Monat: Februar 2010

132. Katze entlaufen

Die Gedichte von Georgi Gospodinov haben häufig etwas Haikuhaftes an sich; mitunter setzen sie auf den Überraschungseffekt, auf das kurze Aufblitzen von etwas, das man für eine tiefere Wahrheit zu halten geneigt ist. So etwa in jenem Gedicht, in dem Henne und Ei sich… Continue Reading „132. Katze entlaufen“

131. Autoren in Augsburg

Jahrzehntelang galt auch Bertolt Brecht als ein Abtrünniger, bis seine Wertschätzung wuchs. Frappierender ist dies jedoch bei den Dichtern der nachfolgenden Generationen. Von einem Wolfgang Bächler, der in den 1950er und 60er Jahren zum Kreis der legendären Gruppe 47 gehörte, fehlt in der Stadt… Continue Reading „131. Autoren in Augsburg“

130. 27-Jähriger bedroht Obama in einem Gedicht

Er hatte den Text nach Behördenangaben im August 2007 auf einer rassistischen Website eingestellt. Gegen eine Kaution von 25.000 Dollar wurde der Mann aus dem US-Staat Kentucky am Freitag auf freien Fuss gesetzt, er steht aber in der Wohnung eines Angehörigen unter Hausarrest. Bei… Continue Reading „130. 27-Jähriger bedroht Obama in einem Gedicht“

129. Aufschieberitis

Einem besonders schweren Fall der Aufschieberitis sitzen wir in Nicholson Bakers neuem Roman „Der Anthologist“ gegenüber. Paul Chowder heißt er. … Nun könnte er ja Gedichte schreiben. Er ist ja Lyriker. Ein mittelmäßiger zwar, aber einige ganz gute Gedichte hat er geschrieben. Sagt er.… Continue Reading „129. Aufschieberitis“

128. Rehabilitiert

Die spanische Regierung will den Dichter Miguel Hernández förmlich als Opfer der Franco-Diktatur anerkennen. Hernández wurde vor 70 Jahren als „Verräter“ verhaftet, weil er die republikanischen Francogegner unterstützt hatte, und starb mit 31 Jahren im Gefängnis. In diesem Jahr wird der 70. Geburtstag des… Continue Reading „128. Rehabilitiert“

127. Meine Anthologie 30: Konstantin Kavafis, Mauern

Mauern Ohne Rücksicht, ohne Mitleid, ohne Schamgefühl Haben sie große, hohe Mauern errichtet um mich. Und hier sitze ich nun ohne Hoffnung. Ich denke nur an das eine, wie dieses Schicksal den Verstand mir verzehrt. So viel hatte ich draußen zu tun. Warum gab… Continue Reading „127. Meine Anthologie 30: Konstantin Kavafis, Mauern“

126. Three Times A Lady

Die von Wilma Heuken vertonte Lyrik der deutsch-jüdischen Dichterin Mascha Kaléko zieht sich wie ein roter Faden durch die Aufführung. Alltagspoetin, charmant und humorvoll, das schreibende Fräuleinwunder der dreißiger Jahre, deren nie als Lieder konzipierten Gedichte sich in zeitlose musikalische Gesamtkunstwerke verwandeln. Wer Ohren… Continue Reading „126. Three Times A Lady“

125. Meine Anthologie 29: Adolf Endler, Absage

Absage Rosa und Beige kommen wieder in Mode? Wie ich Euch hasse mit Hirn und mit Hode! 1969 Aus: Adolf Endler, Der Pudding der Apokalypse. Gedichte 1963 – 1998. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag 1999, S. 16. Zuvor in: Adolf Endler, Akte Endler. Gedichte… Continue Reading „125. Meine Anthologie 29: Adolf Endler, Absage“

124. Fremdwörterbuchsonette

LYRIK-DEBÜT Ann Cotten liest aus: „Fremdwörterbuchsonette“ DO, 25. Februar 2010, 19 Uhr Als Debüt-Autorin präsentiert Ann Cotten am DO, 25. Februar, ihren Lyrikband „Fremdwörterbuchsonette“. Ute Falkenstein, Geschäftsführerin der bekannten Kultureinrichtung „Pferdestall“ in Bremerhaven, stellt die junge Autorin und ihr Werk vor. Die Veranstaltung gehört… Continue Reading „124. Fremdwörterbuchsonette“

123. Das ist der Baum

Am 19.2. in Michael Brauns DLF-Lyrikkalender ein Gedicht der Übersetzerin und Dichterin Christine Thiemt (geboren 1965): Das ist der Baum, vor dem uns unsere Mütter Immer gewarnt haben. Der uns abends nachsteigt, Mit grünen Lidern winkt und über Zäune klettert. In seinen Mussestunden hört… Continue Reading „123. Das ist der Baum“

122. Zettelpoet: „Schade, dass ich es nicht war“

Als seine Gedichte jedoch auf 13 Steinplatten des Museumsquartiers in dicken Lettern zu lesen waren, musste sich der 56-jährige österreichische Schriftsteller und Buchautor Helmut Seethaler erstmals vor Gericht verantworten – wo er am Donnerstag wegen Sachbeschädigung zu zwei Monaten bedingter Haft verurteilt worden ist.… Continue Reading „122. Zettelpoet: „Schade, dass ich es nicht war““

121. Meine Anthologie 28: Ernst Jandl, der beschriftete sessel

der beschriftete sessel für harry & angelika ich haben ein sessel stehn JANDL groß hinten drauf wenn ich mal nicht wissen sein ich´s oder sein ich´s nicht ich mich nur hinsetzen müssen und warten bis von hinten wer kommen und mir´s flüstern Das Gedicht… Continue Reading „121. Meine Anthologie 28: Ernst Jandl, der beschriftete sessel“

120. Subway Moon

Poetry, like music, is about movement. Both art forms move from one note, or word, to another, trying to catch the essence of the moment. Saxophonist and composer Roy Nathanson has long worked with both words and music, sometimes uniting the two as he… Continue Reading „120. Subway Moon“

119. Enzensberger als Filmkünstler

Die beiden Suhrkamp-DVDs mit üppigem Booklet, 2009 zu Enzensbergers Achtzigstem erschienen, bieten ein Dutzend Filmdokumente aus fünfzig Jahren: Zunächst ein halbes Dutzend rund zehnminütiger „TV-Dokumente“, darunter eine „Hessenschau“ des Jahres 1960, die Straßenszenen Nachkriegsfrankfurts mit Selbstbekundungen des dreißigjährigen Dichters mischt Haupt- und Kernstück sind… Continue Reading „119. Enzensberger als Filmkünstler“

118. poesiealbumverse

Radolfzell – „Poesie zur freundlichen Erinnerung heißt eine Ausstellung, die ab Dienstag, 23. Februar, in der Volksbank gezeigt wird. Die Vernissage findet um 19 Uhr statt. Im Zentrum steht das Poesiealbum. Walter Binder und Uwe Donath haben das Poesiealbum von Sophie Frick, geborene Sättele,… Continue Reading „118. poesiealbumverse“