umbruch“, die 1986 Texte rumändiendeutscher Autoren mit einem Aufsatz darüber veröffentlichte. Merkwürdig zunächst, weil in dem Text die Situation… Continue Reading „10. „Die ersten Texte rumäniendeutscher Dichter nach dem Krieg““
Edmund Mach war einer der schizophrenen Patienten, die der legendäre Primar Leo Navratil in der Psychiatrischen Klinik von Maria Gugging bei Wien dazu anhielt, die Eigenheiten und Nöte ihrer Existenz künstlerisch auszudrücken. In seinen Gedichten und Prosastücken, von denen Uwe Schütte jetzt eine schöne… Continue Reading „9. Die Fräulein «umnachtet»“
Die Sprache der Pirahã bildet keine Nebensätze, die Pirahã kennen keine Farbbezeichnungen wie «Rot» oder «Blau», ausserdem kennen sie keine Zahlwörter. Sie reden nur über Dinge, die sie selbst in der Gegenwart erlebt haben; Vergangenheitsform oder Futur sind ihnen unbekannt. Eine Geschichte wie diejenige… Continue Reading „8. Sprache ohne Nebensätze“
Für das poesiefestival berlin verdichten Ulf Stolterfoht und Sabine Scho den Liederzyklus Frauenliebe und –leben neu. Insgeheim brodelt es darin vor Überschwang, Vergänglichkeit und Verlustangst, aber Robert Schumann komponierte mit Frauenliebe und -leben ein Hohelied der Gattenliebe. Die Dichter Sabine Scho und Ulf Stolterfoht haben… Continue Reading „7. Überschwang und Gattenliebe – Schumann neu verdichtet“
Doch selbst Paul Celan wurde Sachs‘ Leidens-Gestus irgendwann unheimlich. Ende der fünfziger Jahre hatte er brieflich Kontakt zu ihr aufgenommen, bei ihrem Besuch in der Schweiz 1960 holte er sie dann gemeinsam mit Ingeborg Bachmann vom Flughafen ab, lud sie schließlich nach Paris ein… Continue Reading „6. Hybris des Schmerzes“
Der populistisch hohe Ton dieser Sätze wirkte ähnlich befremdlich wie die implizit arrogante Gelassenheit der Erscheinung. Die Abbildung erlaube, fand der Bostoner Bildungsbürger, Harvardprofessor und Feuilletonist Charles E. Norton, eine genauere Einschätzung des Autors, der sich über Kleidungsvorschriften ebenso hinwegsetzte wie über Rhythmus, Reim… Continue Reading „5. «a curious and lawless collection of poems»“
Amazon stellt seit kurzem eine Plattform zur Verfügung, auf der Autoren ihre Bücher selbst veröffentlichen können – und zwar auch ohne Verlag. Man will dabei die Autoren mit 70 Prozent am Erlös beteiligen (zum Vergleich: An den Buchhandel gehen bis anhin um die 50… Continue Reading „4. Eine Revolution? Zweifellos.“
Die Erfahrung von textueller Authentizität ist für den Nietzsche-Leser schon deswegen von Wert, weil die Geschichte des Nietzsche-Nachlasses mit den geradezu gespenstischen Fälschungen der Schwester begann. Dies war für die Wirkungsgeschichte ein verhängnisvoller und ideologisch schwer lastender Skandal, der bis zur Werkausgabe von Colli/Montinari… Continue Reading „3. Nietzsches Handschriften“
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